Knacklaut
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| Unicode UTF-16 | U+{ |
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In den meisten Varietäten der deutschen Sprache erscheint ein Knacklaut in Wörtern wie vereisen (mit Knacklaut) im Gegensatz zu verreisen (ohne Knacklaut) oder in beobachten (mit Knacklaut) und im Gegensatz zum Vogel Beo (ohne Knacklaut).
Knacklaut im Vokalanlaut
In den meisten Varietätenen des Deutschen wird bei scheinbarem Vokalanlaut (Silbe bzw. Wort beginnen in der lateinischen Schrift mit einem Vokalbuchstaben) in der mündlichen Aussprache vor dem Vokal meistens ein Knacklaut gesprochen (zum Beispiel mein Auto [] klingt in den meisten Varietäten des Deutschen nicht wie mei Nauto []), nicht jedoch im Französischen, wo oft eine Wortbindung (Liaison) erfolgt (zum Beispiel: mon amour [] 'meine Liebe'). Die systematische Verwendung eines Knacklautes bei Aussprache von Vokalen am Wortanfang ist ein typischer und schwer zu unterdrückender Aussprachefehler von vielen Deutsch-Muttersprachlern in Fremdsprachen (z. B. auf Englisch, Französisch).Unser "Gefühl", vor einem Vokal am Wortanfang wäre gar kein Konsonant, ist schlicht auf die Gewöhnung an die lateinische Schrift zurückzuführen, in der er nicht aufgeschrieben wird. In den semitischen Alphabeten, wie Arabisch und Hebräisch, gibt es dagegen einen eigenen Buchstaben für diesen Knacklaut.
Der Knacklaut erscheint nicht in allen Varietäten der deutschen Standardsprache. Im Schweizer Hochdeutsch fehlt er. Deshalb wird der Knacklaut meistens nicht zum Lautsystem der deutschen Sprache gezählt.
Es gibt einen Anhaltspunkt dafür, dass es den Glottisschlag möglicherweise schon im Althochdeutschen gab: In Stabreimen alliterierten nur diejenigen Wörter, die mit demselben Konsonant (bzw. Konsonantencluster) begannen. Zusätzlich war jedoch auch die Alliteration zwischen Wörtern möglich, die mit einem beliebigen Vokal begannen. Das legt die Vermutung nahe, die mit Vokal beginnenden Wörter hätten deshalb alliteriert, weil sie in Wirklichkeit auch mit demselben Konsonant begonnen hätten, nämlich mit dem Glottisschlag.
Knacklaut als Vokaltrenner (Hiattilger)
Im Deutschen kann der Knacklaut als Trennlaut zwischen Vokalen (Hiattilgertilger, Diärese) dienen, wenn sie nicht zu einem Diphthong (Doppellaut wie [], [], []) zusammengezogen werden (Synärese): zum Beispiel in Aleuten (Aussprache: [], nicht: [], oft aber auch ohne Knacklaut: []). Die Kennzeichnung, dass zwei Vokale getrennt zu sprechen sind, kann gegebenenfalls durch ein Trema (Doppelpunkt über einem Vokal) erfolgen wie zum Beispiel in Citroën (korrekte Aussprache: []) oder (selten): Alëuten.
Siehe auch: Schnalzlaut, Hauchlaut, Glottaler Laut, ferner Spiritus lenis
Weblink
- www.makemesmart.com/getsmart/phonetikDeutsch.htm (Deutsche Phonetik für Ausländer mit Wav-Beispielen)