Zapfenstreich
Der Zapfenstreich, bei der Reiterei als Retraite bezeichnet, war ein Signal, das mit der Trommel, dem Horn oder der Trompete gegeben wurde. Nach dem Zapfenstreich durften sich Soldaten abends ohne besondere Erlaubnis nicht mehr außerhalb ihrer Quartiere, in Biwaks außerhalb ihrer Kompaniereviere aufhalten.
Der Name soll daher stammen, dass früher zu bestimmter Stunde ein Kreidestrich über den Zapfen der Fässer gemacht wurde, um das Verbot des weiteren Getränkeverkaufs, kontrollieren zu können. Eine andere Erklärung ist, dass zum Zeichen des Feierabends mit dem Säbel der Wache auf den Zapfen der Bierfässer geschlagen (gestrichen) wurde.
Der Zapfenstreich wurde gewöhnlich nur von den Spielleuten der Wachen, bei besondern Anlässen jedoch von den Spielleuten der ganzen Garnison geschlagen und gespielt, wobei die Musikkorps meist durch verschiedene Straßen des Ortes geführt werden. In ausgedehnten Feldlagern wurde das Zeichen durch einen Kanonenschuss gegeben.
Heute wird dieser traditionelle Begriff für den Beginn der Nachtruhe immer noch in der Bundeswehr verwendet. Allerdings ist der Zapfenstreich zu festgelegter Zeit nur noch für Rekruten im Grundwehrdienst bindend.
Großer Zapfenstreich bei besonderen Anlässen
Der Große Zapfenstreich ist Teil der von der Bundeswehr gepflegten Militärtradition und wird heute insbesondere zu Ehrung von Persönlichkeiten vorgenommen. Er geht in seiner heutigen Form auf den Großen Zapfenstreich zurück, der zu Ehren des russischen Zaren Nikolaus I am 12. Mai 1838 in Berlin aufgeführt wurde.