Kommando Spezialkräfte
Der Verband "KSK" gliedert sich in einen Kern- bzw. Kommandobereich und einen Unterstützungsbereich, der die logistische Versorgung und Einsatzbereitschaft der Soldaten gewähren soll.
Jede Kommandokompanie besteht aus den Spezialzügen Wüsten-, Fallschirmspezial-, Amphibischer- und Gebirgs-/Arktis-Zug. Zusätzlich verfügt es über eine Fernspähkommandokompanie, die u. a. zur Aufklärung und Gewinnung von Schlüsselinformationen aber auch zur Sicherung/Überwachung bei direkten Aktionen eingesetzt wird. Mit der internen Umgliederung, die sich abzeichnet, werden sich wahrscheinlich auch die Aufgabenzuschreibungen verändern.
Jeder Trupp besteht aus vier Kommandofeldwebeln, von denen jeder ein Waffen-, Spreng-, Fernmelde- oder Sanitätsspezialist ist.
| Inhaltsverzeichnis |
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2 Anforderungen 3 Ausbildung 4 Bewaffnung 5 Literatur 6 Siehe auch 7 Weblinks |
Aufgaben
Die Aufstellung erfolgte am 20. September 1996 in Calw. Das Aufgabenspektrum ist vielfältig und findet fast immer in Krisen- und Konfliktgebieten statt:
- Gewinnen von Schlüsselinformationen in Krisen- und Konfliktregionen
- Schutz von Personen und Einrichtungen in besonderen Situationen
- Kampfeinsätze gegen Ziele mit hoher Priorität
- Abwehr von Terrorismus
- Festnahme von Personen im Ausland, die eine besondere Gefährdung darstellen: Kriegsverbrecher, etc.
- Evakuierung deutscher Staatsbürger
- Rettung bzw. Befreiung deutscher und anderer Staatsbürger im Ausland
- Retten und Befreien aus Geiselsituationen und Gefangenschaft
Anforderungen
Von Bewerbern der Bundeswehr für den Dienst im KSK wird generell erwartet, dass sie folgenden Grundvoraussetzungen entsprechen können:- körperlich leistungsfähig
- teamfähig
- lernwillig
- psychisch belastbar und willensstark
- stressstabil
- verantwortungsbewusst und verschwiegen
- in geordneten sozialen Verhältnissen lebend
Das KSK kam im November 2003 in die Schlagzeilen, als sein Kommandeur, Brigadegeneral Reinhard Günzel, wegen des Lobes einer als antisemitisch kritisierten Rede des Bundestagsabgeordneten Martin Hohmann von Verteidigungsminister Peter Struck entlassen wurde.
Das KSK kann grundsätzlich nicht ohne Zustimmung des Deutschen Bundestages eingesetzt werden, die einzige mögliche Ausnahme ist Gefahr im Verzug für deutsche Staatsbürger. Sollte dies nötig sein, ist das Parlament so schnell wie möglich nachträglich zu befragen. Würden die Abgeordneten in einem derartigen Falle ihre Zustimmung verweigern, wäre ein noch laufender Einsatz sofort zu beenden, eine bereits beendete Spezialkräfteoperation damit als rechtswidrig anzusehen.
Ausbildung
Am Anfang steht ein dreiwöchiges Auswahlverfahren, dem eine dreimonatige Kommandoausbildung folgt. Bewerber werden während einer fünftägigen Durchschlageübung bis an die Grenzen ihrer physischen und psychischen Belastbarkeit gebracht. Erst nach weiteren drei Jahren Ausbildung und Training hat der Soldat die vollständige Einsatzbereitschaft erlangt. In diesem Zeitraum kann er möglicherweise an bis zu 20 Lehrgängen in weltweit 17 Schulen und Ausbildungseinrichtungen teilnehmen. Allein während der Schießausbildung wird jeder künftige Kommandosoldat an allen gängigen Waffen geschult und gibt in dieser Zeit durchschnittlich 20.000 Schuss Munition ab. Seit Oktober können neben Offizieren und Unteroffizieren auch Mannschaftssoldaten und Bewerber ohne militärische Vorkenntnisse an dem Auswahlverfahren teilnehmen. Diese Kandidaten nehmen zunächst am dreitägigen Auswahlverfahren an einem der Zentren für Nachwuchsgewinnung der Bundeswehr teil. Bestehen sie dieses, werden sie in den Ausbildungszug KSK an der Internationalen Fernspähschule in Pfullendorf eingestellt. Dort durchlaufen sie einen 18 Monate dauernden Lehrgang. Danach nehmen die Bewerber am eigentlichen Eignungsfeststellungsverfahren beim KSK in Calw teil. Schließen sie dieses erfolgreich ab, können sie mit der drei Jahre dauernden Ausbildung zum Kommandofeldwebel in der Graf-Zeppelin-Kaserne beginnen.Bewaffnung
Als erster Truppenteil erhielt das KSK das 1996 neu eingeführte G36 sowie im folgenden die Modifikationen bzw. Erweiterungen AG36 Granatwerfer und G36KE und G36C. Die Soldaten des KSK können ihren Waffen mit den zu den Waffen gehörigen Laserlichtmodul LLM, Bildverstärkeraufsätzen NSA, Zweibein oder Trommelmagazin 100 Schuss "aufrüsten". Außerdem sind EO Tech Holosights beim KSK in großer Verbreitung zu finden. Ausserdem benutzt das KSK viele Varianten der HK MP5 und hat als erster Truppenteil der Bundeswehr die MP7 von HK "im Feldversuch" in Afghanistan verwendet. Des Weiteren wurde, ebenfalls zuerst beim KSK, die HK USP (Universal Selbstlade Pistole) unter der Bezeichnung P8 eingeführt. Weiter stehen auf SpecOps ausgelegte Sekundärwaffen zu Verfügung, wie die HK MK 23. Diese Kurzwaffe wird weitgehend von den Scharfschützen des KSK als Sekundärbewaffnung benutzt. Als Primärwaffe nutzten diese wiederum als erste das G22. Des Weiteren können KSK-Soldaten oftmals Waffen anforden, die sie für nötig erachten. Ein Beispiel wären hier Schrotflinten zum Öffnen von Türen.Literatur
- Reinhard Scholzen: KSK - Das Kommando Spezialkräfte der Bundeswehr, ISBN 3613023849
Siehe auch
Kommando SpezialkräfteEinheiten der Bundeswehr: Division Spezielle Operationen (DSO), Luftlandebrigade 26, Luftlandebrigade 31,
Einheiten des Bundesgrenzschutz: Grenzschutzgruppe 9 (GSG 9)
Einheiten der Länderpolizeikräfte: Spezialeinsatzkommando (SEK), Mobiles Einsatzkommando (MEK)
Einheiten des Zoll: Zentrale Unterstützungseinheit Zoll (ZUZ)
Weblinks
- Private Seite über deutsche Spezialeinheiten
- Bundeswehr
- Seite des deutschen Heeres
- - KSK Bericht auf Military-Page.de
- Spezialeinheiten.net