Synkretismus
Synkretismus ist eine Erscheinungsform der Religion, die auf einen Absolutheitsanspruch verzichtet. Sie nimmt vielmehr die Aspekte unterschiedlicher Religionen bewusst auf und formt sie zu einem eigenen System.
Der Buddhismus z.B. ist offen für andere Lehren. Insbesondere in Japan und China ist es üblich, nicht einer Religion "anzugehören", sondern verschiedene Religionen und Lehren (Buddhismus, Taoismus, Konfuzianismus, Shintō) nach eigenem Gutdünken zu mischen (siehe auch: Japanische Götter, Drei Lehren). Auch deren Heiligtümer werden abwechselnd verehrt. Bei frisch missionierten Völkern erlaubte auch das Christentum die Weiterbenutzung heidnischer Kulte, die lediglich uminterpretiert wurden.
Erkenntnisse der heutigen Wissenschaften sehen einen gewissen Synkretismus als natürlich und selbstverständlich an, da dies die natürliche Folge des Umgangs mit Fremdheit oder Neuem ist. So z.B. in einer multikulturellen Gesellschaft. Aber sogar innheralb einer Konfession treten praktisch Widersprüche und Ansichts-Strömungen auf. Die Natürlichkeit des Vorgangs widerspricht jedoch dogmatischen Vorstellungen, die im Laufe der Zeit in Religionsorganisation (z.B. Kirchen) wachsen und einer Beliebigkeit entgegenwirken sollen.
Synkretistische Vorstellungen haben auch in Europa immer wieder Einzug in Volksreligion und Volksfrömmigkeit gehalten. Teilweise haben sie zu einer Korrektur der offiziellen Linie geführt.
In neuerer Zeit werden mit dem Begriff insbesondere sich neu bildende Mischreligionen wie Voodoo bezeichnet (und z.B. von der christlichen Kirche als Sekte eingeordnet).