Qualitätssicherung
Qualitätssicherung ist der unternehmensinterne Prozess, der sicherstellen soll, dass ein hergestelltes Produkt ein festgelegtes Qualitätsniveau erreicht. Dabei geht es nach ISO 9000 nicht etwa darum, die Qualität eines Produktes zu optimieren, sondern ein vorgegebenes - durchaus extrem niedriges - Niveau zu halten. Das Produkt kann dabei sowohl materiell sein, als auch eine erbrachte Leistung oder eine verwendete Verfahrensweise. Teil der Qualitätssicherung ist die Gleichheit des Produktes mit einem zweiten und jedem weiteren Exemplar des Produktes (Reproduzierbarkeit). Der Prozess der Qualitätssicherung wird heute vielfach in Unternehmen mit rechnergestützten Systemen abgebildet (-> CAQ-Systeme). In der Serienproduktion lassen sich Qualität-Kennzahlen zum Prozess über statistische Verfahren (-> SPC) ermitteln. Um diese Gleichheit zu erreichen, setzt man Qualitätssicherungsnormen wie beispielsweise internationale Normen nach EN oder ISO, nationale Normen nach DIN oder Önorm, firmeninterne Normen oder andere technische Dokumentationen wie RFCs ein.
Elemente der Qualitätssicherung sind:
- Erstbemusterung: Mit der Erstbemusterung erbringt der Lieferant den Nachweis, dass seine Produkte die vom Kunden geforderten Qualitätsanforderungen erfüllen. Die Freigabeverfahren nach VDA 2 (PPF) oder QS 9000 (PPAP) umfassen sowohl die Produkt- als auch die Produktionsprozess-Freigabe.
- Wareneingangsprüfung: Um Qualität zu produzieren ist die Qualität der Zuliefer-Produkte und -Materialien eine unabdingbare Voraussetzung.
- Lieferantenbewertung: Die aus der Wareneingangsprüfung gewonnenen Informationen dienen auch zur Bewertung der Lieferanten. Es erfolgen Auswertungen bezüglich der Lieferqualität, Liefertreue, Termintreue etc. Die Lieferqualität kann bsp. nach VDA Band 2 ermittelt werden. Das Ergebnis ist dann eine Qualitätszahl (QZ) die zur Einteilung der Lieferanten in die Klassen A, B und C dient.
- Fertigungsprüfung: Prüfungen im Produktionsprozess. Die Überwachung findet anhand von Losprüfungen auftrags- / kundenbezogen statt, oder wird als statistische Prozesskontrolle (SPC) durchgeführt.
- Prüfmittelverwaltung: Fähige Prüfmittel sind Voraussetzung für eine objektive Bewertung der Messergebnisse. Prüfmittelüberwachung ist zur Sicherstellung der Verfügbarkeit der erforderlichen Prüf- und Messmittel erforderlich. Prüfmittelfähigkeitsanalysen dokumentieren dies.
Ein wichtiger Bestandteil der Qualitätssicherung ist die Zertifizierung durch eine unabhängige Instanz (zum Beispiel dem TÜV). Konrad Adenauer sagte, dass wir „ein Institut zur Erprobung von Qualität von Produkten brauchen, das diese auch bewertet und dem Volk wiedergibt“. Das Resultat war die Gründung der Stiftung Warentest, die Produkte nach verschiedenen Gesichtspunkten testet, mit einer Bewertung des Produktes von 1,0 bis 6,9 aufwartet und die getesteten Produkte mit Bewertung in der monatlich herausgegebenen Zeitschrift TEST veröffentlicht. Die Hersteller der bewerteten Produkte haben das Recht, das Siegel der Stiftung Warentest mit Bewertung auf ihre Etiketten zu drucken.
Siehe auch
Qualitätssicherung in der Medizin, Six Sigma