Sortiment
Das
Sortiment ist ein Begriff aus der Wirtschaft. Das Sortiment eines Handelsgeschäftes besteht aus allen Produkten, die es verkauft. Das Sortiment kann hierarchisch immer weiter unterteilt werden in:
Der Begriff der Sorte wird allein im
Handel verwendet, nicht in der Konsumgüterindustrie. Während der Artikel die kleinste Verkaufseinheit bezeichnet (z.B. ein bestimmtes Modell einer Kaffeetasse), wird mit der Sorte der Artikel noch anhand einer bestimmten Eigenschaft des Artikels unterschieden (z.B. blaue, rote, gelbe Kaffeetassen eines bestimmten Modells).
Sortimentstiefe und Sortimentsbreite
Sortimentstiefe
Wie tief ein Sortiment ist, hängt proportional davon ab wieviele Varianten von einem Artikel angeboten werden. Bei einem Supermarkt kann von einem tiefen Sortiment gesprochen werden, da es von den Artikeln viele verschiedene Ausführungen gibt. Z.B. Milch mit verschieden Fettgehalten, in verschiedenen Größen usw.
Sortimentsbreite
Wie breit ein Sortiment ist, hängt proportional davon ab wieviele verschiedene Warengruppen (grundsätzlich verschiedene Produkte) geführt werden. Bei einem Tante-Emma-Laden kann von einem sehr breiten Sortiment gesprochen werden, denn dort gibt es z.B. Lebensmittel, Rauchwaren, Postwaren, Drogerieartikel. Dafür ist das Sortiment bei einem Tante-Emma-Laden nicht sehr tief, denn man bekommt nur eine sehr geringe oder gar keine Auswahl von dem einzelnen Artikel. Z.B. Nur normales Shampoo und nicht zusätzlich noch das Angebot von Pfirsich-, Glanz- oder Antischuppenshampoo.
Kernsortiment, Grundsortiment, Randsortiment (Sortimentsmengen)
Kernsortiment
Das Kernsortiment beinhaltet das eigentliche Sortiment z.B. Sanitärprodukte (Badwannen, Duschen, Klos) beim Sanitärhändler.
Grundsortiment
Ist das Sortiment mit dem der größte Teil des Umsatz gemacht wird. Kernsortiment und Grundsortiment können identisch sein, weichen bei einigen Unternehmen aber voneinander ab. Dies wäre der Fall wenn der Sanitärhandel Leuchten ins Sortiment aufnimmt, die einen höheren Umsatz machen als die ursprünglichen Sanitärprodukte.
Randsortiment
Alle Artikel dessen Anteil am Umsatz gering ist. Die Artikel des Randsortiment werden geführt um den Kunden einen Service zu bieten (Abgrenzung gegenüber dem Wettbewerbern) oder um einen zusätzlichen Gewinn zu erwirtschaften.
Gestaltungsprinzipien
Ansatzpunkte zur Bildung von Sortimentseinheiten bieten folgende Gestaltungsprinzipien:
- Herkunftsorientierung (Material-/Stofforientierung sowie Lieferantenorientierung),
- Preislagenorientierung,
- Orientierung an der Selbstverkäuflichkeit der Waren,
- Orientierung an betriebsbezogenen Aufbaugesichtspunkten,
- Orientierung am konsumentengerichteten Verhalten von Herstellern (vorverkaufte Markenartikel, Markterschließung und -erhaltung),
- Orientierung an Wettbewerbern (Abhebung, Anpassung oder Wettbewerbsmeidung durch gegenseitige Abstimmung),
- Bedarfsorientierung (Bedarfsarten/-bereiche, Erlebnisbereiche/Verwendungsanlässe, Bedarfsträger bzw. Zielgruppen).
Gestaltungsmaßnahmen
Die Sortimentspolitik des Handels lässt durch folgende strategische Sortimentsmodifikationsmaßnahmen charakterisieren:
- Konstanz des Sortiments (auf Warengruppenebene): Diese Alternative stellt keine aktive Marktanpassung an geändertes Konsumentenverhalten bzw. eine Marktbeeinflussung dar und ist deshalb nur eingeschränkt anzuwenden.
- Sortimentskontraktion: Diese stellt eine Elimination von Waren- oder Artikelgruppen dar, wobei dann von einer echten Sortimentskontraktion gesprochen werden kann, wenn die Elimination nicht durch entsprechende Expansionen in anderen Warengruppen kompensiert wird:
Elimination von Warengruppen
Beschränkung von Warengruppen
- Sortimentsexpansion: Eine Sortimentsexpansion stellt eine Ausweitung des Sortiments um Waren- oder Artikelgruppen dar.
Sortimentsdifferenzierung: in Anlehnung an den industriellen Bereich kann unter einer Sortimentsdifferenzierung eine Ergänzung und/oder Komplettierung bisher angebotener Warengruppen um ergänzende Artikelgruppen oder Dienstleistungen mit dem Ziel der Schaffung alternativer Kaufmöglichkeiten bezeichnet werden. Darüber hinaus kann zwischen sachlicher und zeitlicher Sortimentsdifferenzierung unterschieden werden.
Sortimentsdiversifikation: Sie stellt eine Erweiterung des Sortiments um neue, artverwandte Teilbereiche mit dem Ziel der Schaffung additiver Kaufmöglichkeiten dar.
- Sortimentsvariation: Hier wird der Sortimentsumfang nicht verändert, es erfolgt jedoch eine neue Akzentuierung einzelner Warengruppen durch deren Strukturveränderung.
- Sortimentsinnovation: Als Sortimentsinnovation wird die Entwicklung/Zusammenstellung von neuartigen Teilsortimenten und Warengruppen unter Einbeziehung von Dienstleistungen verstanden. Hier sind nach dem Grad der Neuheit zu unterscheiden:
echte Neuheiten:
Marktneuheiten durch Übertragung von Aufbau- und Gestaltungs-prinzipien auf andere Betriebstypen oder Branchen;
bedeutende Verbesserungen durch verbesserte Kundenorientierung,
modische Innovationen,
neue Problemlösungen für neue Zielgruppen.
Steuerung und
Kontrolle des Sortimentes erfolgt insbesondere durch artikelspezifische Erfolgsindikatoren im Rahmen der operativen
Sortimentspolitik, beispielsweise durch
- Absatzkraft als Indikator der Artikelakzeptanz:
= numerische
Distribution
- durchschnittliche Absatzmenge / Geschäft und Monat
- durchschnittlicher Endverbraucherpreis
- Umsatzkraft: multiplikative Verknüpfung der in der eigenen Unternehmung artikelbezogenen Absatzmenge mit dem durchschnittlich geforderten Verkaufspreis
- Handelsspanne als Umsatz abzüglich der Wareneinstandskosten
- Umschlaghäufigkeit: Umsatz / Absatz
- Bruttorentabilitätskraft (Bruttonutzenziffer): Aufschlagspanne in % * Umschlaghäufigkeit
- Nettorentabilitätskraft (Deckungsbeitrag)
- Kompensationskraft: Nettorentabilität * 100/ Nettorentabilität der Warengruppe
- Direkte Produktrentabilität (DPR): Umsatz abzüglich Wareneinstandskosten abzüglich artikelspezifischer Handlingkosten.