SCOR-Modell
Das SCOR-Modell basiert auf den fünf wesentlichen Supply-Chain-Management-Prozessen und verknüpft sie mit bekannten Konzepten wie Business Process Reengineering (BPR), Benchmarking und Best-Practice-Analyse. Neben den fünf Managementprozessen unterscheidet das SCOR-Modell vier Detaillierungsstufen, wobei die Letzte nicht im Modell enthalten ist, da sie unternehmensindividuell zu definieren ist.
Die bereits angesprochenen und für das SCOR-Modell relevanten Prozesskategorien sind im Einzelnen:
1. Planung (plan):
- Aggregierte Nachfrage und Angebot sollen in Einklang gebracht werden
- (Vor-)Produkte und Dienstleistungen zur Verfügung stellen
- End-/Zwischenprodukte produzieren, die an Kunden geliefert werden können
- Make-to-stock (Lagerfertigung), Make-to-order (Auftragsfertigung), Engineer-to-order (Projektfertigung)
- Fertigprodukte oder Dienstleistungen an Kunden liefern inkl. Lager-, Auftrags- und Transportmanagement
- Die Rücksendung fehlerhafter Produkte annehmen und die Rücksendung von Rohstoffen (an den Lieferanten) in die Wege leiten
Auf der zweiten Ebene, der so genannten Konfigurationsebene werden diese fünf SCOR-Prozesse drei Prozesstypen zugeordnet. Diese sind im Einzelnen:
1. Planungsprozesse (Planning)
- Prozesse, die einer aggregierten Nachfrage innerhalb eines bestimmten Planungszeitraumes nachkommen sollen.
- Prozesse, die durch einen Planungsprozess ausgelöst werden und den Status eines Produktes verändern.
- Prozesse, die Informationen oder Beziehungen vorbereiten, aufrechterhalten oder verwalten, auf denen die Planungs- und Ausführungsprozesse basieren.
Ebene drei des SCOR-Modells (Gestaltungsebene) beschreibt die einzelnen Hauptprozesse in Form von detaillierten Teilprozessen. Für jede Prozesskategorie werden die einzelnen Prozessschritte, deren Reihenfolge sowie Input- und Outputinformationen getrennt dargestellt.
Ebene vier (Implementierungsebene) ist im Modell nicht enthalten, da sie sich auf die individuelle Einführung des Systems im Unternehmen bezieht. An dieser Stelle gilt es entsprechende Software-Lösungen einzusetzen, die dem jeweiligen Unternehmen angepasst werden müssen.
Um den Erfolg des SCOR-Modells meßbar und somit vergleichbar zu machen, sind verschiedene, hierfür entwickelte Metriken dienlich. Eine wesentliche Meßgröße ist die Cash-to-cash-cycle-time. Diese beschreibt den Zeitraum, wie lange Kapital vom Materialkauf bis zur Bezahlung durch den Kunden gebunden ist.
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