Kofi Annan
Leben
Kindheit und Familie
Annan wurde am 8. April 1938 als Sohn von Henry Reginald und Victoria Annanin in Kumasi/Ghana geboren, das zu der Zeit britische Kolonie war. Seine Familie gehörte zur Elite des Landes, seine beiden Großväter und sein Onkel waren Stammeschefs. Sein Vater arbeitete lange Zeit als Exportmanager für die Firma Lever Brothers. Er ist in zweiter Ehe mit der Schwedin Nane Annan, Nichte des schwedischen Diplomaten Raoul Wallenberg, verheiratet und hat drei Kinder, darunter Kojo Annan.
Ausbildung
Annan studierte an den Universitäten von Kumasi, Minnesota und Genf Wirtschaftswissenschaften. Er spricht neben Englisch und Französisch einige afrikanische Sprachen.
Frühe Karriere
1962 trat Kofi Annan in die WHO der Vereinten Nationen ein. Von 1974 bis 1976 arbeitete er als Tourismusdirektor in Ghana. Darauf kehrte er wieder zu den Vereinten Nationen zurück und arbeitete als "Assistant Secretary-General" in drei aufeinanderfolgenden Positionen: "Human Resources Management and Security Coordinator" von 1987 bis 1990, "Program Planning, Budget and Finance, and Controller" von 1990 bis 1992 und "Peacekeeping Operations" von März 1993 bis Februar 1994. Annan wurde dann "Undersecretary-General" bis Oktober 1995, wo er zum Sonderbeauftragten des Generalsekretärs für das ehemalige Jugoslawien ernannt wurde. Nach fünf Monaten in dieser Aufgabe kehrte Annan im April 1996 wieder zu seinem Posten als "Undersecretary-General" zurück.
Generalsekretär der Vereinten Nationen
Am 13. Dezember 1996 wurde Annan vom UNO-Sicherheitsrat auf Druck der USA und gegen den Widerstand vieler Länder zum UN-Generalsekretär gewählt und vier Jahre später von der UN-Generalversammlung bestätigt. Er übernahm damit die Stelle von Boutros Boutros-Ghali aus Ägypten und wurde der erste schwarzafrikanische UNO-Generalsekretär. Er trat sein Amt am 1. Januar 1997 als erster Generalsekretär, der direkt aus den Reihen der UN-Mitarbeiter gewählt wurde, an.
Während seiner Amtszeit als Generalsekretär gab es mehrere Beratungen im Sicherheitsrat zur Lage der Situation im Irak, als wichtiger Punkt wurde über den Stand der Erlangung von Massenvernichtungswaffen durch den Irak debattiert. Kofi Annan sagte 2004, dass seiner Meinung nach die Invasion des Iraks illegal sei.
Kritik an Annan
Kritiker werfen Annan eine Mitverantwortung am Völkermord in Ruanda 1994 vor. An verantwortlicher Stelle für Afrika und Ruanda soll Annan Nachrichten über den Völkermord zurückgehalten oder abgemildert haben. Insbesondere wird ihm das bezüglich der Berichte und Hilfsersuchen des damaligen Kommandeurs der UN-Truppen in Ruanda, General Roméo Dallaire vorgeworfen.Kofi Annans Sohn Kojo Annan ist in eine Korruptionsaffäre rund um das den Irak betreffende UN-Programm "Öl für Lebensmittel" verwickelt.
Ehrungen und Auszeichnungen
- 1999 Ehrendoktorwürde der Technischen Universität Dresden (26. April).
- 2001 Ehrendoktorwürde der Freien Universität Berlin, Fachbereich Politik- und Sozialwissenschaften (13. Juli).
- 2001 Friedensnobelpreis, zu gleichen Teilen mit den Vereinten Nationen (10. Dezember).
- 2003 Deutscher Medienpreis in Baden-Baden.
- 2003 Sacharow-Preis des Europäischen Parlaments für die Verteidigung der Menschenrechte
- 2004 Ehrendoktorwürde der Universität Carleton.
- 2004 Ehrendoktorwürde der Universität Ottawa.
- 2005 Friedenspreis der Münchner Sicherheits-Konferenz
Literatur
- Friederike Bauer, Kofi Annan. Ein Leben. S. Fischer, Frankfurt a.M. 2005 ISBN 3-10-009647-9
Weblinks
- Offizielle Biographie
- Kofi Annans Stellungnahme gegen die Illegalität des Irak-Krieges, FAZ.net, 16.09.2004
- „Sankt Annan“, Weltwoche, 2004, Nr. 40 - Ausführlicher Artikel über Kofi Annan und seine Amtsführung
- „Die Leiden des Mister UNO“, MDR-Kulturreport zur neuen Annan-Biographie, Juni 2005