William Faulkner
William Cuthbert Faulkner (* 25. September 1897 in New Albany, Mississippi; † 6. Juli 1962; eigentlich William Falkner) war ein US-amerikanischer Schriftsteller.
Faulkners Geschichten spielen im fiktiven Yoknapatawpha County mit der Hauptstadt Jefferson, dem das reale Oxford in Mississippi zu Grunde liegt, wo er seit seinem fünften Lebensjahr aufwuchs. Heute findet man dort am County Courthouse eine Gedenktafel. Faulkner erzählt die Geschichte des Landes und seiner Familien (der Benbow, Chickasaw, Compson, De Spain, Gowrie, Grenier, Habersham, Hawk, McCaslin, Sartoris, Snopes, Stevens, Sutpen, Varner) von der Indianerzeit bis nach dem Zweiten Weltkrieg.
| Inhaltsverzeichnis |
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2 Wirkung in Deutschland 3 Auszeichnungen 4 Werke 5 Zitate 6 Weblinks |
Leben
Faulkner wuchs als William Falkner in Mississippi auf. Sein Urgroßvater, William Clark Falkner, war eine wichtige Figur in der Geschichte des Bundesstaates Mississippi. Er war Colonel in der Armee der Konföderierten, gründete eine Eisenbahnlinie und ist Namensgeber der Stadt Falkner im nahegelegenen Tippah County. Sein wichtigste Leistung war vielleicht jedoch das Verfassen mehrerer Romane und anderer Texte, womit er eine literarische Tradition in der Familie begründete. Vielleicht war Colonel Falkner das Vorbild für Colonel John Sartoris in den Texten von William Faulkner. Die Veränderung seines Nachnamens liegt an dem Versehen eines Verlegers, das der Autor nicht korrigierte und sich für den neuen Namen entschied.
In seinen späteren Jahren zog Faulkner nach Hollywood, um Drehbuchautor zu werden. Er schrieb unter anderem das Drehbuch von Raymond Chandlers The Big Sleep (dt. Der Große Schlaf) und Ernest Hemingways To Have and Have Not (dt. Haben und Nicht Haben), welche beide unter der Regie von Howard Hawks verfilmt wurden. Faulkner begann eine Affäre mit der Sekretärin von Hawks, Meta Carpenter.
Faulkner war bekannt für sein Alkoholproblem und war Zeit seines Lebens Alkoholiker. Den Gerüchten zufolge waren Faulkners Alkoholexzesse besonders nach größeren Erfolgen besonders drastisch. Eine Anekdote beschreibt wie er nach Gewinn des Nobelpreises für Literatur 1949 besonders viel trank, während er seine Abfahrt nach Stockholm erwartete. Sein Neffe brachte ihm einen Drink und erzählte ihm von seinen jünsten Erfolgen in einem Football-Spiel, das am gleichen Tag stattfand wie Faulkners geplante Reise zur Preisverleihung. Trotz seines Rausches erkannte Faulkner, dass man ihn über das tatsächliche Datum der Reise belogen hatte, um sicherzustellen dass er bei der Preisverleihung nüchtern wäre, woraufhin er begann heftig weiterzutrinken, bis zu dem tatsächlichen Datum.
Bei der Preisverleihung hielt er eine der großartigsten Reden, die je von einem Preisträger gehalten wurden. Er sagte u.a. I decline to accept the end of man...Man will not only endure, but prevail... (dt.: Ich lehne das Ende der Menschheit ab...Die Menschheit wird nicht nur Bestand haben, sondern siegen...). Faulkner spendete sein Preisgeld für eine Stiftung zur Unterstützung von Nachwuchsautoren, die heute den PEN/Faulkner Award for Fiction vergibt.
Faulkner war von 1957 bis zu seinem Tod an einer Thrombose 1962 an der University of Virginia beschäftigt. Er wurde auf dem Saint Peter Cemetery, Oxford, Lafayette County, Mississippi beigesetzt.
Wirkung in Deutschland
Anders als die Bücher Ernest Hemingways waren Faulkners Werke in Deutschland ab 1933 nicht verboten. Bereits 1935 erschien beispielsweise die Übersetzung "Licht im August", begeistert aufgenommen von Gottfried Benn. Größere Wirkung entfaltete Faulkner bei der deutschen Leserschaft jedoch erst in der Nachkriegszeit: seine Arbeit beeinflusste nicht unwesentlich das Schaffen Heinrich Bölls, Alfred Andersch', Uwe Johnsons.Auszeichnungen
- Nobelpreis (1949)
- Pulitzer-Preis (1955 und 1963)
Werke
Romane
- Sartoris (1949)
- Absalom, Absalom! (1936)
- Als ich im Sterben lag (1930)
- Das Dorf
- Das Haus
- Die Freistatt
- Die Spitzbuben
- Die Stadt
- Die Unbesiegten
- Eine Legende
- Monk
- Frankie und Johnny
- Go Down, Moses
- Griff in den Staub
- Licht im August (1932)
- Moskitos
- Requiem für eine Nonne
- Sartoris (1929)
- Schall und Wahn (1929)
- Soldatenlohn (1926)
- Wendemarke
- Wilde Palmen und Der Strom
Kurzgeschichtenbände
- Brandstifter - Erzählungen
- New Orleans - Skizzen und Erzählungen
- Der große Wald - Erzählungen
- Der Springer greift an - Kriminalgeschichten
- Eine Rose für Emily
- Rotes Laub - Erzählungen
- Schwarze Musik
- Sieg im Gebirge - Erzählungen
Filme
Die Filmographie listet Filme auf, die nach Werken von William Faulkner entstanden sind oder bei denen er das das Drehbuch schrieb, bzw. am Drehbuch mitgearbeitet hat.
- 1933 - The Story of Temple Drake - Regie: Stephen Roberts (mit Miriam Hopkins)
- 1933 - Today We Live - Regie: Howard Hawks (mit Joan Crawford und Gary Cooper)
- 1937 - Slave Ship - Regie: Tay Garnett (mit Warner Baxter, Wallace Beery und Mickey Rooney)
- 1938 - Submarine Petrol - Regie: John Ford
- 1946 - The Big Sleep - Regie: Howard Hawks (mit Humphrey Bogart und Lauren Bacall) Faulkner schrieb das Drehbuch nach dem Roman von Raymond Chandler
- 1949 - Intruder in the Dust - Regie: Clarence Brown
- 1955 - Land of the Pharohs - Regie: Howard Hawks (mit Jack Hawkins und Joan Collins) Faulkner schrieb das Drehbuch gemeinsam mit Harold Jack Bloom
- 1958 - The Tarnished Angels - Regie: Douglas Sirk (mit Rock Hudson)
- 1958 - The Long, Hot Summer - Regie: Martin Ritt (mit Paul Newman, Joanne Woodward und Orson Welles)
- 1959 - The Sound and the Fury - Regie: Martin Ritt (mit Yul Brynner und Joanne Woodward)
- 1961 - Sanctuary - Regie: Tony Richardson (mit Lee Remick und Yves Montand)
- 1969 - The Reivers - Regie: Mark Rydell (mit Steve McQueen)
- 1972 - Tomorrow - Regie: Joseph Anthony (mit Robert Duvall)
Zitate
- In Wirklichkeit existiert kein "Es war", die Vergangenheit ist ein "Es ist". Denn sie ist niemals tot.
- Wenn ich die Wahl habe zwischen dem Nichts und dem Schmerz, dann wähle ich den Schmerz.
Weblinks