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Umweltbewusstsein

Das Umweltbewusstsein ist eine seit den 1970er Jahren gewonnene Erkenntnis, dass die natürliche Umwelt vor zu starken Eingriffen durch den Menschen geschützt werden muss.

Das Umweltbewusstsein entstand vor allem in der ersten Hälfte der 1970er Jahre, angestoßen unter anderem durch den Bericht Die Grenzen des Wachstums des Club of Rome (1972). Aber auch zahlreiche Umweltkatastrophen und sichtbare Umweltverschmutzung trug zum größer gewordenen Bewusstsein bei, dass die Industrialisierung nicht mehr ohne Rücksicht auf die Umwelt fortgeführt werden konnte. Sicherlich spielte auch die 68er-Bewegung eine Rolle.

Weiter verstärkt wurde das Umweltbewusstsein durch das erstmals 1983 so benannte Waldsterben und die Katastrophe von Tschernobyl von 1986. Oft wird die erste Hälfte der 1980er Jahre als "Höhepunkt" der Umweltbewegung und eines besonders starken Umweltbewusstseins angesehen. In diese Phase fällt auch die Gründung der Partei Die Grünen (heute: Bündnis 90/Die Grünen) 1980 sowie von bekannten Umweltschutzgruppen wie Greenpeace (deutsche Sektion ab 1980) oder ROBIN WOOD (1982).

In den 1990er Jahren waren die Konferenz für Umwelt und Entwicklung der Vereinten Nationen (UNCED) in Rio de Janeiro und die darauf aufbauende Agenda 21 häufig in den Medien genannt, was den Umweltschutz erneut breiten Bevölkerungsschichten nahe brachte.

Bei allem durchaus in allen Bevölkerungsschichten nachweislich vorhandenen Umweltbewusstsein gilt es zu beachten, dass, wie Studien belegen, gerade in diesem Zusammenhang oftmals Bewusstsein nicht mit praktischem Verhalten gleichzusetzen ist. Lediglich in sogenannten "low-cost-Situationen", in Situationen also, in denen die Realisierung umweltschonender Verhaltensalternativen mit relativ geringen (zusätzlichen) Kosten verbunden ist, führt Umweltbewusstsein auch zu einschlägigem Verhalten. Der Begriff Kosten (als Gegenstück zum Begriff Nutzen) sei hierbei im Sinne der ökonomischen Verhaltenstheorie (vgl. homo oeconomicus) als jeglicher Aufwand, sei er physischer, zeitlicher, geldlicher oder anderer Art, verstanden.

Vor diesem Hintergrund ist man in der Umweltpolitik strategisch vom individualpolitischen Ansatz, welcher das Umweltbewusstsein fördern und die Menschen durch Überzeugung zu umweltfreundlicherem Verhalten zu veranlassen versucht, abgerückt, und präferiert stattdessen ökonomische Instrumente (z. B. Ökosteuern oder Emissionszertifikate), deren Vorteil darin besteht, dass sie umweltfreundliches Verhalten mit Hilfe ökonomischer Anreizstrukturen belohnen.

Literatur



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