Six Sigma
Six Sigma setzt insbesondere auf eine Analyse des Ist-Prozesses, um die für den Prozess wichtigen Parameter, Fehlermöglichkeiten und Prozesskennzahlen zu erkennen und einer objektiven statistischen Analyse zugänglich zu machen. Die Nachvollziehbarkeit bei der Analyse, der Entscheidungsfindung und beim Nachweis des Projekterfolges nimmt bei Six Sigma besonderen Stellenwert ein.
Einige Unternehmen erwarten von ihren Lieferanten Nachweise über Six Sigma-Qualität in den Produktionsprozessen, mit denen bewiesen werden soll, dass der Zulieferer seine Waren qualitativ hochwertig und kostengünstig produziert.
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2 Methoden 3 Geschichte 4 Literatur 5 Weblinks |
Statistische Interpretation
Sigma entspricht der Standardabweichung der Gaußschen Normalverteilung. Aus der Anzahl der Fehler in einem Prozess kann mit Hilfe von Tabellen oder Statistik-Programmen das Sigma-Niveau ermittelt werden. Folgende Liste stellt den Sigma-Niveaus die Anzahl der Fehler je eine Million produzierter Einheiten (oder auch: PPM = parts per million) gegenüber:
σ PPM Ausbeute ------- ------------ --------------- 1 317'320 68,27% 2 45'500 95,45% 3 2'700 99,73% 4 60 99,994% 5 0,57 99,9999% 6 0,002 99,9999998%Six Sigma im statistischen Sinne drückt also aus, dass unter einer Million Fehlermöglichkeiten (nicht Teile) weniger als 0,002 Fehler zu finden sind. Nach Schätzungen liegen die meisten Prozesse in der Industrie gegenwärtig ohne die Six Sigma-Methoden bei ca. 3σ bis 4σ. Eine signifikante Verbesserung in Richtung 5σ oder darüber hinaus wird mit herkömmlichen Prozessverbesserungsmethoden nur für schwer möglich gehalten. Für einige kritische Bereiche ist selbst 6σ noch zu fehleranfällig, z.B. bei Fluggesellschaften oder Elektrizitätsunternehmen.
Methoden
Unterschieden werden zwei Hauptmethoden, von denen es je nach Implementierung im einzelnen Unternehmen mehr oder weniger große Abweichungen gibt:
DMAIC steht für define, measure, analyze, improve und control, also definieren, messen, analysieren, verbessern und kontrollieren. Diese Methode wird für bereits bestehende Prozesse verwendet.
DMADV steht für define, measure, analyze, design und verify, also definieren, messen, analysieren, konzipieren und verifizieren. Diese Methode wird für neue Prozesse verwendet.
Geschichte
Entwickelt wurde Six Sigma Mitte der 80er Jahre in den USA bei Motorola, wobei es aber mittlerweile weltweit von zahlreichen Unternehmen implementiert wird. Nachdem diese Methode anfangs nur in der Produktion eine Anwendung fand, hat sie in den letzten Jahren immer stärkeren Einzug in den Service- und Dienstleistungbereich gefunden. Zudem wird derzeit versucht, Six Sigma auf weitere Bereiche wie z.B. die Distribution oder das Bankwesen anzupassen. Die indische IT-Firma Wipro Inc. ist angeblich das erste nach Six Sigma zertifizierte Unternehmen des Dienstleistungsbereichs.
Literatur
- Kjell Magnusson, Dag Kroslid, Bo Bergman: Six Sigma umsetzen. Hanser Fachbuch 2004 ISBN 3446216332
- Rolf Rehbehn, Zafer Bülent Yurdakul: Mit Six Sigma zu Business Excellence. Strategien, Methoden, Praxisbeispiele. 1. Aufl. Publicis MCD Verlag 2003 ISBN 3895781851
- Armin Töpfer et al.: Six Sigma. 3. Aufl. Springer, Berlin 2004 ISBN 3540218998
- Dag Kroslid, Konrad Faber, Kjell Magnusson: Six Sigma. Hanser Fachbuch 2003 ISBN 3446222944
- Rath & Strong`s: Six Sigma Pocket Guide. TÜV Verlag ISBN 0-9705079-0-9
- W.Achenbach, K.Lieber, J.Moormann: Six Sigma in der Finanzbranche. Bankakademie Verlag GmbH 2005 ISBN 3937519130
- Mikel Harry, Richard Schroeder: Six Sigma. Campus 2000.
- George Eckes: "The Six Sigma Revolution - How General Electric and Others Turned Process Into Profits". John Wiley & Sons © 2000, 274 Seiten.
Weblinks
- http://www.isixsigma.com - Umfangreiches englischsprachiges Portal zu Six Sigma