Johann I. (Portugal)
Leben
Johann I. war Sohn von Peter I und dessen Geliebten Teresa Lourenço. Vor seiner Thronbesteigung wurde er Johann von Avis genannt.
Da er als nichteheliches Kind keine Anwartschaften auf den Thron geltend machen konnte, trat er in den Zisterzienserorden ein und wird Abt. 1363 wird er Großmeister des Ritterordens von Avis.
1367 verstirbt Peter I., die Nachfolge tritt dessen Sohn Ferdinand I an. Dieser verstirbt 1383 ohne männlichen Erben. Damit war die direkte männliche Linie des Hauses der Burgunderherrscher in Portugal erloschen. Über seine Erbtochter, Beatrix, die mit König Johann I von Kastilien verheiratet war, wäre Portugal im Wegen der Erbfolge an die kastilische Krone gefallen.
Nach dem Tode Ferdinand I. übernahm zuächst dessen Witwe, Leonore Teles de Menezes zusammen mit ihrem Liebhaber kurz die Macht. Diese war im Volk, auch wegen ihrer pro-kastilischen Haltung, allerdings äußerst unbeliebt. Eine Mehrheit der Portugiesen mißtraute den kastilischen Autonomieversprechen und war gegen eine Vereinigung des Landes mit Kastilien aus dynastischen Gründen.
Mit der Revolution von 1383 wird Leonore nach sechs Wochen Herrschaft gestürzt. Johann von Avis stellt sich an die Spitze der Aufständischen, tötet eigenhändig den Liebhaber der Leonore und zwingt diese ins kastilische Exil. Als der kastilische Johann darauf mit einer großen Armee nach Portugal einmaschiert, wird Johann von Avis von der Cortes, der portugiesischen Adelsversammlung, zum "Verteidiger des Vaterlandes" ernannt.
1385 kommt es zur entscheidenden Schlacht von Aljubarrota, bei der die Portugiesen unter Führung Johann von Avis und seines Generals, des seligen Nuno Álvares Pereira, eine zahlenmäßig stärkeren und besser ausgerüsteten kastilischen Armee gegenüberstanden. Mit Hilfe der verbündeten Engländer gelang es Johann von Avis, Kastilien zu schlagen. Damit waren kastilische Versuche, sich Portugal einzuverleiben, dauerhaft abgewehrt, die Unabhängigkeit Portugals gerettet. Die Cortes proklamierten Johann von Avis daraufhin zum neuen König des Landes. Zum Gedenken an die gewonnene Entscheidungssschlacht stiftete Johann das Kloster Santa Maria da Vitória in Batalha.
Johann wurde Stammvater zweier portugiesischer Königsdynastien. Er war Begründer des Hauses Avis, das Portugal bis 1580 regieren sollte. Auf seinen nichtehelichen Sohn Johann, des ersten Herzog von Braganza, führt sich das Haus Braganza zurück, das Portugal von 1640 bis 1853 regieren sollte.
Mit seinem Sohn Heinrich dem Seefahrer begann für Portugal das Zeitalter der Entdeckungen.
Familie
Um das Bündnis mit England zu sichern, heiratete er 1387 Philippa von Lancaster, eine Tochter von John of Gaunt und somit Enkeltochter König Eduard III von England. Mit ihr hatte er folgende Kinder:
- Branca (* 13. Juli 1388 - † 1389)
- Alfons (* 30. Juli 1390 - † 22. November 1400)
- Eduard I (* 31. Oktober 1391 - † 9. September 1438)
- Peter von Portugal (* 9. Dezember 1392 - † 20. Mai 1449), Herzog von Coimbra und Regent von Portugal
- Heinrich der Seefahrer (* 4. März 1394 - † 13. November 1460)
- Elisabeth (Isabel) (* 21. Januar 1397 - † 17. Dezember 1472), sie heiratete 1430 Herzog Philipp III, den Guten, von Burgund und war die Mutter von Karl dem Kühnen
- Branca
- Johann von Portugal (* 13. Januar 1400 - † 18. Oktober 1442)
- Ferdinand der Heilige (* 29. September 1402 - † 5. Juni 1443)
- Alfons von Braganza, des ersten Herzogs von Braganza und Stammvater des Hauses Braganza (* 1370 - † 1461)
- Beatriz (* 1368 - † 23. Oktober 1439)
- Branca (* 1378 - † 1379)
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Zur Erklärung siehe Wikipedia:Personendaten.
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