Stari Most
Die Stari Most (deutsch: Alte Brücke) ist das namensgebende Wahrzeichen der Stadt Mostar in Bosnien-Herzegowina. Sie überspannt die Neretva und verbindet den mehr muslimisch geprägten Ostteil mit dem stärker kroatisch geprägten Westteil der Stadt. Sie wurde 1566 bis 1567 vom osmanischen Architekten Mimar Hajrudin als Einbogenbrücke erbaut. Mit ihren 27 m Länge und 19 m Höhe (im Scheitelpunkt über der Neretva) war sie zu jener Zeit ein Meisterwerk der Ingenieurbaukunst. Die Brücke überspannt die Distanz ohne zusätzliche Pfeiler. Die Steinblöcke der Brücke sind so mit Klammern und Zapfen aus Metall verbunden, dass diese von außen nicht sichtbar sind.
Bis zur Gegenwart blieb sie die längste Steinbogenbrücke der Welt mit nur einem Bogen. Auch deshalb soll das Bauwerk von der UNESCO als Weltkulturerbe eingestuft werden. Sie galt seit Jahrhunderten als die symbolische Brücke zwischen Ost und West, nicht nur zwischen der Welt des Christentums und der islamischenen Welt, sondern auch zwischen den katholischenen Kroaten und orthodoxenen Serben – die in den kriegerischen Auseinandersetzungen 1993 vertriebene serbische Bevölkerung ist jedoch heute aus der Stadt Mostar praktisch verschwunden. Im Laufe des Krieges in Bosnien-Herzegowina wurde dann aber die Brücke am 9. November 1993 nach mehrstündigem Beschuss, den mehrere Kamaras dokumentierten, gezielt zerstört.
Bereits im Jahre 1995 begann der originalgetreue Wiederaufbau der Stari Most mit Unterstützung durch die UNESCO und die Weltbank. Dieser kostete etwa 15 Millionen Euro. Dabei wurden, soweit noch vorhanden und nutzbar, die alten Steine wiederverwendet und fehlende aus dem gleichen Steinbruch wie 1566 ersetzt. Insgesamt wurden 1088 Steinquader verbaut. Die offizielle Wiedereröffnung der Brücke fand unter Anwesenheit von Vertretern aus 60 Staaten am 23. Juli 2004 statt.
Geschichtliches
- Bevor die eigentliche Stari Most unter Leitung des Architekten Hajrudin erbaut wurde, probierte er das völlig neue Konzept des Brückenbaus in kleinerem Maßstab aus. Dazu wurde in der Nähe des eigentlichen Standortes eine baugleiche Miniatur gefertigt, die heute noch existiert. Dieser Test war nötig, da Hajrudin alten Legenden zufolge bei einem Einsturz der Kopf abgeschlagen worden wäre.
- Nach dem Krieg in Bosnien-Herzegowina wurde zunächst eine Behelfsbrücke errichtet. Diese Behelfsbrücke war eine Drahtseilhängekonstruktion. Sie blieb bis zum eigentlichen Beginn des Wiederaufbaus bestehen.
Weblinks
- Homepage der Stadt Mostar zur Wiedereröffnung der Brücke (englisch)
- umfassende Linksammlung der am Wiederaufbau beteiligten Organisationen und Firmen (englisch)
- Bilder der Brücke mit Live-Cam