Kolonialmacht
Frankreichs Status als Kolonialmacht rührte zunächst von seinen Besitzungen in Kanada und Louisiana, später verlagerte sich der Schwerpunkt auf die Kolonien in West-Afrika und Indochina.
Italien, Deutschland und Belgien die erst in der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts ihre nationale Einheit erlangen konnten, suchten im Wettlauf des Imperialismus mit den anderen europäischen Mächten mitzuhalten und erwarben ebenfalls Kolonien in Afrika (Abessinien, Südwestafrika, Kamerun, Kongo) und in der Südsee.
Auch Russland und Japan versuchten Ende des 19. Jahrhunderts ihr Herrschaftsgebiet zu erweitern, so dehnte sich Russland über Sibirien und Zentralasien bis zum Pazifik aus, während Japan versuchte das Kaiserreich China und Süd-Ost-Asien zu erobern. (-> 2. Weltkrieg). Auch die USA, selbst aus Kolonien hervorgeganen, versuchte nun auch Kolonien erwerben, in dem sie viele ehemalige spanische (Spanisch-Amerikanischer Krieg: Kuba, Puerto Rico, Philippinen) und deutsche (Erster Weltkrieg: Guam, Marianen, Samoa) Kolonien übernahm.
Nach den Weltkriegen, als die meisten Kolonien ihre Unabhängigkeit erreichten, verlor der Kolonialgedanke an Bedeutung. Obwohl Frankreich (Französisch-Guayana, Réunion, Neukaledonien), Großbritannien (Falklandinseln), die Niederlande (Niederländische Antillen) und die USA (Guam, Puerto Rico) noch über Kolonien verfügen, spricht man heute nur noch selten von ihnen als Kolonialmächten.
Siehe auch: Weltmacht, Großmacht, Entwicklungsland, Kolonisation, Kolonialismus, Imperialismus
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