Religionsphilosophie
Religionsphilosophie kann im umfassenden Sinn betrieben werden, insofern sie sich mit den religiösen Fragen schlechthin beschäftigt und diese in systematisch-ordnender Weise intellektuell zu bewältigen sucht. Sie kann auch einen speziellen Gegenstandsbereich haben und entfaltet sich dann beispielsweise als jüdische, christliche oder auch islamische Religionsphilosophie. Die sogenannten östlichen Religionen Buddhismus, Hinduismus und Taoismus haben in aller Regel eine sehr umfangreiche Religionsphilosophie, meist deutlich umfangreicher als wir es von den drei erstgenannten mosaischen Religionen kennen. Dabei nimmt Logik gegenüber Glauben eine wesentlich bedeutendere Position ein.
Grundlegend für die religionsphilosophische Thematik sind Fragen wie: Woher kommen Mensch und Welt? Was ist ihr Ziel? Gibt es ein Leben jenseits des Todes? Wie ist das Göttliche zu fassen? Welchen Wahrheitsanspruch erheben Religionen und wie läßt sich ein solcher begründen? Welchen Stellenwert hat religiöse Offenbarung? Welchen Beitrag kann Religion für das gute Leben in dieser Welt leisten? Welche gesellschaftkritischen Implikationen der Religion gibt es?
Bedeutende Religionsphilosophen:
- christlich: Romano Guardini, Eugen Biser
- islamisch: Al-Ghazali, Said Nursi
- atheistisch: Ludwig Feuerbach
- buddhistisch: Nagarjuna
- taoistisch: Laotse
- religionsübergreifend: Frithjof Schuon
Einen sehr wichtigen Neuansatz hat Kurt Hübner vorgelegt: Glaube und Denken, Tübingen 2001.