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UEFA Champions League

Die UEFA Champions League [Dieser Artikel enthält IPA-Lautschrift. Bei einigen Browsern muss für die fehlerfreie Darstellung eine entsprechende Unicode-Schriftart einmalig manuell eingestellt werden. Mehr dazu unter Wikipedia:Lautschrift.
], bis 1991 Europapokal der Landesmeister, ist ein unter dem Dach des Europäischen Fußballverbandes (UEFA) ausgetragener Wettbewerb für europäische Fußball-Vereinsmannschaften der Männer. Er bildet im Rahmen des jährlich ausgetragenen Fußball-Europapokals vor dem UEFA-Pokal den bedeutensten der beiden Wettbewerbe.

Die bekannte TV-Hymne der UEFA Champions League ist von Tony Britten frei nach Georg Friedrich Händels Zadok The Priest arrangiert.

Inhaltsverzeichnis
1 Geschichte
2 Spielmodus
3 Hintergrund
4 Alle Endspiele
5 Stars der Endspiele
6 Weblinks

Geschichte

Die Idee eines europäischen Vereinswettbewerbs beziehungsweise einer europäischen "Superliga" kam erstmals Anfang der 1950er Jahre auf und lehnte an die Idee des Mitropapokals an, der von 1927 bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs ausgetragen wurde und einen populären Wettbewerb zwischen österreichischen, ungarischen, jugoslawischen, tschechoslowakischen und später auch italienischen Vereinsmannschaften darstellte. Der neue Europapokal, so die Idee, sollte deutlich mehr Nationen umfassen und somit klären, welche Länder die spielstärksten Vereinsmannschaften stellen. Anlass war nicht zuletzt die britische Presse, die die Klubs der Insel nach internationalen Erfolgen schon mal gerne zum Weltmeister "erklärte". Ob an einem solchen Wettbewerb eine erlesene Auswahl europäischer Spitzenklubs oder alle europäischen Landesmeister teilnehmen sollten, war seinerzeit jedoch noch eine Streitfrage.

Gabriel Hanot, ehemaliger französischer Nationalspieler und 1954 Journalist der französischen Sportzeitung L'Equipe griff die Frage noch einmal auf und entwickelte einen Entwurf für eine "Europameisterschaft der Klubs". Die Sportzeitung veröffentlichte ihn am 16. Dezember 1954 und lud daraufhin 18 europäische Vereine, die nicht durchweg Landesmeister waren, nach Paris ein. Der Großteil der Teilnehmer stand der Idee aufgeschlossen gegenüber und auch UEFA und FIFA stimmten zu. In den folgenden Monaten unterbreitete Hanot Vorschläge für das Regelwerk, u.a. dass der Sieger optimalerweise in Hin- und Rückspielen ermittelt, die Paarungen ausgelost und bis zum Endspiel das K.-o.-System durchgeführt werden sollte.

Im gleichen Jahr begann bereits der erste Wettbewerb. Der englische Fußball blockierte die Teilnahme des FC Chelsea, weshalb Gwardia Warschau nachrückte. Zu den ersten 16 Teilnehmern gehörten seinerzeit schon Klubs, die auch noch heute zur europäischen Elite gehören. Real Madrid, der AC Mailand und der SK Rapid Wien, in deren Heimat, der Profifußball bereits längst Einzug hielt, galten gegenüber den Halbprofis der anderen Nationen als klarer Favorit. Trotzdem konnte der 1. FC Saarbrücken als Teilnehmer für das seinerzeit noch unabhänigige Saarland in Mailand einen sensationellen 4:3-Sieg feiern, ehe sie im Rückspiel durch ein 1:4 ausschieden.

Zum Gipfeltreffen zwischen Mailand und Madrid kam es bereits im Halbfinale, in dem sich die Spanier mit 4:2 und 1:2 durchsetzten. Real Madrid gewann schließlich auch das Finale (4:3 gegen Stade Reims) und sicherte sich somit am 13. Juni 1956 den ersten Europapokal der Landesmeister. Bis 1960 sollten sie den neuen Wettbewerb dominieren und ihn schließlich fünfmal in Folge gewinnen, was bis heute keiner Mannschaft mehr gelang. Auch danach dominierten südeuropäische Vereine aus Italien (Inter Mailand, AC Mailand) und Portugal (Benfica Lissabon) den Europapokalwettbewerb, ehe sich 1966 und 1967 mit Celtic Glasgow und Manchester United die ersten britischen Vertreter durchsetzten.

Ab den 1970er Jahren gab es auffällige Jahresblöcke, in denen immer wieder aufeinanderfolgend ein Vertreter des gleichen Landes den Europapokal der Landesmeister gewann. Von 1970-1973 dominierten für vier Jahre die Holländer mit Feyenoord Rotterdam (1970) und Ajax Amsterdam (1971-73), von 1974-1976 siegte dreimal in Folge der FC Bayern München aus Deutschland. Es folgten acht Jahre, in denen die englische Dominanz des FC Liverpool, Nottingham Forest und Aston Villa nur im Jahre 1983 durch den Sieg des Hamburger SV (1:0 gegen Juventus Turin) unterbrochen wurde.

Die Erfolgsgeschichte des englischen Fußballs hätte vielleicht noch länger angehalten, wenn der 29. Mai 1985 mit der Heysel-Katastrophe nicht als der schwärzeste Tag der Fußballeuropapokal-Geschichte eingegangen und englische Fußballklubs für fünf (Liverpool gar für sieben) Jahre gesperrt worden wäre.

1991 wurde der Wettbewerb in "UEFA Champions League" umbenannt und um eine Vorrunde mit Gruppenspielen erweitert. Noch immer war er aber einzig den Landesmeistern der einzelnen europäischen Verbände vorbehalten und sorgte somit für ein stark verzerrtes Bild über die spielstärksten Mannschaften Europas. Dioe UEFA hielt das für ungerecht. Und so sorgt seit 1997 das Punkteverfahren der UEFA-Fünfjahreswertung für Abhilfe. Gemessen an den Erfolgen der Vorjahre werden spielstarken Fußballverbänden mehr Startplätze eingeräumt, als eher schwachen Verbänden. Die drei bestplatzierten Fußballverbände können mit bis zu vier Klubs vertreten sein, während bei den schwächsten selbst der Meister in eine Qualifikation muss.

Spielmodus

An der UEFA Champions League nehmen insgesamt 32 europäische Vereinsmannschaften teil. Der Titelverteidiger (letzter Sieger des Wettbewerbs) war früher gesetzt, heute nicht mehr. Teilnehmer sind die Meister aus den Verbänden 1 bis 9 und die Vizemeister der Verbände 1-6 gemäß der UEFA-Fünf-Jahreswertung. Weitere 16 Mannschaften werden in einer Qualifikationsrunde (siehe unten) ermittelt.

Qualifikationsrunde

Ausnahme: Ist der Champions League-Sieger (Titelverteidiger) auch über die Landesmeisterschaft direkt qualifiziert, so verschiebt sich diese Ordnung. Beispiel dafür: In der Saison 2004/05 war der FC Porto sowohl Meister als auch Champions-League-Sieger. Der Meister des 10. Landes in der Fünf-Jahreswertung (Fenerbahce Istanbul/Türkei) übernahmen den Platz von Valencia in der 1. Runde (Gruppenphase) der Chamions League. Auch Platz 16 (Grazer AK/Österreich) konnte davon profitieren und durfte in der Qualifikationsrunde drei beginnen. Die Meister der Länder 26 und 27 der Fünf-Jahreswertung (Dynamo Bukarest/Rumänien und Ferencvaros/Ungarn) waren direkt für die zweite Runde qualifiziert.

Gruppenspiele und Endrunde

Gruppenspiele

Gespielt wird in acht Gruppen mit je vier Mannschaften. Die Ersten und Zweiten der Gruppen verbleiben im Wettbewerb, während die Drittplatzierten in den UEFA-Pokal "absteigen" (Einstieg in der 3. Runde) und die Viertplatzierten aus dem Europapokal ausscheiden.

Sind nach Beendigung aller Gruppenspiele zwei oder mehr Mannschaften punktgleich, entscheidet:

  1. Der direkte Vergleich.
  2. Die höhere Anzahl der Auswärtstore innerhalb des direkten Vergleichs.
  3. Die bessere Tordifferenz insgesamt.
  4. Die höhere Anzahl der erzielten Tore insgesamt.

Endrunde

Nach den Gruppenspielen folgt die Endrunde (im K.-o.-System) mit den Achtel-, Viertel- und Halbfinalspielen, die in einem Hin- und Rückspiel den Sieger einer Spielpaarung ermittelt. Die Begegnungen werden ausgelost, wobei im Achtelfinale die Gruppensieger auf die Gruppenzweiten treffen und letztere zuerst Heimrecht genießen. Nicht aufeinandertreffen können im Achtelfinale Mannschaften, die schon in der Vorrunde aufeinandergetroffen sind oder dem gleichen Fußballverband angehören. Ab dem Viertelfinale gelten diese Beschränkungen nicht mehr.

Die Sieger werden in der Endrunde durch Zusammenzählen der Tore aus Hin- und Rückspiel ermittelt. Kommt es dadurch zum Gleichstand, gewinnt die Mannschaft, die in dieser Paarung mehr Auswärtstreffer erzielt hat. Herrscht auch danach noch Gleichstand, wird das Spiel um zwei Halbzeiten zu 15 Minuten verlängert. In letzter Instanz entscheidet das Elfmeterschießen.

Endspiel

Das Endspiel findet auf einem neutralen Platz statt, den die UEFA vor Wettbewerbsbeginn festlegt. Im Finale gibt es kein Rückspiel; es wird ggf. ebenso durch Verlängerung und Elfmeterschießen beendet.

Hintergrund

Die Strafen

Nach drei Gelben Karten ist ein Spieler automatisch für die nächste Partie gesperrt, anschließend nach jeder weiteren zweiten (die fünfte, die siebte usw.). Ein Platzverweis hat eine Sperre von mindestens einem Spiel zur Folge, der Kontroll- und Disziplinarausschuss kann eine Verschärfung der Strafe beschließen. Diese Regeln gelten wettbewerbsübergreifend, also auch beim Wechsel von Champions League zu UEFA-Cup.

Die Finanzen

Die Prämien wurden gegenüber dem Vorjahr nicht geändert: Für das Erreichen der Vorrunde bekam jeder der 32 Vereine 3.576.050 Euro. Zusätzlich gibt es in jedem Gruppenspiel folgende Prämien: 325.095,44 Euro für einen Sieg und 162.477,25 für ein Unentschieden. Für den Einzug ins Achtelfinale erhalten die Teams zusätzlich je 1.625.477,25 Euro, die acht Viertelfinalisten kassieren jeweils weitere 1.950.572,62 und die vier Halbfinalisten je 2.600.763,50. Der unterlegene Finalist erhält 3.901.145,25 Euro, der Titelgewinner 6.501.909 Euro.

Sollte eine Mannschaft alle Spiele gewinnen, fließen also insgesamt 18.205.345 Euro an Prämien auf das Vereinskonto

Das Label

Die Vermarktung des Labels Champions-League und insbesondere der Fernseh- und Werberechte durch die Firma "T.E.A.M. Television Event And Media Marketing AG", Luzern ist eine Erfolgsgeschichte des Marketings. Das Marketingkonzept der Championsleague hat neue Industriestandards definiert und wurde zu einer wichtigen Einnahmequelle der Top-Fussballclubs in Europa.

Alle Endspiele

Saison Stadion Sieger Gegner Ergebnis
2006/07 Olympiastadion, Athen      
2005/06 Stade de France, Paris      
2004/05 Atatürk Olympiastadion, Istanbul FC Liverpool AC Mailand 3:3 n.V., 6:5 n.E.
2003/04 Arena AufSchalke, Gelsenkirchen FC Porto AS Monaco 3:0
2002/03 Old Trafford, Manchester AC Mailand Juventus Turin 0:0 n.V., 3:2 n.E.
2001/02 Hampden Park, Glasgow Real Madrid Bayer 04 Leverkusen 2:1
2000/01 Giuseppe-Meazza-Stadion, Mailand Bayern München FC Valencia 1:1 n.V., 5:4 n.E.
1999/00 Stade de France, Paris Real Madrid FC Valencia 3:0
1998/99 Camp Nou, Barcelona Manchester United Bayern München 2:1
1997/98 Amsterdam ArenA, Amsterdam Real Madrid Juventus Turin 1:0
1996/97 Olympiastadion, München Borussia Dortmund Juventus Turin 3:1
1995/96 Olympiastadion, Rom Juventus Turin Ajax Amsterdam 1:1 n.V., 4:2 n.E.
1994/95 Ernst-Happel-Stadion, Wien Ajax Amsterdam AC Mailand 1:0
1993/94 Olympiastadion, Athen AC Mailand FC Barcelona 4:0
1992/93 Olympiastadion, München Olympique Marseille AC Mailand 1:0
1991/92 Wembley-Stadion, London FC Barcelona Sampdoria Genua 1:0 n.V.
1990/91 San-Nicola-Stadion, Bari Roter Stern Belgrad Olympique Marseille 0:0 n.V., 5:3 i.E.
1989/90 Praterstadion, Wien AC Mailand Benfica Lissabon 1:0
1988/89 Camp Nou, Barcelona AC Mailand Steaua Bukarest 4:0
1987/88 Neckarstadion, Stuttgart PSV Eindhoven Benfica Lissabon 0:0 n.V., 6:5 i.E.
1986/87 Praterstadion, Wien FC Porto FC Bayern München 2:1
1985/86 Sánchez-Pizjuán-Stadion, Sevilla Steaua Bukarest FC Barcelona 0:0 n.V., 2:0 i.E.
1984/85 Heysel-Stadion, Brüssel Juventus Turin FC Liverpool 1:0
1983/84 Olympiastadion, Rom FC Liverpool AS Rom 1:1 n.V., 4:2 i.E.
1982/83 Spiros-Louis-Stadion, Athen Hamburger SV Juventus Turin 1:0
1981/82 De Kuip, Rotterdam Aston Villa FC Bayern München 1:0
1980/81 Prinzenparkstadion, Paris FC Liverpool Real Madrid 1:0
1979/80 Santiago-Bernabéu-Stadion, Madrid Nottingham Forest Hamburger SV 1:0
1978/79 Olympiastadion, München Nottingham Forest Malmö FF 1:0
1977/78 Wembley-Stadion, London FC Liverpool FC Brügge 1:0
1976/77 Olympiastadion, Rom FC Liverpool Bor. M'gladbach 3:1
1975/76 Hampden Park, Glasgow FC Bayern München AS St. Etienne 1:0
1974/75 Prinzenparkstadion, Paris FC Bayern München Leeds United 2:0
1973/74 Heysel-Stadion, Brüssel FC Bayern München Atlético Madrid 1:1 n.V., 4:0
1972/73 Crvena-Zvezda-Stadion, Belgrad Ajax Amsterdam Juventus Turin 1:0
1971/72 De Kuip, Rotterdam Ajax Amsterdam Inter Mailand 2:0
1970/71 Wembley-Stadion, London Ajax Amsterdam Panathinaikos Athen 2:0
1969/70 Giuseppe-Meazza-Stadion, Mailand Feyenoord Rotterdam Celtic Glasgow 2:1 n.V.
1968/69 Santiago-Bernabéu-Stadion, Madrid AC Mailand Ajax Amsterdam 4:1
1967/68 Wembley-Stadion, London Manchester United Benfica Lissabon 4:1 n.V.
1966/67 Nationalstadion, Lissabon Celtic Glasgow Inter Mailand 2:1
1965/66 Heysel-Stadion, Brüssel Real Madrid FK Partizan Belgrad 2:1
1964/65 Giuseppe-Meazza-Stadion, Mailand Inter Mailand Benfica Lissabon 1:0
1963/64 Praterstadion, Wien Inter Mailand Real Madrid 3:1
1962/63 Wembley-Stadion, London AC Mailand Benfica Lissabon 2:1
1961/62 Olympiastadion, Amsterdam Benfica Lissabon Real Madrid 5:3
1960/61 Wankdorfstadion, Bern Benfica Lissabon FC Barcelona 3:2
1959/60 Hampden Park, Glasgow Real Madrid Eintracht Frankfurt 7:3
1958/59 Neckarstadion, Stuttgart Real Madrid Stade Reims 2:0
1957/58 Heysel-Stadion, Brüssel Real Madrid AC Mailand 3:2 n.V.
1956/57 Santiago-Bernabéu-Stadion, Madrid Real Madrid AC Florenz 2:0
1955/56 Prinzenparkstadion, Paris Real Madrid Stade Reims 4:3
n.V. = nach Verlängerung; n.E. = nach Elfmeterschießen

Stars der Endspiele

Siehe auch: Liste der Europapokalsieger

Weblinks



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