Johann Joachim Winckelmann
| Inhaltsverzeichnis |
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2 Werk und Bedeutung 3 Werke 4 Literatur 5 Weblinks |
Leben
Herkunft und Werdegang
Winckelmann, der Sohn eines Schusters, war dank eines Stipendiums in der Lage, in Halle (Saale) Theologie zu studieren. Später nahm er das Studium der deutschen Reichsgeschichte auf, damals ein eigener und blühender Studiengang. Seine Lieblingsthematik, die griechische Kunstgeschichte, hat er zeitlebens als Autodidakt betrieben, sich jedoch darin als Meister erwiesen. Nach kurzen Anstellungen als Lehrer und Erzieher wurde er 1748 Bibliothekar bei Heinrich Graf von Bünau in Nöthnitz bei Dresden. In den dortigen Galerien konnte er seinen Sinn für bildende Kunst entwickeln. Ein grundlegendes Werk, das Winckelmann im Jahre 1755 herausgab, sollte für seine spätere Laufbahn von Bedeutung werden, die ihn in in den Dienst bei verschiedenen Kardinälen in Rom und schließlich die Oberaufsicht über die Altertümer in Rom und Umgebung einträgt, einbringen.Tod
Im April 1768 reiste Winckelmann zurück nach Deutschland, wurde unterwegs jedoch von einem melancholischen Anfall überwältigt. Schließlich kam er über Wien nach Triest, wo er dem stadtbekannten Räuber Francesco Arcangeli zum Opfer fiel: dieser tötete Winckelmann mit fünf Messerstichen, mutmaßlich um seiner Reisebörse habhaft zu werden. Arcangeli war in dem Hotel, wo Winckelmann logierte, dessen Zimmernachbar. Die Prozessakten dieser für damalige Verhältnisse sehr akribisch durchgeführten Untersuchung des Tatherganges liegen auch in deutscher Übersetzung vor. Winckelmann wurde in Triest begraben. Fast 60 Jahre nach dem Tathergang wurde ihm durch die Initiative von Dr. Domenico Rossetti ein Grabmonument errichtet. Rosetti wiederum war es auch, der sich ca. 40 Jahre nach dem Ereignis als erster um eine möglichst detailgetreue Darstellung des Tatherganges nach den Prozessakten bemühte.
Werk und Bedeutung
Winckelmanns wichtigste Veröffentlichungen
1755 gab Winckelmann seine erste Schrift in einer Auflage von nur knapp 50 Expemplaren heraus: "Gedancken über die Nachahmung der Griechischen Wercke in der Mahlerey und Bildhauer-Kunst" (Dresden). Dieses epochemachende Werk wurde schnell sehr erfolgreich, so dass Winckelmann bereits 1756 eine zweite Auflage veröffentlichte, der er eine von ihm selbst verfasste Gegenschrift ("Sendschreiben über die Gedanken Von der Nachahmung der griechischen Werke in der Malerey und Bildhauerkunst") sowie eine wieder unter seinem Namen veröffentlichte Gegen-Gegenschrift ("Erläuterung der Gedanken Von der Nachahmung der griechischen Werke in der Malerey und Bildhauerkunst; und Beantwortung des Sendschreibens über diese Gedanken") anhängte und so die öffentliche Aufmerksamkeit für seinen Erstling deutlich vergrößerte. Die "Gedanken" enthalten bereits in nuce die meisten seiner Ideen und Konzepte in einer formvollendeten Sprache. Hierauf erhielt er die Einladung zu einer Reise nach Rom, wo er nach kurzer Zeit als Bibliothekar bei Kardinal Archinto arbeitete, später in der gleichen Stellung bei Kardinal Albani, einem ebenso liberalen wie kunstbeflissenen Mäzen. Im Jahr 1763 wurde Winckelmann als erster Ausländer mit der Oberaufsicht über die Antiken in und um Rom beauftrag und verfasste in dieser Zeit u.a. Schriften zu den neuesten Ausgrabungen bei Herculaneum, die er interessiert verfolgte. 1764 schließlich konnte er sein Hauptwerk "Die Geschichte der Kunst des Altertums" (2 Quartbde., Dresden) herausgeben. Winckelmann stellte darin nicht lediglich die Geschichte der Kunst dar, sondern auch ein entwickeltes System der griechischen Kunst auf. Im Kern ist es eine Charakteristik des Stils der Plastik nach den Bestandteilen und nach Typen und Klassen des Idealschönen.
Winckelmanns Bedeutung für die Antikerezeption
Für Winckelmann ist es die höchste Aufgabe der Kunst, die Schönheit darzustellen ("edle Einfalt und stille Größe"). Winckelmanns Bild der römischen und griechischen Antike prägte sehr wesentlich den Geist des deutschen Klassizismus. Das besonders an den Formen ausrichtete Empfinden der Kunstwerke und ihre Rezeption bei Winckelmann wirkte sowohl bei Goethe als auch Schiller prägend. (Goethe war 1786 bis 1788 in Italien.) Wie prägend Winckelmann war, belegt Goethe mit seiner in Tübingen erschienenen Schrift von 1805 Winckelmann und sein Jahrhundert. Die Reisebeschreibung von Goethe selbst enthält zahlreiche Rückbezüge auf Winckelmann. Tischbein wiederum als Maler und Kunstkenner blieb ebenfalls hiervon nicht unbeeinflußt. Dieser porträtierte Goethe in Italien auf einer großen Leinwand. Auch die Vorstellung, daß die Architektur und damit auch die Plastik weiß gewesen sei, geht letzten Endes auf Winckelmann zurück. Archäologisch hingegen läßt sich belegen, daß die Architektur in der Regel bemalt war. Auch in der Plastik haben wir keineswegs nur unbemalte Beispiele, sondern auch bemalte, die sich belegen lassen. Beispielsweise hierfür nennen läßt sich der sogenannte Kritios-Knabe.
Winckelmann gehörte auch zu den Personen, die Grabungen anmahnten, um das historische Olympia (Griechenland) freizulegen. Im Januar 1768 nahmen die Reisepläne Winckelmanns konkrete Formen an, jedoch brachte sein gewaltsamer Tod diese Initiative zum Erliegen. Erst in den Jahren 1875 bis 1881 begann unter der Leitung von Ernst Curtius durch das Deutsche Archäologische Institut die systematische Ergrabung. Die unter seiner Leitung wie auch der von Wilhelm Dörpfeld und Georg Treu erbrachten Ergebnisse, gaben Winckelmann postum hinsichtlich seiner Forderung der Ergrabung Olympias im vollstem Umfang Recht.
Werke
Werkausgabe
- Schriften und Nachlaß:
- Bd.IV,1: Geschichte der Kunst des Alterthums, Mainz 2003, Text, Erste Aufl. Dresden 1764; Zweite Auflage Wien 1776.
- Briefe. 4 Bände. Hrsg. von Walther Rehm und Hans Diepolder. de Gruyter, Berlin 1952-1957
Literatur
- Johann Wolfgang von Goethe: Winckelmann und sein Jahrhundert. Tübingen 1805 (mit Beiträgen von Meyer and Wolf)
- Carl Justi: Winckelmann und seine Zeitgenossen. 2. Auflage. 3 Bände. Leipzig 1898
- Wolfgang Leppmann: Winckelmann. Ein Leben für Apoll. Propyläen, Berlin 1996 ISBN 3-549-05595-1 (Biographie)
- Esther Sophia Sünderhauf: Griechensehnsucht und Kulturkritik. Die deutsche Rezeption von Winckelmanns Antikenideal 1840-1945. Akademie-Verlag, Berlin 2004 ISBN 3-05-004100-5 (zugleich Dissertation der Humboldt-Universität Berlin, 2002)
- Literatur zum Mordfall Winckelmann: siehe Artikel Francesco Arcangeli (Winckelmann-Mörder)
Weblinks
- Geschichte der Kunst des Altertums, Volltext auf deutsch
- Winckelmann-Gesellschaft e.V., Stendal mit Winckelmann-Museum
- Winckelmann Biografie und seine Reisen nach Neapel und Herculaneum
- http://www.retecivica.trieste.it/triestecultura/musei/civicimusei/storiaearte/cenotafio.htm
- http://www.autorenlexikon.de/winckelmann.html
- http://a.domaindlx.com/Chamu/WinckelmannJohannJoachim.jpg
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Zur Erklärung siehe Wikipedia:Personendaten.
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