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Recycling

Mit dem Begriff Recycling [Dieser Artikel enthält IPA-Lautschrift. Bei einigen Browsern muss für die fehlerfreie Darstellung eine entsprechende Unicode-Schriftart einmalig manuell eingestellt werden. Mehr dazu unter Wikipedia:Lautschrift.
] wird der Vorgang bezeichnet, bei dem aus Abfall ein Sekundärrohstoff wird. Dies kann durch Wiederverwendung, stoffliche Nutzung oder energetische Nutzung erfolgen. Die rechtlichen Vorgaben sind in Deutschland im Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz niedergelegt.

Inhaltsverzeichnis
1 Geschichte
2 Sammelsysteme
3 Wiederverwertung
4 Downcycling und Upcycling
5 Ökologie, Ökonomie und Effektivität
6 Siehe auch
7 Weblinks

Geschichte

Die Recycling-Bewegung begang 1987 in den USA, als das mit über 3000 Tonnen Müll beladene Mülltransportschiff "Morbo 4000" von Islip (NY) nach Morehead City (NC) aufbrach. Doch bevor er sein Ziel erreichte, verbreiteten sich Gerüchte, dass es medizinische Abfälle geladen hätte, so dass Morehead City das Ausladen verbat. Die Morbo 4000 fuhr daraufhin weiter Richtung Süden, auf der Suche nach einem Platz seine Müllladung zu entladen. Als angeblich auch Mexiko und Belize das Ausladen verbaten, fuhr es erfolglos zurück nach Islip, wo der Müll nach langem Rechtsstreits verbrannt wurde.

Die lange Suche nach einem Abnehmer für den Müll wurde zu einem Medienereignis, das bei Umweltschützern den falschen Eindruck erweckte, es gäbe keine freien Müllhalden in den USA mehr, wenn nicht einmal mehr genug Platz für ein einziges Mülltransportschiff sei, obwohl Wissenschaftler da anderer Meinung waren und immer noch sind.

Aber prinzipiell geht es nicht um die Frage, ob noch Kapazitäten vorhanden sind, sondern vielmehr darum, ob es nicht sinnvoller ist, Müll zu vermeiden, wenn nicht möglich, ihn zu verwerten (= recyclen), und falls dies nicht möglich ist, ihn zu beseitigen (deponieren). So steht es im Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz § 4 der BRD.

Sammelsysteme

Die wirtschaftlichste Form der Trennung liegt beim Abfallverursacher, bevor verschiedene Abfälle gemischt werden. Je nach der Abfallpolitik und den vorhandenen Wiederverwertungen wird die Auftrennung regional unterschiedlich durchgeführt.

Am häufigsten gesammelt werden Altpapier, Altglas (z. T. unterteilt in Weiß- und Buntglas) und Verpackungen durch das Duales System Deutschland. Gut funktioniert ebenfalls das Batterierecycling und das Recycling von Altautos auf dem Autofriedhof.

Zur Wiederverwertung von Siedlungsabfällen war bisher eine möglichst sortenreine Trennung des Abfalls nach Stoffgruppen erforderlich. Inzwischen existieren ausgereifte automatisierte technische Sortieranlagen, die auch gemischte Siedlungsabfälle sortenrein trennen können. Das in den vergangenen Jahren bekannte Bild der öffentlichen Sammelcontainer wird sich daher künftig ändern.

Da Abfälle nicht nur beim Verbraucher anfallen, sondern auch in der Wirtschaft, gibt es auch dort die Notwendigkeit Abfälle zu erfassen. So fallen z.B. große Mengen an Bauschutt, Holzreste, Kunstoffreste und Metallreste an.

Wiederverwertung

Beim Recycling entstehen durch Einsatz von Energie und eventuell neuen Rohstoffen Materialien, aus denen neue Produkte hergestellt werden können.

Die (Wieder-)Verwertung ist unterteilt in die stoffliche und energetische Verwertung. Die stoffliche Verwertung ist wiederum in die werkstoffliche und rohstoffliche Verwertung aufgeteilt. Produkte der werkstofflichen Verwertung sind in der Regel durch physikalische Verfahren erzeugt worden, z. B. Sieben, Trennen, Metallseparation oder Umschmelzen bei Kunststoffen. Die rohstoffliche Verwertung findet bei Glas, diversen Metallen sowie Papier hauptsächliche Anwendung. Alle bekannten Verfahren zur rohstofflichen Verwertung durch chemische Umwandlung (z.B. bei Kunststoffen) sind bisher entweder an technischen Problemen oder an deren Unwirtschaftlichkeit gescheitert.

Eine weitere Bedeutung ist das Weitergeben (verkaufen, vermieten, verleihen, tauschen, verschenken) von noch funktionstüchtigen bzw. reparablen Gegenständen.

Downcycling und Upcycling

Ein Nachteil von beispielsweise Kunststoff ist, dass das Material nicht mehr die ursprüngliche Qualität bzw. Verarbeitbarkeit erreicht, wie vor dem Recyclingprozess. Diese Abwertung wird auch als Downcycling bezeichnet, während beim Upcycling aus Abfallstoffen eines Prozesses hochwertigere Produkte hergestellt werden können. Reststoffe, die während des Recyclingvorganges anfallen, werden Spuckstoffe genannt.

Daneben ist auch zu beachten, dass die Wiederverwendung von Gegenständen dem Recycling vorzuziehen ist, da der Energieaufwand geringer ist.

Ökologie, Ökonomie und Effektivität

Papier-Recycling

Papier wird zu einem sehr hohem Prozentsatz recyclt (z.B. Schweiz 2003: 79,9%). Je mehr Papier wiederverwertet wird, umso weniger Holz muß für die Papierproduktion aufgewendet werden (und nach dem Gesetz von Angebot und Nachfrage sinkt der Holzpreis mit der eingesetzten Menge Altpapier. Für die Papierproduktion werden in der BRD gegenwärtig ca. 40% der Holzproduktion eingesetzt).

Zu einem hohen Anteil aus Altpapier hergestellt sind z.B. Wellpappe (bis zu 100%) und Zeitungspapier (bis zu 80%).

Papier-Recycling kommt also in sehr großem Maße zur Herstellung von Verpackungsmaterial und zur Herstellung von Zeitungspapier und dergleichen zum Einsatz. Davon profitieren fast alle Industriezweige, Gewerbebetriebe und in jedem Fall die Konsumenten.

Lediglich holzerzeugende Betriebe haben durch einen hohen Prozentsatz an Papier-Recycling niedrigere Umsätze. Betriebe, die Altpapier sammeln oder verwerten, würde es ohne Papier-Recycling nicht geben.

Ende April 2005 lag der Preis pro Tonne Altpapier zwischen 50 bis 80 Euro (und damit auf Rekordniveau) (laut Hamburger Abendblatt)

Mit einer wesentlichen Steigerung des Altpapier-Anteils ist aber nicht zu rechnen, weil die Qualität der Papierfasern mit der Anzahl der Durchlaufe durch den Recyclingprozess stetig abnimmt, und für hochwertiges Papier nur sehr beschränkt Altpapier eingesetzt werden kann.

Der Energieaufwand bei der Produktion von Recyclingpapier ist deutlich geringer (nur ca. ein Drittel) als bei der Herstellung von neuem Papier aus Holz (Frischfaserpapier), der Verbrauch an Wasser beträgt nur 15 %, die Gewässerbelastung beträgt nur etwa 5%.

Die Papierverarbeitung verursacht in Deutschland den höchsten industriellen Wasserverbrauch.

Recyclingpapier hat dafür allerdings eine niedrigere Qualität als Frischfaserpapier. In vielen Fällen ist diese Qualität aber absolut ausreichend (z.B. Zeitungspapier).

Glas-Recycling

Glas wird aus Quarzsand hergestellt. Er macht 12 % der Erdkruste aus, ist also mehr als reichlich vorhanden. Ein Problem ist hier die Trennung verschiedener Farben, ansonsten ist es relativ effizient.

Glaswiederverwendung

Die Wiederverwertung von Glas ist nur bei standardisierten Flaschen sinnvoll. Der Transport ist schwieriger, ansonsten ist es relativ effizient.

Man kann hier also Ökonomie und Ökologie ausbalancieren oder Altglas auch einfach nur deponieren, da es von der Effizienz her kaum einen Unterschied bedeutet einfach neues Glas herzustellen.

Kunststoffwiederverwertung

Da Kunststoffflaschen leichter und stabiler als Glasflaschen sind, ist dessen Wiederverwertung viel effizienter, da viel leichter zu transportieren. Trotzdem landen die meisten Kunststoffe im Gelben Sack (Duales System Deutschland) wo sie nur mit hohem Aufwand und Qualitätsverlust recycelt werden können.

Kunststoff-Recycling

Fast alle Kunststoffe sind Polymere die größtenteils aus den leichten Teilen von Erdöl bestehen. Als wertvolle Ressource ist Recycling hier ökonomisch sinnvoll, es ist jedoch sehr aufwendig und kompliziert.

Hier ist Wiederverwertung sinnvoll und effizient, zum effizienten Recycling fehlt größtenteils noch die Technologie.

Aluminium-Recycling

Aluminium ist das häufigste Metall der Erdkruste. Es kommt jedoch nur in stark gebundener Form vor. Bei Aluminium ist die Recycling-Effizienz sehr gut, da es wesentlich schwieriger ist neues Aluminium (durch Schmelzflusselektrolyse) zu gewinnen, als reines Aluminium einzuschmelzen (Schmelzpunkt 660 °C).

Siehe auch

Weblinks



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