Konfidenzintervall
| Inhaltsverzeichnis |
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2 Ausgewählte Konfidenzintervalle 3 Bemerkung 4 Beispiel für ein Konfidenzintervall |
Beschreibung des Verfahrens
Man interessiert sich für den unbekannten Verteilungsparameter einer Zufallsvariablen für eine Grundgesamtheit. Der "wahre" Parameter Γ (Gamma) für eine Grundgesamtheit wird durch eine Schätzfunktion g aus einer Stichprobe vom Umfang n geschätzt. Es wird davon ausgegangen, dass die Stichprobe in etwa die Grundgesamtheit widerspiegelt und dass deshalb die Schätzung in der Nähe des wahren Parameters liegen müsste. Die Schätzfunktion ist eine Zufallsvariable mit einer Verteilung, die den Parameter Γ enthält.
Man kann zunächst mit Hilfe der Verteilung ein Intervall angeben, in das die Zufallsvariable G mit einer Wahrscheinlichkeit 1−α fällt. 1−α wird Konfidenzkoeffizient genannt.
Das Verfahren wird anhand eines mit dem Erwartungswert μ und der Varianz σ2 normalverteilten Merkmals demonstriert: Es soll der Erwartungswert μ dieser Normalverteilung geschätzt werden. Verwendet wird die erwartungstreue Schätzfunktion
mit der Wahrscheinlichkeit 1−α liegt, bestimmen sich aus der Beziehung
Man standardisiert und erhält für die standardisierte Zufallsvariable
Es liegt also der wahre Parameter μ mit einer Wahrscheinlichkeit von 1−α in dem durch
bestimmten Intervall. Ist die Stichprobe aber extrem ausgefallen, liegt der wahre Parameter nicht in dem Intervall. Dies ist in α·100 % aller Stichproben der Fall.
Von besonderem Interesse ist die Breite des Konfidenzintervalls. Diese bestimmt sich durch die Standardabweichung der Schätzfunktion. Durch Erhöhung des Stichprobenumfangs kann die Breite verringert werden. Erwünscht ist in der Regel ein schmales Konfidenzintervall.
Ausgewählte Konfidenzintervalle
| Erwartungswert eines normalverteilten Merkmals mit bekannter Varianz: |
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| Erwartungswert eines normalverteilten Merkmals mit unbekannter Varianz. Die Varianz der Grundgesamheit wird durch die Stichprobenvarianz
geschätzt. t(1-α;n-1) ist das 1−α-Quantil der t-Verteilung mit n-1 Freiheitsgraden. Für n > 30 kann das Quantil der t-Verteilung näherungsweise durch das der Normalverteilung ersetzt werden. |
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| Erwartungswert eines unbekannt verteilten Merkmals mit unbekannter Varianz, falls n>50 ist. |
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| Varianz eines normalverteilten Merkmals. χ2(p;k) ist das p-Quantil der >χ2-Verteilung mit k Freiheitsgraden. |
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| Anteilswert einer dichotomen Grundgesamtheit bei einem Urnenmodell mit Zurücklegen, falls ist. |
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Ist die Zahl N der Elemente in der Grundgesamtheit bekannt, kann auch ein Konfidenzintervall für ein Urnenmodell ohne Zurücklegen angegeben werden. Hier wird die Standardabweichung noch mit einem Korrekturfaktor modifiziert. Wenn der Stichprobenumfang n < 9/(p(1-p)) ist, kann ein exaktes Konfidenzintervall mit Hilfe der F-Verteilung angegeben werden.
Bemerkung
Konfidenzintervalle können gelegentlich auch Hypothesentests ersetzen. Beispielsweise testet man in der Regressionsanalyse, ob im multiplen Regressionsmodell mit der geschätzen Regressionshyperebene
Beispiel für ein Konfidenzintervall
Ein Unternehmen möchte flächendeckend auf dem Markt ein neues Spülmittel einführen. Um die Käuferakzeptanz auszuloten, wird in einem Supermarkt dieses Produkt mit hohem Werbeaufwand plaziert. Es soll mit dieser Aktion der durchschnittliche tägliche Absatz in einem Supermarkt dieser Größe geschätzt werden. Man definiert nun den täglichen Absatz als Zufallsvariable X [Stück] mit den unbekannten Parametern Erwartungswert EX und der Varianz varX. Man geht auf Grund langjähriger Beobachtungen hier davon aus, dass X annähernd normalverteilt ist. Die Marktforschungsabteilung hat einen Konfidenzkoeffizienten von 0,95 als ausreichend erachtet. Es wird nun 16 Tage lang der tägliche Absatz erfasst. Es hat sich beispielsweise ergeben
| Absatz x | 110 | 112 | 106 | 90 | 96 | 118 | 108 | 114 | 107 | 90 | 85 | 84 | 113 | 105 | 90 | 104 |
Bei normalverteilter Grundgesamtheit mit unbekannter Varianz wird das Konfidenzintervall für den Erwartungswert angegeben als

und
.
Es ist das (1-α/2)-Quantil der t-Verteilung mit 15 Freiheitsgraden

Das 95%-Konfidenzintervall berechnet sich dann als







