Zwischenfall an der Marco-Polo-Brücke
Auslöser für den Zwischenfall war, dass die Guandong-Armee, die für zahlreiche Zwischenfälle mit der chinesischen Armee verantwortlich war, einen ihrer Soldaten vermisste und Einlass in die chinesische Garnisonsstadt von Wanping verlangte. Wie so oft bei militärischen Zwischenfällen beschuldigten sich dann beide Seiten, den ersten Schuß abgegeben zu haben. Fakt ist, dass die Japaner sich mit militärischen Mitteln den Zugang erkämpften. Nach einem Ultimatum beschoß die Artillerie Wanping ab Mitternacht und japanische Panzer rückten über die Brücke vor. Mit nachgerückter Unterstützung konnten die Chinesen am nächsten Tag die Brücke komplett zurückerobern.
Zwei Tage nach der Verlustmeldung tauchte der vermisste Soldat wieder auf und die Japaner setzten die chinesische Seite davon in Kenntnis. Die Chinesen gingen davon aus, dass die Aktion nun als abgeschlossen galt und rangen den Japanern sogar die Zusage ab, Peking und Tianjin nicht zu erobern.
Doch schon einen Tag nach dem Ereignis hatte die kommunistische Partei Chinas das Volk zum Widerstand gegen Japan aufgerufen. Die Japaner setzten ihren Vormarsch von Norden und Süden nach China fort und auch die Nationalregierung unter Chiang Kai-shek erklärte am 7. August den Japanern den Krieg.
Ob der Vorfall von den Japanern provoziert wurde oder nicht wird unter den Historikern kontrovers diskutiert.