Johann Georg Hamann
Er studierte Theologie, Rechtswissenschaften, Philosophie und Naturwissenschaften ohne einen Abschluss zu erlangen. 1752 wurde er Hauslehrer und 1756 Handelsvertreter.
In einer Lebenskrise erfuhr er nach intensivem Bibelstudium eine Bekehrung. Daraufhin entfaltete er sich zu einem theologisch-philosophischen Kritiker der vorherrschenden Aufklärung.
Hamann pflegte intensive Korrespendenz u.a. mit Moses Mendelssohn, Friedrich Heinrich Jacobi und Immanuel Kant. Besonders deutlich ist Hamanns Einfluss auf die Philosophie Herders.
Die katholische Fürstin Amalie von Gallitzin lud ihn 1787 nach Münster ein. Kurz vor der Heimreise verstarb Hamann 1788 dort und wurde im Garten der Fürstin beigesetzt, später dann auf den Alten Überwasserfriedhof umgebettet.
Auf Friedrich Karl v. Moser geht der auf seine tiefe Weisheit anspielende Beiname Magus des Nordens zurück.
Hamann wandte sich gegen die Gegeneinanderstellung von Glaube und Vernunft. Beidem liege ein gemeinsames Fundament in der Erfahrung zugrunde. Alles Erkenntnisvermögen gründet in der Sprache, in der sowohl das logische als auch das ästhetische Vermögen der Vernunft gründen. Insofern gilt: "Vernunft ist Sprache". Mit Herder und Wilhelm von Humboldt wurde Hamann zu einem Wegbereiter der modernen Sprachphilosophie. Auch der Sturm und Drang und der Existenzialismus verdanken ihm wesentliche Impulse.
Literatur
- Hamann: Gedanken über meinen Lebenslauf, 1758/59
- Hamann: Sokratische Denkwürdigkeiten, 1759
- Hamann: Kreuzzüge des Philologen, 1762
- Hamann: Golgotha und Scheblimini, 1784
- J. Nadler (Hrg.): Sämtliche Werke, historisch-kritische Ausgabe (1949-57)
- Oswald Bayer: Zeitgenosse im Widerspruch. Johann Georg Hamann als radikaler Aufklärer. München 1988
Weblinks
Eintrag zu Hamann in der Stanford Encyclopedia of Philosophy
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Zur Erklärung siehe Wikipedia:Personendaten.
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