Zebrafink
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| Zebrafinken (Taeniopygia guttata) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Inhaltsverzeichnis |
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2 Lebensraum 3 Nahrung 4 Brutpflege 5 Degenerationserscheinungen 6 Literatur |
Aussehen
Der Zebrafink wird rund zehn Zentimeter lang und rund 10 Gramm schwer. Die domestizierten Vögel sind standardmässig 12 cm lang und erreichen ein Gewicht zwischen 20 und 30 Gramm. Das etwas größere Männchen zeichnet sich durch rote Deckfedern an den Seiten, ein schwarzes Brustband, einen intensiv rostbraunen Wangenfleck, rote Flanken und einen besonders intensiv roten Schnabel aus. Das Weibchen hingegen ist im Bauchbereich hellgrau bis weiß und auf dem Rücken grau gemustert. Die Wangen sind höchstens ganz leicht rötlich gefärbt.
Jungtiere erkennt man an ihrem schwarzen Schnabel.
Als australischer Prachtfink wird er von vielen Züchtern als Ausstellungsvogel ständig weiter "geformt" und in seinem farblichen Erscheinungsbild variiert. Über 70 anerkannte Farbschläge sind durch Zucht entstanden, die in der Natur nicht vorkommen. So z. B. Pastellfarben und Schwarzwangen. Hier haben die Hähne einen schwarzen Wangenfleck anstelle des rötlichen. Auch die Hennen zeigen diesen Wangenfleck, der sonst als Geschlechtsmerkmal für die männlichen Zebrafinken gilt.
Organisationen, in denen speziell Zebrafinkenzüchter Mitglied sind, sind die "Deutsche Zebrafinken Interessengemeinschaft" (DZI) [1] und die "Zebrafinkenfreunde Südliche Nordsee" [1].
Lebensraum
Die Wildform des australischen Zebrafinken besiedelt, bis auf einige Küstenbereiche, den gesamten australischen Kontinent. Als Bewohner trockener Regionen kann er sich nicht an Nässe und hohe Luftfeuchtigkeit anpassen. Vorzugsweise leben Zebrafinken in der Nähe von Wasserstellen, die sie, wenn es geht, mehrmals täglich zum Baden und Trinken aufsuchen. Andererseits können notfalls auch mehrere Wochen ohne Wasser auskommen. Auch in Bezug auf sehr hohe und niedrige Temperaturen sind sie sehr anpassungsfähig.
Zebrafinken sind gesellige Vögel, die in der Natur üblicherweise in großen Kolonien leben. In Gefangenschaft sollten sie mindestens paarweise gehalten werden.
Nahrung
Zebrafinken ernähren sich vor allem von Grassamen, aber auch von Samen zweikeimblättriger Pflanzen und Insekten, die sie auch im Flug erbeuten können.
Brutpflege
Der natürliche Lebensraum des Zebrafinken ist durch häufige Trockenheit und ein entsprechend karges Nahrungsangebot gekennzeichnet. Der Regenfall ist nicht an bestimmte Jahreszeiten gebunden. Daher sind Zebrafinken bei günstigen Bedingungen sofort paarungs- und brutbereit. Dieser Umstand führt dazu, dass domestizierte Zebrafinken praktisch ständig Eier legen,brüten und sich sehr stark vermehren.
Das Weibchen legt vier bis sechs Eier von rund 15 Millimeter Größe in ein vom Männchen gebautes, ausgepolstertes Nest in einer kleinen, natürlichen Höhle, einer Astgabel oder einem alten Vogelnest. Ab dem dritten Tag bebrüten beide Partner abwechselnd die Eier. Die Jungen schlüpfen nach 12 bis 16 Tagen. Binnen 22 bis 25 Tagen verlassen die jungen Zebrafinken erstmalig das Nest. Nach drei Monaten sind die jungen Weibchen erwachsen, 14 Tage später auch die Männchen.
Degenerationserscheinungen
Da domestizierte Zebrafinken sich sehr leicht vermehren lassen, und da Australien 1960 den Export einheimischer Vögel verboten hat, kam es schon seit Jahrzehnten zu keinem genetischen Austausch zwischen Heim- und Wildvögeln dieser Art. Die menschliche Zuchtauswahl führte, wie bei anderen Haustieren, auch bei den Zebrafinken zu Veränderungen wie beispielsweise:
- Weiße Zebrafinken, die durch ihr ungewöhnliches Gefieder einen Fluchtreflex beim Weibchen auslösen;
- Männchen mit schwarzem statt orangerotem Wangenfleck;
- Gesteigerter Geschlechtstrieb;
- Homosexuelles Balzverhalten zwischen Hähnen;
- Unregelmäßiges Brüten und Füttern;
- Unfähigkeit, eigenen und fremden Nachwuchs zu unterscheiden.
Erfahrungen eines Züchters
Der weiße Zebrafink ist eine durch Jahrzehnte entstandene Mutation und keine Degeneration, genauso wie der schwarze Wangenfleck (Schwarzwange). Ein Fluchtreflex entsteht keineswegs! Weiße werden erfolgreich und problemlos als Zuchtpartner für andere "normal gezeichnete" Zebrafinken genommen, da sie das Federkleid verbessern können.
Ein Tretakt (Bespringen) unter Hähnen ist keine Homosexualität, sondern ein "sozialer Unterdrückungsakt", der zur Regulierung der sozialen Rangfolge dient.
Ständiges ununterbrochenes Brüten bei anhaltender Wärme würde zum Absterben der Eier führen. Das Verlassen der Eier dient der Regelung der Temperatur in den Eiern, um das Absterben der Frucht durch Überhitzung zu vermeiden.
Die Unterscheidung von fremdem und eigenem Nachwuchs ist bei Vögeln allgemein sehr selten. Sie ist auschließlich abhängig vom Einzeltier und ist nur sehr vereinzelt anzutreffen, wenn Größenunterschiede oder auffällige Farbunterschiede vorhanden sind. Die Entwicklung des Kuckuck wäre nicht denkbar, wenn Vögel eigene Nachzucht von fremder Nachzcht unterscheiden könnten.
Literatur
- Hans-Jürgen Martin: Zebrafinken richtig pflegen und verstehen, (ISBN 3-7742-3632-1)
- Hans Klören: Zebrafinken, ISBN 3-923269-24-2 (Ein Standardwerk über die Zebrafinkenzucht und ihre Mutationen)