U-Boot-Krieg
Anfänge
Während des amerikanischen Bürgerkrieges wurden 1864 mehrere handgetriebene U-Boote gebaut. Am 17. Februar 1864 versenkte die C.S.S. H. L. Hunley das Kriegsschiff U.S.S Housatonic der Nordstaaten (5 Tote) und gilt somit als erstes U-Boot der Welt, welches ein anderes Schiff zerstört hat. Bei der Rückfahrt zum Ufer ging das U-Boot samt Besatzung verloren (8 Tote).Erster Weltkrieg
Zu Beginn des Krieges gab es keine Einsatzdoktrin für U-Boote. Beide Seiten setzten sie für Patrouillenfahrten im feindlich kontrollierten Seegebiet ein. Die Versenkung der britischen Panzerkreuzer "Aboukir", "Cressy" und "Hogue" durch U 9 (Weddigen) zeigte die nicht für möglich gehaltene Schlagkraft der U-Boote auf. Der Handelskrieg wurde als Gegenmaßnahme zur britischen Seeblockade streng nach Prisenordnung geführt. Darüber hinaus legten die deutschen U-Boote tausende von Minen. Im Kanal waren die kleinen U-Boote dermaßen erfolgreich, dass die Royal Navy starke Kräfte einsetzen mußte, darunter Monitore, um die U-Boot-Basen an der belgischen Küste zu beschießen. Trotz zahlreicher Angriffsunternehmen gelang es bis Kriegsende nicht, die Stützpunkte zu blockieren.
Die größten Erfolge bei minimalen Verlusten erzielten deutsche U-Boote im Mittelmeer, sowohl gegen Kriegs- als auch gegen Handelsschiffe. Obwohl nach Prisenordnung vorgegangen wurde, waren die Versenkungserfolge größer als im 2. Weltkrieg, bezogen auf die Zahl der eingesetzten U-Boote. Die erfolgreichsten Kommandanten (von Arnauld de la Periere, Forstmann, Valentiner, Steinbrinck) versenkten erheblich mehr Tonnage als ihre Nachfolger bei der Kriegsmarine.
Obwohl Großbritannien größte Anstrengungen unternahm, um die U-Boote zu bekämpfen, wobei auch vor völkerrechtswidrigen Mitteln wie dem Einsatz sog. U-Boot-Fallen (d. h. Handelsschiffe mit versteckt aufgestellter Bewaffnung, die oft unter neutraler Flagge fuhren), nicht zurückgeschreckt wurde, stiegen die Schiffsverluste an. Erst die Einführung des Konvoi-Systems 1918 führte dazu, daß die einzeln operierenden U-Boote gegen die von zahlreichen Geleitschiffen eskortierten Handelsschiffe nur noch im Unterwasserangriff erfolgreich waren. Dieser blieb wegen der zu geringen Unterwassergeschwindigkeit der U-Boote dem Zufall überlassen. Da die US-Werften zudem Handelsschiffe in Serie bauten, konnten trotz der großen Verluste immer ausreichend Schiffsraum für die Versorgung Großbritanniens bereitgestellt werden.
1916 bis 1919 - Scapa Flow
Im ersten Weltkrieg schlugen die Versuche von U-18 und U-116 fehl, nach Scapa Flow zu gelangen, die Boote gingen verloren. Nach dem Waffenstillstand 1918 wurden die Schiffe der deutschen Hochseeflotte in Scapa Flow interniert. Dort gab Konteradmiral Ludwig von Reuter im Juli 1919 den Befehl zur Selbstversenkung der Flotte.
Die Engländer hatten die Bucht von Scapa Flow, die insgesamt sieben Einfahrten besitzt (zwei nach Westen, zwei nach Süden und drei nach Osten, wenn man die Trennungen durch Inseln mitrechnet) zum Hauptstützpunkt der Marine gewählt, weil man von dort sowohl schnell in die Nordsee als auch in den Atlantik gelangen konnte. Ohne weitere Verzögerungen konnten die Engländer schon zu früheren Kriegen in kürzester Zeit zu jedem erdenklichen Gegner vorstoßen: Sei es die Deutsche Bucht, die norwegische Küste, die Ostsee, die holländischen oder französischen Territorien, oder die Weiten des Atlantiks das Angriffsziel; Scapa Flow war geographisch zentral und abgelegen zugleich.
1916 gingen in Scapa Flow zwei deutsche U-Boote, mitsamt ihren Kommandanten Kapitänleutnant von Henning und Oberleutnant z.S. Emsmann, bei dem Versuch in die Bucht einzudringen verloren. Sie wurden von englischen Minen erfasst.
Nach der Kapitulation aller deutschen Streitkräfte im Jahr 1918, lag im Sommer 1919 die gesamte Flotte der kaiserlich-deutschen Marine im hohen Norden der Orkney-Inseln vor Anker. Von Scapa jedoch sollten die deutschen Schiffe auf neutrale Häfen verteilt oder in die Royal Navy eingegliedert werden. Die Besatzungen der Schiffe ahnten dies aber und so wurden auf Befehl des Admirals Ludwig von Reuter die Schiffe geflutet. An diesem 21. Juni 1919 starben 10 Menschen im Kugelfeuer der britischen Wachen, 16 wurden verletzt. Anschließend wurden die Besatzungen der Schiffe in den deutschen Zeitungen als Helden gefeiert. Leichte Kreuzer, Hilfs- und Schlachtkreuzer, insgesamt 20, sanken auf den Grund.
Untergang der Lusitania
Geschichte der RMS Lusitania.
Großbritannien und der 'U-Boot-Krieg' 1919-39
Entstehung und Neubau der U-Bootwaffe 1935 bis 1939 im 3. Reich
Zweiter Weltkrieg
Der Kriegsbeginn und die Prisenordnung
Von U47 und Scapa Flow
Im Zweiten Weltkrieg gelang es U-47 mit Kapitänleutnant Günther Prien am 14. Oktober 1939, in die Bucht einzudringen und das Kriegsschiff HMS Royal Oak mit 1400 Mann Besatzung zu versenken. Prien und Scapa Flow wurden danach durch die nationalsozialistische Propaganda berühmt gemacht. Der weitere Zugang zur Bucht wurde daraufhin durch eine Reihe künstlicher Barrieren unmöglich gemacht.
Als sich im Jahre 1939, kurz nach Kriegsausbruch, Kommodore Karl Dönitz mit dem Haupstützpunkt der gigantischen englischen Überwasserflotte, Scapa Flow, beschäftigte, verbanden auch ihn schmerzliche Erinnerungen an diesen Ort.
Im September 1939 plante Karl Dönitz, zu diesem Zeitpunkt noch Führer der U-Boote (FdU), einen schweren Schlag gegen den Stützpunkt, um der Marineführung endgültig die Gefährlichkeit und Bedeutung seiner U-Boote für den Verlauf des Krieges klarzumachen. In seinen Memoiren legte er offen: "Seit Kriegsbeginn trug ich mich immer wieder mit dem Gedanken, eine U-Boot-Operation gegen Scapa Flow anzusetzen." Weiter urteilte er: "Eine solche Operation schien das kühnste aller kühnen Eindringunternehmen zu sein." Er rechnete damit, dass die Marineführung, allen voran Großadmiral Erich Raeder, der selben Ansicht war und durch ein erfolgreiches Unternehmen von der Schlagkraft der deutschen U-Bootwaffe überzeugt werden würde.
Doch stand ein U-Boot hier vielmehr vor verbarrikadierten als nur vor verschlossenen Türen. U-Sperren wie Netze, unter Wasser befestigte Balken sowie Sperrschiffe und Minen sollten das Eindringen eines ungewünschten Gastes unmöglich machen. Außerdem machte des Schiffes eigenes Element, das Wasser, ein unvorsichtiges Boot in Sekunden am nächsten Felsenriff zunichte. Die so genannten Gezeitenströme, die an diesem Punkt der Erde fast ständig einsetzen, wurden bis zu 10 Knoten schnell. Ein unter Wasser nur 7,6 Knoten schnelles U-Boot hatte zum Beispiel im Kirk Sund keine Chance.
Am 11.09. erhielt Karl Dönitz von Luftaufklärern der Luftflotte 2 geschossene Fotos. Große Teile der schweren und leichten britischen Kampfschiffflotte lagen zu Reparatur, Wartung und Erholung der Besatzung in der Bucht. Als er am 26. erneut Fotos erhielt, war die Entscheidung gefallen. U16 unter Kapitänleutnant Wellner, das zu diesem Zeitpunkt in den Orkney operierte, berichtete über die Verhältnisse von militärischen und natürlichen Sperren, und kam zu dem Schluss, dass bei einer zufällig geöffneten Einfahrt ein Eindringen durchaus möglich sei.
Dönitz notierte: "Ich entschloss mich zum Angriff auf Scapa Flow." Auf den Fotos erkannte er, dass eine der vier Nordseeeinfahrten gegen ein U-Boot nicht ausreichend gesichert war. Hier waren lediglich zwei alte Dampfer versenkt. Nördlich wie südlich war eine Lücke von etwa fünf bis sieben Metern Breite. Nur ein U-Boot konnte noch mit wenigen Metern Platz hindurchschlüpfen. Weiter legte er nieder: "Meine Wahl fiel auf Kapitänleutnant Prien, Kommandant von U47. Er hatte die nach meiner Ansicht die für die Unternehmung erforderlichen soldatischen Eigenschaften und seemännischen Fähigkeiten. Ich gab ihm die Unterlagen für den Plan und stellte ihm frei, den Auftrag anzunehmen oder abzulehnen. Wörtlich sagte Dönitz: "Ich will jetzt keine Antwort von Ihnen. Überlegen sie sich die Sache in Ruhe. Wenn Sie zu der Überzeugung kommen, dass sich die Unternehmung nicht durchführen lässt, melden sie es mir. Es fällt dann absolut kein Makel auf Sie, Prien, Sie bleiben für immer der Alte." Später schrieb er: "Seine Entscheidung wollte ich nicht vor Ablauf von 48 Stunden haben."
Prien war ein junger Handelsschifffahrtskapitän aus Leipzig gewesen, bevor er zur Kriegsmarine kam. Geboren am 16. Januar 1908 in Osterfeld (Thüringen) erwarb er bereits mit 15 Jahren das Kapitänspatent für die große Fahrt. 1933 meldete er sich zur Kriegsmarine, '35 kam er, wie Dönitz, zur "Wiedereröffnung" der deutschen U-Bootwaffe und bekam 1938 sein eigenes Boot. Sein U-Boot, U47, war wie fast alle im Bau befindlichen deutschen U-Boote dieser Jahre eines vom Typ VII. Bereits am 2.Oktober, nur einen Tag nach dem Angebot, meldete er sich an der Dienststelle des FdU zurück und erklärte, er wäre bereit, den Auftrag auszuführen. So suchten sich Prien und Dönitz die Nacht vom 13. auf den 14. Oktober aus. Denn da war nicht nur Neumond, wie sie sich dachten, sondern dann wäre auch für einige Momente jene Zeit zwischen Ebbe und Flut, das so genannte Stauwasser, in der die Gezeitenströme nachlassen. Daraufhin machte U47 am 8.Oktober in Kiel die Leinen los und steuerte durch die Nordsee. Prien berichtete: "Am 8.Oktober um 10 Uhr morgens laufen wir aus. Dann schaukeln wir langsam hinaus. Kurs Nordnordwest, Kurs Scapa Flow." Das Boot durchquerte den Nord-Ostseekanal und stieß durch die Elbmündung in die Nordsee vor. Erst am 12. informiert Prien die Besatzung: "Wir laufen morgen nach Scapa Flow ein." Am Abend des 13. Oktober schrieb Günther Prien in sein Kriegstagebuch (KTB): "Die Moral der Besatzung ist hervorragend... Unbewegliches Wasser, in dem der brennende Himmel (wegen der Röte des Sonnenuntergangs, F.W.) sich spiegelt.
U-Boot Bilanz des 2. Weltkriegs
- Deutsche U-Boote: 1171
- Davon im Einsatz: 863
- Sie vernichteten an Handelsschiffen: 2882 mit insgesamt 14.333.082 BRT
- Gesunkene größere Kriegsschiffe:
- 5 Flugzeugträger (darunter 2 Geleitträger)
- 2 Schlachtschiffe
- 6 Kreuzer
- 34 Zerstörer u. a. m.
- Dabei fanden den Tod an alliierten Seeleuten: rd. 45.000
- deutsche U-Boot-Verluste:
- im Einsatz: 660
- durch Bombenangriffe in Heimatgebieten: 123
- Auf deutschen U-Booten fuhren: rd. 41.300 Mann
- Davon ließen ihr Leben: 28.728
Die Schlacht um Norwegen
- April bis Juni 1940
Die Schlacht im Atlantik
- Erste Phase: Juni 1940 bis Dezember 1940
- Zweite Phase: Januar 1941 bis 1942
Am 13. Dezember 1942 gelang englischen Mathematikern unter Leitung von Alan Turing der Durchbruch in der Enschlüsselung des geheimen Codes der deutschen Marine. Das Brechen des Enigma-Verfahrens sollte eine entscheidende Rolle im weiteren Verlauf des U-Boot Krieges spielen. Abgefangene Positionsmeldungen und Einsatzbefehle ermöglichten der britischen Admiralität mit der Zeit ein sehr effektives Vorgehen gegen die deutschen U-Boote. Es kam daher zu einem verlustreichen Ringen, in dem die deutschen U-Boote zunächst noch Erfolge verbuchen konnten.
(Der Einbruch in den Marine-Code spielte bei der Bekämpfung der U-Boote praktisch keine Rolle, da es zuerst tagelang dauerte, die deutschen Funksprüche zu entschlüsseln. Als man nach und nach einen Überblick über die Aufstellung der U-Boote gewann, wurden die Geleitzüge einfach um diese Standorte herumdirigiert. Entscheidend für die stark ansteigenden U-Boot-Verluste war das 1943 zum Einsatz gekommene Kurzwellenpeilgerät - Huff Duff genannt; dieses ermöglichte erstmals das Einpeilen funkender U-Boote von einem einzelnen Schiff aus. Die Hunter-Killer-Groups steuerten dann umgehend das gepeilte Boote an und führten stundenlange Jagden durch, die oft mit der Vernichtung des U-Bootes und seiner Besatzung endeten. Verheerend für die U-Boote war auch der Einsatz von Geleitflugzeugträgern, die in Amerika in Serie gebaut wurden und ab Mitte 1943 in wachsender Zahl im Atlantik eingesetzt wurden. Die pausenlos patrouillierenden Flugzeuge ließen den U-Booten kaum noch Möglichkeiten, aufgetaucht zu fahren. Nachts wurden die Boote von Langstreckenbombern mittels Radar geortet und mit starken Scheinwerfern - Leigh-Light - angeleuchtet und angegriffen. Die Verstärkung der U-Boot-Flak war wirkungslos, da die Flugzeuge in Gruppen angriffen; zudem verlängerte sich die Untertauchzeit, da das zahlreiche Bedienungspersonal erst in das Boot gelangen mußte.
- Dritte Phase: Januar 1942 bis November 1942
Siehe auch (engl.) über die Operation Paukenschlag.
Die kürzer reichenden Typ-VII-Boote operierten zur gleichen Zeit im Nordatlantik in Rudeln und konnten so den Druck auf die Konvois aufrecht erhalten. Es kam im Laufe des Jahres zu mehreren großen Geleitzugschlachten. Im Herbst 1942 steigerten sich die Erfolge der U-Boote noch weiter, da die Geleitkräfte für die Sicherung der Operation Torch in Nordafrika benötigt wurden. Die Zahl der U-Boote war außerdem weiter gestiegen, sie betrug Ende 1942 etwa 210 Stück. Insgesamt wurden 1942 über 8 Millionen BRT Schiffsraum versenkt, womit dieses Jahr das erfolgreichste im Tonnagekrieg der U-Boote war.
- Vierte Phase: Februar bis Mai 1943
- Fünfte Phase: Juni 1943 bis Mai 1945
Gefechte im Atlantik
- Die Affäre von Dakar, 23. bis 25. September 1940
Die U-Boote im Mittelmeer
Gegen die Meinung von Dönitz setzte die Marineführung durch, daß auf Hitlers Wunsch U-Boote aus dem erfolgreich laufenden Tonnagekrieg im Atlantik 1941 ins Mittelmeer verlegt wurden. Hintergrund war der katastrophale Verlauf des italienischen Einzelgangs gegen Griechenland, der dazu führte, daß britische Truppen nach Griechenland verlegt wurden. Obwohl Italien erheblich mehr U-Boote als Deutschland besaß, war die Regia Marina nicht in der Lage, den Briten die Seeherrschaft im Mittelmeer streitig zu machen. Im Mittelmeer gab es kaum Ziele für die deutschen U-Boote, abgesehen von den wenigen Konvois zur Versorgung Maltas; die deutsche Führung dachte einfach nicht marinestrategisch, sie war auf Landkriegsführung fixiert und das im Kampf gegen Großbritannien. Abgesehen von einigen Kriegsschiffen, darunter der Flugzeugträger HMS Ark Royal (91) und das Schlachtschiff HMS Barham, stand die Versenkung von Handelsschiffsraum in keinem Verhältnis zur Zahl der eingesetzten U-Boote. Mitte 1943 sind nach der Kapitulation der 5. Panzerarmee in Tunis die deutschen U-Boote in den Atlantik zurückgekehrt.
Im Gegensatz hierzu operierten die wenigen britischen U-Boote von Malta aus erfolgreich gegen die italienischen Schiffe, die Nachschub nach Libyen transportieren sollten. Trotz aller Bemühungen gelang es den Italienern nicht, ihre Schiffe erfolgreich durchzubringen, 80 Prozent der Nachschubgüter für die deutsch-italienische Afrika-Armee versanken in den Fluten. Nach dem Krieg bestätigte sich der Verdacht, den der deutsche Nachrichtendienst angesichts der Tatsache, daß die britischen U-Boote praktisch immer an der richtigen Position lauerten, ausgesprochen hatte: Ein hoher Offizier in der Regia Marina = italienische Marineführung lieferte den Briten die entsprechenden Informationen über abgehende Versorgungsschiffe.
Die Schlacht im Pazifik
Die Geleitzüge im Nordmeer
Die sowjetischen U-Boote im Schwarzen Meer
Kalter Krieg und Nachkriegszeit
- U-Boot-Einsatz im indisch-pakistanischen Krieg 1965-71
- U-Boote im Falklandkrieg 1982
- U-Boote im 2. und 3. Golfkrieg