Produktivität
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2 Faktorproduktivität 3 Grenzproduktivität |
Definition
1. Umgangssprachlich ist die Produktivität die Summe von produktiven Maßnahmen und Verhaltensweisen, eng verwandt mit der Konstruktivität und das Gegenteil von Destruktivität.
2. In der Volkswirtschaftslehre wird unter Produktivität das Verhältnis zwischen dem, was produziert wird (Output) , und den dafür beim Produktionsprozess eingesetzten Mitteln (Produktionsfaktoren) verstanden:

Dabei sind sowohl der Output als auch der Input Stromgrößen und keine Bestandsgrößen, werden also pro Zeiteinheit angegeben.
Wenn die erzeugten Güter nicht homogen sind, ist es notwendig, die verschiedenen Güter monetär zu bewerten, um den Gesamtoutput angeben zu können. Hierzu werden die Güter zu Marktpreisen bewertet, sofern solche existieren. Güter, für die es keine Marktpreise gibt, werden zu Erstellungskosten bewertet.
Das gleiche Bewertungsproblem ergibt sich auch bei den Produktionsfaktoren (im wesentlichen Arbeit, Kapital und Grund und Boden). Würden diese allerdings ebenfalls zu aktuellen Marktpreisen bewertet, ergäbe sich eine tautologische Gesamtproduktivität von 1, da die Summe der Faktoreinkommen gleich dem Wert des erzeugten Outputs ist. Daher werden die Produktionsfaktoren bei der Messung der Gesamtproduktivität mit den Preisen eines Basisjahres bewertet.
Üblicher als die Ermittlung der Gesamtproduktivität ist allerdings die Betrachtung von Faktorproduktivitäten, bei denen der Output in Beziehung zur Einsatzmenge nur eines Produktionsfaktors gesetzt wird.
Faktorproduktivität
Bei der Ermittlung der Faktorproduktivität wird der Wert der erzeugten Güter ins Verhältnis zur Einsatzmenge eines Faktors gesetzt. Die bekannteste und meistbenutzte Faktorproduktivität ist die Arbeitsproduktivität. Dies liegt vorwiegend daran, dass die Menge an eingesetzter Arbeit leichter zu ermitteln ist als etwa die Abnutzung des eingesetzten Kapitals, also von Maschinen, Gebäuden und (bei gesamtwirtschaftlichen Produktivitätsbetrachtungen) Infrastruktureinrichtungen.
Die gesamtwirtschaftliche Arbeitsproduktivität ist der Quotient aus Bruttoinlandsprodukt und den eingesetzten Arbeitseinheiten. Als Arbeitseinheiten können dabei z.B. die Anzahl der Arbeitskräfte oder die Anzahl der Arbeitsstunden herangezogen werden. Wird die Anzahl der Arbeitskräfte eingesetzt, läßt sich dies mit dem Pro-Kopf-Einkommen (PKE) einer Volkswirtschaft vergleichen. Dabei ist das PKE stets kleiner, da nicht alle Personen im Arbeitsprozess integriert sind. Zwischen Höhe und Wachstumsrate der Arbeitsproduktivität kann im internationalen Vergleich kein empirischer Zusammenhang festegestellt werden. (vgl. Hemmer (1999) und Jone (1997)).
Grenzproduktivität
Volks- und betriebswirtschaftlich interessant ist neben der bisher betrachteten Durchschnittsproduktivität der Faktoren auch ihre Grenzproduktivität. Diese gibt an, um wie viel sich der Output erhöht, wenn der Faktoreinsatz um eine Einheit steigt. Die Grenzproduktivität des Faktors Arbeit kann z.B. daran gemessen werden, um welchen Betrag der Output wächst, wenn eine zusätzliche Arbeitsstunde geleistet wird. Grenzproduktivitäten sind von besonderem Interesse, weil sie auf vollkommenen Faktormärkten den Marktpreis für den Faktor bestimmen.
Mathematisch kann die Grenzproduktivität eines Faktors als partielle Ableitung der Produktionsfunktion nach diesem Faktor ermittelt werden.