Philhellenismus
Bei den Philhellenen handelte es sich meist um junge Männer von aristokratischer Herkunft und klassischer Bildung, die sich als Vertreter und Bewahrer einer großen antiken Zivilisation betrachteten und sich entsprechend dazu berufen fühlten, den Nachkommen der Hellenen im Kampf um die Unabhängigkeit gegen das Osmanische Reich zu helfen. Nicht wenige von ihnen schlossen sich aus purem romantischem Idealismus im Zuge der griechischen Revolution sogar den Truppen an und zogen in die Schlacht.
Im August 1821, die Revolution dauerte bereits vier Monate, wurde in Bern die erste philhellenische Organisation gegründet. Im deutschen Raum war München zu einer Metropole des Philhellenismus geworden. Hier leitete Professor Franz Xaver von Baader eine bedeutende philhellenische Gesellschaft. Sein Kollege, der bayerische Philologe und Prinzessinenerzieher Friedrich Wilhelm von Thiersch, befürwortete die Gründung einer "Deutschen Legion", die Hellas unterstützen sollte. Die Bewegung fand sogar in den höchsten Regierungskreisen Anhänger. So unterstützte sie beispielsweise der bayerische König Ludwig I durch beträchtliche Geldspenden.
Als mächtigster Widersacher der Bewegung galt der österreichische Staatskanzler, Fürst von Metternich.
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2 Literatur 3 Weblinks |
Berühmte Philhellenen
- Lord Byron
- Sir Richard Church
- Edward Codrington
- Jean Gabriel Eynard
- Charles Fabvier
- Johann Wolfgang von Goethe
- Samuel Gridley Howe
- Victor Hugo
- Alfred de Musset
- August Ludwig Reyscher
- Friedrich Schiller
- Percy Bysshe Shelley
- Friedrich Wilhelm von Thiersch
- Ludwig I. (Bayern)
Literatur
- Suzanne L. Marchand: Archaeology and Philhellenism in Germany, 1750-1970. Princeton University Press 2003, ISBN: 0-691-11478-1
- Lampros Mygdalis: Die unbekannte Rede eines neunzehnjährigen Tübinger Studenten für die Griechen aus dem Jahre 1821. Zum zweihundertsten Geburtstag August Ludwig Reyschers. In: Suevica. Beiträge zur schwäbischen Literatur- und Geistesgeschichte 9 (2001/2002). Stuttgart 2004 [2005], S. 417-445. ISBN 3-88099-428-5.
Weblinks
- Die deutsch-griechischen wissenschaftlichen und kulturellen Beziehungen in Geschichte und Gegenwart.