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Unternehmenssoftware

Unternehmenssoftware ist ein aus dem englischen übernommener, insbesondere für Marketingzwecke verwendeter Begriff (Business Software) mit wechselnder, unscharfer Bedeutung. Allgemein ist Unternehmenssoftware jede Art von Anwendungssoftware, die in Unternehmen oder anderen Organisationen im Einsatz ist. Teilweise wird verallgemeinernd Unternehmenssoftware für betriebswirtschaftliche Unternehmenssoftware gesagt. Das Gegenteil von Unternehmenssoftware ist Software für den Privatbereich. Eine scharfe Trennung ist nicht möglich, weil z.B. die großen Büroanwendungen wie Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Datenbanken sowohl privat als auch geschäftlich genutzt werden.

Inhaltsverzeichnis
1 Arten von Unternehmenssoftware
2 Softwareauswahl
3 Literatur
4 Weblinks

Arten von Unternehmenssoftware

Betriebswirtschaftliche Anwendungen

Die folgende Unterteilung zeigt nur die Schwerpunkte, nicht eine scharfe Abgrenzung, weil die Sachgebiete ineinander übergreifen und es in unterschiedlichen Softwarepaketen eine mehr oder weniger starke Integration und Überlappung gibt.

Materialwirtschaft

Materialwirtschaftssysteme - im Handel auch Warenwirtschaftssysteme genannt - werden eingesetzt für verbrauchgesteuerte Disposition, Einkauf bzw. Beschaffung allgemein, Materialbestandsführung der Lagerzu- und Abgänge und Inventur, Rechnungsprüfung und Lagerverwaltung. In Produktionsbetrieben ist sie Bestandteil der Produktionsplanungs- und -steuerungssysteme. Materialmengen haben einen Materialwert, entsprechend werden in der Regel Menge und Wert parallel behandelt. Über die Preise ist die Materialwirtschaft verzahnt mit der Betriebswirtschaft, über die Werte mit der Finanzwirtschaft.

Eine Teilfunktion der Materialwirtschaft decken System für die Beschaffung von Gütern und Dienstleistungen über das Internet ab. Sie heißen neudeutsch "E-Procurement" oder Elektronische Beschaffung. Die Materialwirtschaft ist Bestandteil von PPS-Systemen, ERP- und Logistiksystemen. Teilfunktionen der Materialwirtschaft decken Einkaufssysteme, Lagerverwaltungs- und Kommissioniersyteme ab.

Personalwirtschaft

Die Themen, die Systeme für die Personalwirtschaft abdecken sind die Aufgaben der Personalverwaltung, die Personalzeiterfassung und –auswertung, die Lohn- und Gehaltsabrechnung, Bearbeitung von steuer-, sozial- oder arbeitsrechtlichen Aufgaben, Reisekostenabrechnung, Personalplanung und Personalentwicklung. Auskunftsmöglichkeiten aus den Personaldaten bieten sog. Personalinformationssysteme. Für des englischen kundige Mitbürger heißt Personalwirtschaft neuerdings auch Human Resources Management (HR).

Finanz- und Betriebswirtschaft

Das Rechnungswesen mit Finanzbuchhaltung und Betriebsbuchhaltung waren sehr frühe Beispiele von Computeranwendungen, mit denen Tabelliermaschinen und Buchungsautomaten in den 1960er und 1970er Jahren abgelöst wurden. Heute gehören zu diesem Anwendungskreis unter dem Sammelbegriff Controlling: Hauptbuchhaltung, Bilanz und GuV, Kreditoren-, Debitoren-, Anlagenbuchhaltung, Erlös- und Kostenartenrechnung, Gemeinkostenrechnung, Kostenträger- und Ergebnisrechnung.

Absatzwirtschaft

Zur Absatzwirtschaft zählen Vertrieb und Marketing. Vertriebssoftware unterstützt den Verkauf bei der Erfassung der Aufträge, der Preisfindung und Rabattierung. Nach Prüfung der buchmäßigen Verfügbarkeit der bestellten Artikel und Prüfung der Kreditwürdigkeit des Kunden erfolgt die Lieferung, der Versand und die Fakturierung. Speziell in diesem Bereich gibt es vielerlei Sonderformen, die zu vielerlei branchenspezifischen Lösungen führten: unterschiedliche Vertriebswege, unterschiedliche Produkte (Kaugummi vs. Werkzeugmaschine), usw.

Als Instrument für Vertrieb und Marketing dient Customer Relationship Management-Software für die Pflege der Kundenbeziehungen. Dazu gehören z.B.: Verwaltung der Kundenkontakte, Kampagnenverwaltung, Verkaufschancensteuerung, Vertriebsprozesssteuerung, Auftragsmanagement, Serienbriefe und E-Mails.

Produktionsplanung und -steuerung

Zu Softwarepaketen für die Produktionsplanung und -steuerung gehören Teile der Absatzwirtschaft, insbesondere die Kundenauftragsverwaltung, große Teile der Materialwirtschaft, insbesondere aber die Kernfunktionen Verwaltung der Konstruktions- und Produktionsdaten, Bedarfsermittlung, Fertigungs- und Kapazitätsplanung und Werkstattsteuerung.

Anfänglich (vor 1970) bestand PPS nur aus der Materialplanung (MRP). Nach 1970 wurde es ergänzt um die Termin- und Kapazitätsplanung. Die MRP II-Begeisterung begann ca. 1980. MRP II ist im Kern Material-, Termin- und Kapazitätsplanung, aber ergänzt um vorgelagerte Planungsstufen und erweitert um die Berücksichtigung weiterer Ressourcen, z.B um das benötigte Kapital, so wie es im Ansatz bereits in COPICS von IBM 1970 konzipiert wurde.

Logistik und Supply Chain Management

Supply Chain Management baut auf der Logistik auf, die ihr Augenmerk auf die Materialflüsse von und zu Lieferanten und Kunden richtet. Die Grenzen des Unternehmens werden überschritten durch die Integration der Kunden und Zulieferer in die Produktionsplanung und -steuerung. Die Wertschöpfung wird zum zusammengehörigen Prozess, der beim Rohstofflieferanten beginnt und beim Kunden endet.

Enterprise-Resource-Planning

Enterprise-Resource-Planning-Systeme als Marketingbegriff umfassen je nach Anbieter alle Softwareanwendungen, die der jeweilige Hersteller anzubieten hat, das reicht von der Materialwirtschaft über die Fertigung, Finanz- und Rechnungswesen, Personalwirtschaft, Verkauf bis zu Forschung und Entwicklung.

Technische Anwendungen

Zu den Technischen Anwendungen gehören die mit den Buchstaben "CA" (für "Computer Aided") beginnenden Softwaresysteme, die in den technischen Bereichen der Unternehmen eingesetzt werden. Man spricht deshalb auch von "C-Techniken". In dem Begriff CAE (Computer Aided Engineering) sind diese "C-Techniken" für Ingenieure zusammengefaßt.

Diese eher ingenieurtechnisch orientierten Anwendungen stehen nicht isoliert im Betriebsgeschehen sondern sind gleichzeitig Empfänger und Lieferant von Informationen der betriebswirtschaftlichen Anwendungen im Unternehmen..

CAFM - Rechnergestützte Infrastrukturverwaltung

CAFM- (Computer Aided Facility Management-) Systeme verwendet man für Planung, Verwaltung und Bewirtschaftung von Gebäuden, Anlagen und Einrichtungen (facilities).

CAD - Rechnergestützte Konstruktion

CAD- (Computer Aided Design-) Systeme verwendet man für Konzeption, Entwurf und Detaillierung (in Form einer technischen Zeichnung) von Produkten. CAD benötigt Daten aus PPS-Systemen, darunter Kundenaufträge, Arbeitspläne, Material- und Stücklistendaten, Informationen über Betriebsmittel. Sie liefert Daten an PPS-Systeme, z.B. Stücklisten, Informationen für die Kalkulation, Technische Dokumentationen und sebstverständlich Zeichnungen.

CAP - Rechnergestützte Arbeitsplanung

CAP (Computer Aided Planning) umfaßt Arbeitsplanung für konventionelle Bearbeitung und für NC-Maschinen. Unter Umständen empfängt sie Daten direkt aus CAD-Systemen. Ergebnis der Arbeitsplanung ist der Arbeitsplan, der für die Produktionsplanung und die Fertigung bestimmt ist.

CAM - Rechnergestützte Fertigung

CAM (Computer Aided Manufacturing) ist ein sehr weiter Begriff, entsprechend gibt es Software für unterschiedlichste Aufgaben der Automatisierung und Flexibilisierung der Fertigung. DNC (Distributed Numerical Control zur Steuerung von Werkzeugmaschinen, Handhabungssystemenen und Robotern. Zu CAM zählen auch automatisierte Lager- und Transportsysteme.

CAQ - Rechnergestützte Qualitätssicherung

CAQ (Computer Aided Quality Assurance) beginnt bei der rechnergestützten Planung der Prüfungvorgänge. Sie begleitet den Materialfluß von der Prüfung im Wareneingang über die Fertigung bis zur Prüfung des fertigen Erzeugnisses. Technische Hilfsmittel sind automatisierte Einrichtungen wie Analyseinstrumente, Zähler und Sensoren.

Weitere "C-Techniken"

Sie seinen hier nur erwähnt, um die Fülle der unterschiedlichen Aufgabenstellungen für Unternehmenssoftware im technischen Bereich anzudeuten: CAR Computer Aided Robotics - Rechnerunterstützter Robotereinsatz, CAI Computer Aided Inspection - Rechnerunterstützte Instandhaltung, CAT Computer Aided Testing - Rechnerunterstütztes Testen, EDM Engineering Data Management - Produktdatenmanagement.

Informations- und Managementsysteme

Zu diesen Systemen zählen u.a. Projektplanungssysteme, Management-Informationssysteme (MIS) und Simulationssysteme. Management-Informationssysteme greifen auf Datenbanken der einzelnen opeartiven System zu oder sie finden die benötigten Daten Data-Mining in Datensammlungen, die aus verschiedenen Quellen gespeist werden Datawarehouse.

Übergreifende Unterstützung der betrieblichen Abläufe

Workflow-Management-Systeme (WfM) spezifizieren und überwachen die bereichsübergreifende Abstimmung der Arbeitsabläufe in Unternehmen. Groupware unterstützt die Zusammenarbeit in Gruppen.

Um Enterprise Content Management, Contentmanagement, Dokumentenmanagement etc. hat sich inzwischen eine eigene Wissenschaft entwickelt, aud die hier nicht eingegangen wird, siehe dort.

Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Datenbanken auf Personalcomputern, Präsentationsprogramme und E-Mail-Programme spielen heute eine nicht mehr wegzudenkende Rolle in Unternehmen jeder Größenordnung.

Softwareauswahl

Standard- und Individualsoftware

Vor 1972 entwickelte jedes Unternehmen seine Software von Grund auf selbst. Das geschah im Allgemeinen in Assembler, COBOL oder einer speziellen problemorientierten Sprache.

Standardsoftware hat diese Vorteile:

Dem stehen diese Nachteile gegenüber:

Best of Breed

Bis vor kurzem galt die "best of breed"-Strategie als der Königsweg, sich seine Unternehmenssoftware zusammenzustückeln. Sie besagt, für jeden Teilbereich den jeweils besten Anbieter zu wählen und die Produkte mit Schnittstellen zu verbinden. Mittlerweile kommt man wieder davon ab, weil das Operating eines solchen Flickenteppichs zu komplex und teuer ist, zu viele Beziehungen zu den Anbietern unterhalten werden müssen und zu viel Spezial-Know-How benötigt wird.

Outsourcing

Zurzeit ist das Outsourcing ein Trend. Man beauftragt ein Unternehmen, sich um die gesamte Abwicklung zu kümmern, sprich Hardware betreiben, Operating durchzuführen, Software auswählen, beschaffen, einführen, warten und anpassen. Die Hoffnung ist, dass das beauftragte Unternehmen die ganze Sache besser im Griff hat. Oft geht die IT-Abteilung zum Outsourcing-Dienstleister, d.h. die selben Menschen machen die gleiche Arbeit wie früher.

Literatur

Weblinks



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