Schweizerische Nordostbahn
Im Jahr 1853 fusionierte die Schweizerische Nordbahn (SNB) mit den Bodensee- und Rheinfallbahnen unter dem Namen Schweizerische Nordostbahn (NOB). Hauptinitiant war der Zürcher Alfred Escher. Sofort bemühte sich die NOB um den direkten Anschluss Zürichs an den Bodensee auf der Höhe von Romanshorn. Damit wurde sie die direkte Rivalin der wirtschaftlich erfolgreichen Vereinigte Schweizerbahnen (VSB) mit Sitz in St.Gallen.
1858 vollendete die Nordostbahn die Strecke von Baden über Brugg nach Aarau, wo ihr Netz mit dem der Schweizerischen Centralbahn (SCB) zusammentraf. Endlich war Zürich mit Basel verbunden. 1870 - 1875 baute die NOB zusammen mit der SCB die Bötzbergbahn mit dem 2'526 Meter langen Bözbergtunnel, sowie bis 1882 die Zufahrtslinie Brugg - Immensee (Aargauische Südbahn) zur Gotthardbahn.
Ehemalige Rivalinnen wurden geschluckt, so die Linie Zürich - Affoltern - Luzern und 1879 die Linie Singen - Zofingen der in Konkurs gegangen Schweizerischen Nationalbahn (SNB). Durch die ruinösen Konkurrenzprojekte zur SNB kam auch die NOB in finanzielle Schwierigkeiten.
Nach Alfred Eschers Tod leitete Adolf Guyer-Zeller die NOB. Arbeitsreglements- und Lohnforderungen der Angestellten konnten erst 1897 mit einem Streik der 5'000 Eisenbahner durchgesetzt werden und der Arbeitskampf ebnete den Weg für die Verstaatlichung der grössten Privatbahnen.
Am 1. Januar 1902 wurde die NOB mit einem Streckennetz von 853 km in der Schweizerische Bundesbahnen (SBB) integriert.