Lilian Harvey
| Inhaltsverzeichnis |
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2 Preise und Auszeichnungen 3 Filme (Auswahl) 4 Weblinks |
Leben
Während des 1. Weltkrieges hielt sich die Familie Pape gerade in Magdeburg auf (der Vater war ein Kaufmann aus dieser Stadt) und konnte deshalb nicht in ihre englische Heimat zurückkehren. Das Mädchen Lilian wurde in die Schweiz nach Solothurn zur Tante verschickt. 1923 machte sie ihr Abitur in Berlin, wo sich die Familie inzwischen niedergelassen hatte. Danach löste sie sich von der häuslichen Umgebung. Sie besuchte die Ballettschule der Deutschen Staatsoper und erhielt erste bezahlte Auftritte als Tänzerin in Ungarn und Österreich. Zugleich nahm Lilian Pape nun auch den Mädchennamen ihrer Großmutter an: Harvey.Von jetzt ab ging es mit der Karriere steil bergauf. Sie spielte in mehreren Stummfilmen und erhielt bereits 1925 in dem Film Leidenschaft als Partnerin von Otto Gebühr die Hauptrolle. Mit Willy Fritsch, mit dem sie später noch 11 weitere Filme drehte, stand sie erstmals 1926 in der Operettenverfilmung von Die keusche Susanne vor der Filmkamera. 1930 kam der entscheidende Durchbruch: In dem romantischen Komödienfilm Liebeswalzer wurde sie mit Fritsch zum Traumpaar des deutschen Films. Lilian Harvey selbst wurde in der Folgezeit zum süßesten Mädel der Welt, wie die Presse schrieb. Die nachfolgenden Filme wurden auch in England und Frankreich synchronisiert, teilweise wurden sie sogar, wie damals nicht unüblich, gleich mehrsprachig mit unterschiedlichen Partnern gedreht, und dadurch wurde Lilian Harvey auch im Ausland bekannt. Sie wurde nach Hollywood eingeladen, drehte dort vier Filme, allerdings nicht sehr erfolgreich.
1935 kehrte Lilian Harvey nach Deutschland zurück. Doch die politische Situation hatte sich verändert. Sie versuchte ihren Freund und Regisseur Paul Martin zu protegieren, doch längst hatten die Nationalsozialisten das kulturelle Ruder übernommen. Nachdem bekannt wurde, dass sie noch immer jüdische Kollegen in ihrem Haus empfing, wurde sie von der Gestapo beobachtet und galt in der Folgezeit als unzuverlässig.
Harvey verließ Deutschland und emigrierte nach Frankreich nach Juan les Pins. Nach der Besetzung Südgfrankreichs ging sie 1941 abermals nach Hollywood. Zuvor hatte sie durch Auftritte vor französischen Soldaten und in der Schweiz für die Stärkung der Kriegsmoral gesorgt. 1943 erkannte das Hitlerregime Harvey die deutsche Staatsbürgerschaft ab.
Nach dem Krieg im Jahre 1946 kehrte Lilian Harvey nach Paris zurück. In den folgenden Jahren unternahm sie Gesangstourneen durch Skandinavien und Ägypten. Auch in Deutschland, wohin sie 1949 zurückkehrte, und wo sie Theaterrollen annahm, wurde sie freudig begrüßt. Allerdings musste sie wegen einer Lungenerkrankung einen längeren Sanatorienaufenthalt in der Schweiz hinnehmen. Im Jahre 1953 heiratete sie den dänischen Theateragenten Hartvig Valeur-Larsen, eine Beziehung, die nicht lange glücklich war; 1955 reicht Harvey die Scheidung ein. 1955/1956 lernte sie auf einer Gastspielreise durch die damalige DDR Else Pitty-Wirth kennen, die von nun an ihre Lebensgefährtin und Mitarbeiterin wurde. Die Scheidung von Valeur-Larsen erfolgte 1957. Von der Bundesregierung erhielt Lilian Harvey eine Entschädigung in Rentenform für das in der Nazizeit eingezogene Vermögen.
Lilian Harvey starb 1968 in Juan les Pins zurückgezogen in ihrem eigenen Hotel an einer verschleppten Gelbsucht.
Preise und Auszeichnungen
- Filmband in Gold (1965) für ihre Verdienste für den deutschen Film
- Bambi (1967)
Filme (Auswahl)
- Liebeswalzer (1930)
- Hokuspokus (1930)
- Die Drei von der Tankstelle (1930)
- Der Kongreß tanzt (1931)
- Ein blonder Traum (1932)
- Das gab's nur einmal (1958)
- Miquette (1940)
- Sérénade (1940)
- Frau am Steuer (1939)
- Castelli in aria (1939)
- Capriccio (1938)
- Fanny Elssler (1937)
- Sieben Ohrfeigen (1937)
Weblinks
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Zur Erklärung siehe Wikipedia:Personendaten.
| Personendaten | |
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