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Noricum

Noricum war ein keltisches Königreich (lat. Regnum Noricum) im heutigen Österreich und später eine Provinz des Römischen Reiches. Es umfasste ungefähr die heutigen österreichischen Bundesländer Kärnten, Salzburg, Oberösterreich und Steiermark sowie Südostoberbayern mit dem Chiemgau. Angrenzend waren Raetia im Westen, Pannonia im Osten und Dalmatia im Südosten. Im Süden befand sich das italienische Kernland, im Norden reichte das keltische Königreich im Gegensatz zu späteren römischen Provinz über die Donau hinaus. Erst unter der Herrschaft Roms bildete die Donau die Grenze des Imperiums und somit auch der Provinz.

Die ursprüngliche Bevölkerung war heterogen und scheinbar dominiert durch den Illyrern nahestehende Stämme. Im 3. Jahrhundert v. Chr Zuwanderung keltischer Bevölkerungselemente. Um 200 v.Chr. schlossen sich unter der Führung der Noriker und dem Einfluss der Römer dreizehn keltische/illyrische Stämme zum Königreich von Noricum zusammen. Acht Stämme sind namentlich bekannt: Ambidraven, Ambilinen, Ambisonten, Helveter, Laianken, Noriker, Saevaten und Uperaken.

Die Lage der Hauptstadt Noreia ist bis heute unbekannt geblieben.

Noricum wurde im Jahr 16 v. Chr Teil des römischen Reichs. Zunächst behielt es eine eingeschränkte Autonomie als tributpflichtiges Fürstentum, doch unter Kaiser Claudius wurde es um 40 n. Chr. endgültig eine römische Provinz.

Noricum wurde von den Römern in den folgenden Jahrhunderten mit einem dichten Fernstraßennetz überzogen. Zahlreiche Meilensteine und andere archäologische Funde legen davon Zeugnis ab. Die besterforschte römische Straßenstation Noricums ist Immurium (Moosham, Bundesland Salzburg), am Südfuß des Radstädter Tauern.

Bei der unter Kaiser Diokletian vorgenommenen Verwaltungsreform wurde Noricum der Diözese Illyria zugeschlagen. Die Provinz selbst wurde in Noricum Ripense ("Ufer-Noricum", gemeint ist das Donau-Ufer) und Noricum Mediterraneum ("Binnen-Noricum") geteilt.

Die römische Provinz Noricum Ripense wurde durchflossen von Narus (Salzach) und Anisus (Enns), die Westgrenze bildete der Aenus (Inn), die Nordgrenze Danuvius (Donau). Die bedeutendsten Städte waren Lauriacum (Lorch-Enns), Lentia (Linz), Ioviaco (Schlögen), Iuvao (Salzburg), Cucullis (Kuchl), Favianis (Mautern), Cetium (St. Pölten), Comagenis (Tulln) und Asturis (Zeiselmauer). Verwaltungssitz war Lauriacum.

Die römische Provinz Noricum Mediterraneum wurde durchflossen vom Dravus (Drau). Die bedeutendsten Städte waren Aguntum (Lienz), Tiburnia oder Teurnia (St. Peter im Holz), Virunum (Zollfeld), Poetovio (Ptuj, dt. Pettau) und Flavia Solvia (Leibnitz). Verwaltungssitz war Teurnia.

Lauriacum in Noricum Ripense (Ufer-Noricum) und Poetovio, Aguntum, Teurnia und wahrscheinlich auch Virunum (Binnen-Noricum) waren Bischofssitze, die dann in den Wirren der Völkerwanderung untergegangen sind.

Die herausragende Gestalt der römischen Spätzeit in dieser Region war der hl Severin von Noricum (um 410 - 08.01.482), Einsiedler, Abt und auch hoher römischer Verwaltungsangestellter. Er erwirkte in Verhandlungen mit den Königen der germanischen Rugier, die nördlich der Donau siedelten, dass die romanische Bevölkerung einigermaßen geordnet umgesiedelt wurde.

Mit der endgültigen Umsiedlung der romanischen Bevölkerung nach Italien im Jahre 488 endet in diesem Gebiet die römische Zeit.




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