Klezmer
Die Musik (sowohl Instrumental- als auch Vokalmusik) erklang z.B. zu Hochzeiten und anderen Feierlichkeiten bzw. Festen. Die Melodien dieser Musik wurden oft "mündlich" weitergegeben und überliefert, nicht selten innerhalb der Familie von Generation zu Generation. Also eine auf der einen Seite sehr traditionsreiche auf der anderen Seite eine sehr bewegte Musik, die ständig neuen Einflüssen und Strömungen ausgesetzt war und von Improvisation lebte.
Die Klezmer-Musik verwendet einige interessante Tonleitern, darunter Ahava Rabboh (im jiddischen Freygisch genannt), Mi Sheberach, Adony Moloch (entspricht der mixolydischen Kirchentonart), Mogen Ovos (entspricht der natürlichen Molltonleiter) und Yshtabach (entspricht der lokrischen Kirchentonart).
Seit den 1970er Jahren hat sich (vor allem in den USA) eine neue Musikszene gebildet, die sich mit der Klezmer-Musik befasst. Hierbei treffen wiederum Tradition und Neues aufeinander.
Klezmer
Das Wort Klezmer setzt sich aus dem althebräischen Wort „kley“ (Instrument) und „zemer“ (Lied), zusammen. Diese Übersetzung bezeichnet nur den musikalischen Stil. Eine andere und etwas märchenhaftere Übersetzung lautet: „kley“ (Gefäß) und „zemer“ (Musik). Klezmer heißt also soviel wie Gefäß für oder der Musik. Das Wort Klezmer bezeichnet nun den Musiker und die Musik. Die Musiker nennt man auch Klezmorim.
Wann diese Musik entstanden ist, ist fast genau festzumachen. Man ist sich sicher, dass die Entstehung auf das engste mit dem Synagogengesang verbunden ist. Kann man also annehmen, dass seit es die ersten jüdischen Gotteshäuser gegeben hat, die Klezmermusik gegeben hat? Quellen belegen, dass es erst im 16 Jahrhundert Klezmermusik gegeben hat. Doch die Wurzeln der Jüdischen Sprache, wie die der musikalischen Tradition sind im Hochmittelalter (ca.1000-1250) in den jüdischen Siedlungen Mitteleuropas zu finden.
Im Mittelalter wurden die Synagogen der Juden niedergebrannt, und sie wurden in der Bevölkerung nicht geachtet. In der Stadt hatten sie den untersten Stand, den Stand der Unehrlichen. Und doch zogen damals jüdische Wandermusiker (Klezmorim) durch die Städte und spielten sowohl bei jüdischen als auch bei nichtjüdischen Festen. Sie waren Hofmusiker bei christlichen und moslemischen Fürsten, sie spielten aber auch in den Schankwirtschaften - und zwar alles, was das Publikum hören wollte. Jüdische Volkslieder vervollständigten das ohnehin schon umfangreiche Repertoire.
Die Klezmorim spielten nie nach Noten. Die Stücke wurden von Vater an den Sohn weitergereicht. und konnten verändert werden. So veränderte sich die Musik und „ging mit den Menschen, die sich ebenfalls veränderten“. Der Ursprung ist allerdings noch immer gleich geblieben. Die jüdischen Mystiker sagen: Ein Klezmer macht keine Musik, er singt und spricht durch sein Instrument. Er erzählt Geschichten, einfache, komplizierte, lustige, traurige und alle anderen.
Die Lieder handelten von alltäglichen Dingen wie: Fischern, klugen Ehefrauen, Schlawinern, betrogenen Kaufleuten, von Erfahrungen… Hier nun einmal die wörtliche Übersetzung von einem Lied das „Glik“ heißt:
- Ich stehe jetzt und denke nach,
- welche starke Macht, das
- Schicksal hat über jeden Menschen.
- So macht es sich einen Spaß,
- so wird es bald wütend.
- Es kann dich strafen und auch segnen.
- Wenn es bei mir wäre, hätte ich nur
- gerne dein seltsames Schicksal vertreten (geteilt).
- Würde ich dich jetzt befreien, auch dein
- Leben erneuern; und für dein
- Glück hätte ich gebeten.
- Glück, du bist zu mir gekommen,
- aber ein bisschen zu spät. Glück,
- du hast genommen und meinem Herzen
- so viel Freude bereitet. Ich möchte jetzt
- gar nicht wissen, was der Morgen mir
- bringen wird.
- Obwohl ich so lange auch einen Moment habe,
- das Glück in meinen Händen zu halten, und ich tanze
- den letzten Tanz mit dir.
Dazu muss man allerdings sagen, dass Gebete und Musik den Alltag der Juden bestimmten. Die Knaben im alter von drei bis fünf lernen mit einer besonderen melodischen Singweise dem „ Stubentrop“, die Tora auswendig. Das Beten nahm ganze Stunden im Tagesablauf der männlichen Juden ein, und so war es nicht verwunderlich, dass sich der Gesang auch auf das Leben außerhalb der Synagoge ausbreitete.
Weblinks
- Virtual Klezmer
- THE KLEZMER CONNECTION
- Klezmer-Musik.de
- AUFWIND - Jiddische Lieder und Klesmermusik
- Jährliche Workshops über jiddische Musik und Kultur
- Klezmer zum Tanzen
- Klezmernoten