Red Hat Linux
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/ (RHL) ist eine der populärsten Linux-Distributionen, bestehend aus dem Linux-Kernel und auf Linux zugeschnittene Anwendungssoftware. In den Vereinigten Staaten ist sie Marktführer. Der Hersteller Red Hat Inc. ist im Nasdaq als RHAT gelistet.
| Inhaltsverzeichnis |
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2 Geschichte der Distribution 3 Vermarktung 4 Besonderheiten der Red Hat Linux Distribution 5 Produkte 6 Red Hat-Zertifikate 7 Versionen 8 Weblinks |
Firmengeschichte
Die Firma Red Hat wurde 1993 von Mark Ewing gegründet und schloss sich 1995 mit der Firma ACC des Kanadiers Bob Young zusammen. Young übernahm in der Firma das Amt des CEO, welches dann 1999 auf Matthew J. Szulik überging. Heute ist Red Hat eines der größten und bekanntesten Unternehmen auf dem Gebiet der Open Source-Software. Red Hat hat über 700 Mitarbeiter in 22 Niederlassungen weltweit. Der Stammsitz liegt in Durham (North Carolina) in den USA.Crippleware
Das Unternehmen ist aktiv auf den Gebieten Entwicklung, Einführung und Management von Linux- und Open Source-Lösungen für Netzwerk-Infrastrukturen. Die Produktangebot reicht dabei von Embedded Systems bis zu sicheren Webservern und umfasst zusätzliche Support-, Trainings- und Managementangebote.
Am 11. August 1999 ging Red Hat mit einem Initial Public Offering von sechs Millionen Aktien zum Preis von je 14$ pro Aktie an die Börse NASDAQ. Am 15. November 1999 gab Red Hat bekannt, dass sie den Open Source Entwickler Cygnus Solutions übernehmen würden. Red Hat ist seitdem auch für Cygwin verantwortlich.
2003 beschloss Red Hat, sich zukünftig nur noch auf Firmenkunden, die den größten Teil des Red Hat-Umsatzes generieren, zu konzentrieren. Aus diesem Grund wurde die Weiterentwicklung von Red Hat Linux formell an das Community-Projekt Fedora Core abgegeben. Dabei besteht das Kernteam von Fedora weiterhin aus von Red Hat bezahlten Entwicklern, die Möglichkeit der Beteiligung durch Freiwillige ist aber wesentlich größer und umfangreicher als früher. Auf der Fedora-Codebase basiert seit dem Red Hat's Premium-Produkt für Firmenkunden, Red Hat Enterprise Linux.
Geschichte der Distribution
Die Version 1.0 wurde am 3. November 1994 veröffentlicht und basierte auf Slackware. RHL ist damit nicht ganz so alt wie Slackware selbst, jedoch älter als die meisten anderen Distributionen. Für RHL wurde das Red Hat Package Manager-Paketformat entwickelt, das heute von den meisten kommerziellen Distributionen zur Verteilung von Softwarepaketen verwendet wird. Verschiedene andere Distributionen begannen ihre Geschichte ursprünglich als Zweig von Red Hat Linux, so z.B. das Desktop-orientierte Mandrake Linux (ursprünglich nicht mehr als Red Hat Linux mit KDE), Yellow Dog Linux (eigentlich Red Hat Linux mit PowerPC-Unterstützung) und ASPLinux (Red Hat Linux mit besserer Unterstützung für nicht-lateinische Zeichensätze).
Red Hat Linux wurde traditionell ausschließlich innerhalb von Red Hat entwickelt, das einzige Feedback von Benutzern waren deren Bug-Reports oder (indirekt) Beiträge zu den enthaltenen Opensource-Software-Paketen. Dies änderte sich Ende 2003, als Red Hat seine Endanwender-Aktivitäten und damit Red Hat Linux in das Community-basierte Fedora Core-Projekt einbrachte. Red Hat nutzt seit dem die Codebase des Projektes für neue Red Hat Linux- und Red Hat Enterprise Linux-Versionen. Das Fedora Core Projekt ist dabei ein von Red Hat-Mitarbeitern betreutes offenes Software-Projekt und ähnelt damit dem freien Office-Paket OpenOffice.org, das von Sun Microsystems-Programmierern personell unterstützt wird. So, wie bei Sun die Ideen aus OpenOffice.org in das kommerzielle Produkt Star Office einfließen, kommen Entwicklungen für Fedora dem kommerziellen Produkt Red Hat Enterprise Linux zugute. Seit dem gibt es die Red Hat Enterprise Lösungen für Großkunden und die Fedora Core Distribution für Privatnutzer.
Vermarktung
Red Hat Linux wird hauptsächlich als Server-Betriebssystem vermarktet, es gibt aber auch Lösungen für Desktops und Workstations. Bei Rechenzentrums-Betreibern ist Red Hat Linux beliebt, weil es mit kickstart ein Skripting-Tool enthält, das eine automatisierte Installation auf standardisierter Hardware ermöglicht.
Besonderheiten der Red Hat Linux Distribution
Besondere Werkzeuge
Red Hat Linux wird mit einem grafischen Installer mit dem Namen Anaconda installiert, der auch für Einsteiger leicht bedienbar ist. Für die Konfiguration der integrierten Firewall gibt es das eingebaute Tool Lokkit.
Design
RHL wird mit dem sowohl viel gelobten als auch kritisierten Desktop-Theme Blue Curve ausgeliefert, das ein einheitliches Look & Feel bietet, egal ob man GNOME oder KDE als Desktop verwendet.
Multimedia
Seit Red Hat 8.0 ist man dazu übergegangen, nur noch Software einzubinden, die vollständig frei ist. Aus diesem Grund fehlt zum Beispiel die Fähigkeit, MP3s abzuspielen oder auf NTFS-Partitionen zuzugreifen, da dies patentierte Verfahren beinhaltet. Die inoffizielle Fedora FAQ liefert aber auch eine Anleitung, um die entsprechenden Programme und Plugins selbst zu installieren.
Update-Zyklen
Ende April 2004 hat Red Hat den Support für alle Red Hat Linux Versionen bis Version 9 beendet, um sich vollständig auf den Enterprise Bereich zu konzentrieren. Dort gibt es eine garantierte Lebensdauer von 7 Jahren, in denen immer aktuelle Patches angeboten werden.
Um aber die Lücke bis dahin zu füllen, stellen auf der einen Seite das Community-Projekt Fedora Legacy, auf der anderen Seite Progeny Updates für die alten Red Hat Linux Versionen und auch für Fedora Core Versionen zur Verfügung. Dabei ist Progeny ein kostenpflichtiges Angebot, dass 5 Jahre Support garantiert, Fedora Legacy stellt Pakete so lange zur Verfügung, wie sich Menschen finden, die bereit sind, die notwendige Arbeit zu übernehmen.
Produkte
Zu den Produkten für Geschäftskunden zählen die Server Familie mit dem Red Hat Enterprise Linux (kurz RHEL) mit den Versionen ES (Entry Server) und AS (Advanced Server). Die Desktop Familie enthält den Red Hat Desktop und Red Hat Enterprise Linux WS (Workstation). Für diese Produkte ist Update-Support über das Red Hat Network möglich.
Red Hat-Zertifikate
Die amerikanische Firma Red Hat bietet 3 Zertifizierungen für ihre Distribution an:
- Red Hat Certified Technician (RHCT)
- Red Hat Certified Engineer (RHCE)
- Red Hat Certified Architect (RHCA)
Versionen
| Version | Name | Datum | Sonstiges |
|---|---|---|---|
| 1.0 | Muttertag | 3. November 1994 | $49,95 |
| 1.1 | Muttertag+0.1 | 1. August 1995 | $39.95 |
| 2.0 | -- | 20. September 1995 | |
| 2.1 | -- | 23. November 1995 | |
| 3.0.3 | Picasso | 1. Mai 1996 | erstes Release mit Unterstützung für Alpha-Prozessoren |
| 4.0 | Colgate | 8. Oktober 1996 | erstes Release mit Unterstützung für Sun SPARC |
| 4.1 | Vanderbuilt | 3. Februar 1997 | |
| 4.2 | Biltmore | 19. Mai 1997 | |
| 5.0 | Hurricane | 1. Dezember 1997 | |
| 5.1 | Manhattan | 22. Mai 1998 | |
| 5.2 | Apollo | 2. November 1998 | |
| 6.0 | Hedwig | 26. April 1999 | |
| 6.1 | Cartman | 4. Oktober 1999 | |
| 6.2 | Zoot | 3. April 2000 | |
| 7.0 | Guinness | 25. September 2000 | |
| 7.1 | Seawolf | 16. April 2001 | |
| 7.2 | Enigma | 22. Oktober 2001 | |
| 7.3 | Valhalla | 6. Mai 2002 | |
| 8.0 | Psyche | 30. September 2002 | |
| 9 | Shrike | 31. März 2003 | dieses Release trägt die Version "9" und nicht "9.0" |
| Version | Name | Datum | Sonstiges |
|---|---|---|---|
| 2.1 | Pensacola | 17. Mai 2002 | |
| 3 | Taroon | 22. Oktober 2003 | Unterstützung für AMD64, IBM zSeries, pSeries, S/390 |
| 4 | Nahant | 15. Februar 2005 | Erstmalig SELinux-Unterstützung |
| Version | Name | Datum |
|---|---|---|
| 1 | Yarrow | 5. November 2003 |
| 2 | Tettnang | 18. Mai 2004 |
| 3 | Heidelberg | 8. November 2004 |
| 4 | Stentz | 13. Juni 2005 |
(Die Release-Daten beziehen sich auf die öffentlichen Ankündigungen in der Newsgroup comp.os.linux.announce, und nicht auf die tatsächliche Verfügbarkeit im Handel). Für mehr Informationen über die Versionsnamen siehe Fedora und Red Hat Versionsnamen.
Weblinks