Schwarzerle
| Schwarzerle | ||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Schwarzerle (Alnus glutinosa), A Zweig mit blühenden männlichen Kätzchen, B Zweig mit Laubblättern und unreifen Fruchtständen, C reife Fruchtstände, 4 weiblicher Blütenstand, 5 weibliche Blüten, | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
|
Merkmale
Die Schwarzerle erreicht eine Höhe von bis zu 35 m und einen Stammdurchmesser von 1 m. Ihr Höchstalter beträgt nur 100-120 Jahre. Durch ihre außerordentliche Regenerationsfähigkeit (Stockausschlag) können einzelne Individuen aber auch deutlich älter werden, da auch alte Baumstümpfe lange Zeit austriebsfähig bleiben.
Die Blätter sind langgestielt, die Blattform ist oval mit gesägten Blatträndern. Der Stamm ist von den Wurzelnn bis zur Krone gerade durchlaufend, die Rinde ist dunkelgrau bis schwarz und ist schuppig zerklüftet.
Schwarzerlen blühen sehr früh, im März oder April. Die Blütenstände haben Kätzchenform, in denen sehr einfachgebaute Blüten sitzen. Sie blühen vor dem Austreiben der Laubblätter. Die Bestäubung erfolgt über den Wind (wie bei allen Betulaceae). Die Früchte sitzen in verholzenden Zäpfchen, sie sind reif im September oder Oktober und werden vom Wind verbreitet.
Geschichte
Der Name Schwarzerle beruht auf der alten Verwendung ihrer Rinde zum Schwarzfärben von Leder sowie der Herstellung schwarzer Tinte aus ihren Fruchtzapfen. Mancherorts ist der Baum auch als Roterle bekannt, was sich auf die rötliche Verfärbung des frisch geschlagenen Holzes bezieht.
Vorkommen
In Mitteleuropa wächst die Schwarz-Erle vom Flachland bis zu 1200 m Höhe in den Alpen.
Nordöstlich von Lübbenau im Spreewald (Bundesland Brandenburg) befindet sich der größte Erlenwald Deutschlands. Kleinere Erlenbrüche finden sich direkt vor Berlin, im Naturpark Nuthe-Nieplitz: das Siethener und das Saarmunder Elsbruch.
Nutzung
Erlenholz wird für Kleinmöbel genutzt. Wegen seiner Beständigkeit in Wasser ist es auch sehr gefragt für Holzbauten im Wasser, z. B. in Venedig, dessen Bauten etwa zur Hälfte auf Erlenpfählen ruhen. In der Aquaristik finden auch die Zapfen dank ihrer Gerbstoffe und anderer antibakterieller Wirkstoffe Verwendung.Weblinks
Siehe auch: Naturschutz