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Kohlenstoffdisulfid

Kohlenstoffdisulfid (englisch: carbon disulfide, Trivialname: Schwefelkohlenstoff, CS2) ist ein Oxidationsprodukt von Kohlenstoff mit Schwefel.

Inhaltsverzeichnis
1 Eigenschaften
2 Herstellung
3 Verwendung und Reaktionen
4 Historisches

Eigenschaften

Kohlenstoffdisulfid ist eine farblose, in reinem Zustand angenehm riechende, stark lichtbrechende und sehr leicht entzündliche, brennbare Flüssigkeit mit dem Schmelzpunkt von –122 °C und einem Siedepunkt von 46 °C. Schwefelkohlenstoff ist ein gutes Lösungsmittel u.a. für Jod, Schwefel, Selen und weißen Phosphor. Da Schwefelkohlenstoff gut fettlöslich ist, führt längeres Einatmen zu Vergiftungserscheinungen: Die akute Schwefelkohlenstoffvergiftung äußert sich in Gesichtsrötung, euphorischen Erregungszuständen, dann Bewusstlosigkeit, Koma und Atemlähmung, die chronische Schwefelkohlenstoffvergiftung durch wiederholtes längeres Einatmen ergibt Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Gedächtnis-, Seh- und Hörstörungen, Nervenentzündungen und Gefäßschäden.

Herstellung

Schwefelkohlenstoff entsteht aus Holzkohle und Schwefeldampf unter Luftausschluss bei Temperaturen von 800 bis 1000 °C.

Verwendung und Reaktionen

Schwefelkohlenstoff wird in großen Mengen zur Zellstoffaufbereitung eingesetzt, wobei sich mit Natronlauge lösliche Xanthogenate bilden. Es ist ein Lösungsmittel für Fette und wird in der Infrarot-Spektroskopie eingesetzt, da es keine störenden Wasserstoff- oder Halogenbanden besitzt. Die gelben Kupferxanthogenate geben unter Zersetzung wieder den giftigen Schwefelkohlenstoff frei und werden zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt. Mit Ammoniak, primären und sekundären Aminen entstehen Dithiocarbamate. Die Reduktion mit Natrium in Dimethylformamid ergibt das Dinatriumsalz von dmit, Kurzbezeichnung für Dimercaptoisotrithion, einer Ausgangsverbindung zur Herstellung schwefelreicher Heterocylen und von substituierten Tetrathiafulvalenen. Beim Kochen mit wässrigen Sulfid-Lösungen entsteht Trithiocarbonat. Kohlenstoffdisulfid hat den gleichen Brechungsindex wie Glas und wird zB zum Erkennen von gefälschten Diamanten verwendet. Oftmals kommt Schwefelkohlenstoff auch auf natürliche Art und Weise vor, zum Beispiel beim Vermoderungsvorgang.

Historisches

In Schwefelkohlenstoff gelöster weißer Phosphor wurde in Brandbomben verwendet.



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