Johannes Gutenberg
| Inhaltsverzeichnis |
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2 Druckverfahren 3 Wichtige zeitgenössische Mitstreiter 4 Gutenbergs Bedeutung heute 5 Zweifel an Gutenbergs Drucktechnik 6 Trivia 7 Literatur 8 Weblinks |
Leben
Gutenberg wurde zwischen 1395 und 1405 als Sohn des Patriziers und Kaufmanns Friele Gensfleisch in Mainz geboren und starb dort am 3. Februar 1468. Da sich sein Geburtsdatum nicht genau feststellen lässt, legte die Gutenberg-Gesellschaft am Ende des 19. Jahrhunderts das Geburtsdatum auf 1400 fest, um anschließend im Jahre 1900 das 500jährige Jubiläum zu begehen. Nach der Mode der damaligen Zeit änderte Johannes Gensfleisch später seinen Namen nach der Bezeichnung des Familiensitzes seiner Eltern, dem "Hof zum Gutenberg".Gutenberg arbeitete als Goldschmied und Schreiber, dabei lernte er die ersten gedruckten Bücher kennen. Er lebte zwischen 1434 und 1444 in Straßburg. Dort gründete er mit anderen das Unternehmen "aventur und kunst", wobei "Kunst" im damaligen Sprachgebrauch als "handwerkliches Können" zu verstehen ist. Für die Aachen-Wallfahrt im Jahre 1439 wurden Wallfahrtsspiegel aus verschiedenen Metallen hergestellt. Aufgrund einer Pestepedemie fand die Wallfahrt jedoch erst im Jahre 1440 statt. Weil sich seine Geschäftspartner finanziell betrogen fühlten, kam es deswegen zu gerichtlichen Auseinandersetzungen.
Die Bedeutung Gutenbergs für die Entwicklung des Buchdrucks liegt vor allem in der systematischen Benutzung diverser damals bereits bekannter Reproduktions- und Druckverfahren (dem Arbeiten mit Holzblöcken, Modeln und Druckplatten oder Stempeln). Ebenso waren ihm wohl seine Experimente im Gießen der Wallfahrtsspiegel für die Entwicklung einer Legierung sowie eines Handgießinstrumentes für Metall-Lettern nützlich, mit deren Hilfe er bis zum Jahr 1453 nach einer Vulgata-Vorlage die 42-zeilige, so genannte Gutenberg-Bibel druckte (abgekürzt B 42). Ferner druckte er Ablassbriefe, eine lateinische Grammatik und einen "Türcken-Kalender auf das Jahr 1455". Dass er auch am Druck des Catholicon, eines Lehr- und Nachschlagewerks der lateinischen Sprache, beteiligt war, ist wenig wahrscheinlich.
Zuvor musste Gutenberg sich allerdings um die Finanzierung der Umsetzung seiner Idee kümmern. Der Kaufmann Johannes Fust lieh ihm eine hohe Summe Geld, so dass Gutenberg zu seiner Buchdruckerwerkstatt kam. Aufgrund von Differenzen zwischen Fust und Gutenberg über die Aufteilung der Einnahmen und Ausgaben des gemeinsamen Druckunternehmens kam es zum Zwist der beiden Geschäftspartner. Man trennte sich nach einem Gerichtsprozess. Mit Peter Schöffer als Leiter blieb die ehemalige Gutenbergische Druckerei das erste auch kommerziell erfolgreiche Druckunternehmen.
Die in etwa 180 Exemplaren gedruckte Gutenberg-Bibel, von denen 49 noch heute erhalten sind, wurde ein beträchtlicher Erfolg. Wie Andreas Venzke in seiner Biografie über den Buchdruck-Erfinder nachweist, muss Gutenberg daran – entgegen der landläufigen Darstellung, wonach ihn Johannes Fust in die Armut getrieben habe – erheblich verdient haben.
Laut Andreas Venzke sind die gesicherten Lebensstationen auch nur die hier folgenden:
| 1394–1405: (1408) | Gutenberg wird als Mainzer geboren. |
| 1430: | Hält sich auf jeden Fall 1420 und 1427/28 in Mainz auf. |
| 1430: | Ist aus Mainz "ausgefahren", d.h., er ist als wandernder Handwerker unterwegs. |
| 1434–1444: | Lebt in (der Nähe von) Straßburg und leitet verschiedene Geschäftsgemeinschaften, die auch mit dem "Drucken" zu tun haben. |
| 1448–1457: | Lebt in Mainz, hat eine Geschäftsgemeinschaft gegründet und druckt die Bibel. |
| 1465: | Der Mainzer Erzbischof sichert sein Auskommen. |
| 1468: | Gutenberg wird nach seinem Tod in Mainz beigesetzt. |
Gutenbergs Todestag geht nur indirekt aus einer Notiz unbekannter Hand in einem frühen Mainzer Druck hervor:
"Anno Domini 1468 uf Sankt-Blasius-Tag starb der ehrsam Meister Henne Gensfleisch, dem Gott gnade."
Von Gutenberg sind keine authentischen Bildnisse überliefert.
Druckverfahren
Gutenbergs Druckverfahren funktionierte so, dass Metalllettern so aneinander gereiht werden, dass sie eine Seite ergaben. Dann werden die Lettern mit Farbe bestrichen und auf ein Papier mit Druck übertragen (Hochdruckverfahren). Das Neue daran war, dass die Lettern wiederverwendet werden konnten, und nicht wie bis dahin als Druckplatten aus Holz hergestellt wurden, die Unikate waren und nur für eine einzige Seite verwendet werden konnten. Die so genannte Gutenberg-Bibel gilt noch heute als eines der schönsten Erzeugnisse der Druckkunst, was fälschlich auch daran festgemacht wird, dass sie nach über 500 Jahren noch aussieht wie zur Zeit ihrer Entstehung – dies ist der Qualität des verwendeten Papieres bzw. Pergamentes geschuldet. Tatsächlich ist für die Schönheit dieser Bibel die besondere Komposition der Druckbuchstaben verantwortlich.Gutenbergs Erfindung breitete sich schnell in Europa aus: In den ersten 50 Jahren wurden 30.000 Titel mit einer Auflage von 12 Millionen Exemplaren produziert. Druckwerke vor 1500 werden Inkunabeln oder Wiegendrucke genannt.
"Das größte Ereignis der Weltgeschichte" nannte der französische Schriftsteller Victor Hugo die Erfindung des Drucks. Das Gussmetall für Gutenbergs Lettern bestand aus Blei, Zinn und verschiedenen Beimischungen, die schnell erkalteten und dem hohen Druck der Presse gut standhielten. Bei der Presse handelte es sich um eine Spindelpresse zum effektiven Auftragen des Druckbildes auf Papier und Pergament. Diese Technik war den bisherigen Holzdruckverfahren weit überlegen.
Wichtige zeitgenössische Mitstreiter
Gutenbergs Bedeutung heute
Die oben erwähnte Medienrevolution verdankt sich vor allem die Tatsache, dass durch das Verfahren mit den beweglichen Lettern schneller, billiger und in größeren Mengen gedruckt werden konnte als zuvor. Das System trug so zur Alphabetisierung bei, indem es Texte wesentlich mehr Menschen als zuvor zur Lektüre zugänglich machte. Für verschiedene Medienwissenschaftler leitet deswegen die Erfindung aus der Gutenbergdruckerei einen neuen Zeitabschnitt der Medienentwicklung ein, so zum Beispiel bei Vilém Flusser oder Marshall McLuhan und seiner „Gutenberg-Galaxis“.Siehe auch: Mediengenealogie
Zweifel an Gutenbergs Drucktechnik
Der italienische Professor Bruno Fabbiani ist auf Grund einer Untersuchung der 42-zeiligen Bibel der Meinung, dass Gutenberg nicht mit einzelnen Handlettern, sondern mit ganzen Druckplatten gedruckt habe. Professor Fabbiani begründet dies damit, dass sich einige Lettern überschneiden, was bei einzelnen Handlettern nicht möglich sei, und damit, dass häufig einzelne Lettern beschädigt abgedruckt seien, was, wie er meint, bei einzelnen Handlettern leicht zu beheben gewesen wäre, beim Plattendruck aber eine Überarbeitung der gesamten Platte erfordert hätte.Angesichts der Beharrlichkeit Professor Fabbianis und seiner Mitstreiter haben die Kuratoren des Mainzer Gutenberg-Museums in einem Aufsatz, welcher in der italienischen Zeitschrift Graphicus erschienen ist, die neuen Thesen mit den gesicherten Erkenntnissen der Wissenschaft konfrontiert: durch das "Punzen", das Einhämmern von Buchstaben, könne niemals ein so regelmäßiges Schriftbild wie bei Gutenbergs Druckerzeugnissen erreicht werden, außerdem entstünde dabei kein rechtsbündiger Satz, sondern "Flattersatz". Zudem sei auf einer fehlgedruckten Seite einer im polnischen Pelplin aufbewahrten Gutenberg-Bibel eine liegengebliebene Drucktype zu sehen, die die klassische Annahme vom Druck mit beweglichen Lettern wie im Lehrbuch stütze.
Trivia
1998 wurde Gutenberg von US-amerikanischen Journalisten zum "Man of the Millennium" gewählt, also zur wichtigsten Person des zweiten Jahrtausends. Ihm zu Ehren wird jedes Jahr im Sommer die Mainzer Johannisnacht gefeiert.Literatur
- Michael Giesecke: Der Buchdruck in der frühen Neuzeit|Der Buchdruck in der frühen Neuzeit. Eine historische Fallstudie über die Durchsetzung neuer Informations- und Kommunikationstechnologien. Frankfurt/M. 1998. ISBN 3-518-28957-8
- Andreas Venzke: Johannes Gutenberg – Der Erfinder des Buchdrucks und seine Zeit. Piper-Verlag, München 2000. ISBN 3-492-22921-2
- Stadt Mainz (Hrsg.): Gutenberg – Aventur und Kunst: Vom Geheimunternehmen zur ersten Medienrevolution. Mainz 2000. ISBN 3-87439-507-3
- Helmut Mathes: "Kontroverse um Johannes Gutenberg" in: Deutscher Drucker Nr. 38/18.112004
- Kuratoren des Mainzer Gutenberg-Museums: "Gutenberg-Museum antwortet: 'Fabbianis These ist absurd.'" in: Deutscher Drucker Nr. 41/9.12.2004
Weblinks
- Alles über Johannes Gutenberg
- Beinert, Wolfgang: Johannes Gutenberg, Kurzbiographie
- Vollständige Mainzer Gutenberg-Bibel; digital durchblätterbar
- Zum 600. Geburtstag von Johannes Gutenberg von Daniel Woreck
- Göttinger Gutenberg-Bibel in digitalisierter Form
- Besondere Auseinandersetzung um das Werk Gutenbergs
- Stellungnahme des Kuratoriums des Mainzer Gutenbergmuseums zu den Vorwürfen aus Italien um Prof. Bruno Fabbiani (Wiesbadener Tagblatt)
- Helmut Mathes: "Kontroverse um Johannes Gutenberg." in: Deutscher Drucker Nr. 38/18.11.2004
- Das Gutenberg-Museum in Mainz
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Zur Erklärung siehe Wikipedia:Personendaten.
| Personendaten | |
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