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Joel (Buch)

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Das Buch Joël ist ein Buch des Alten Testaments der Bibel. Seit dem Mittelalter wird es in 4 Kapitel unterteilt. Seine Datierung ist ganz unklar; manche sehen in Joël einen der ältesten, manche einen der jüngsten Propheten.

Inhalt:

Die Heuschreckenplage
Die Ausgießung des Geistes
Das letzte Gericht

Personen/ Wichtiges: Siehe auch: Bibel, Liste der Bücher der Bibel, Altes Testament, Hosea (Buch), Amos (Buch), Portal Bibel

1.1 Verfasser

Das Alte Testament selbst nennt Joel , den Sohn des Petuel, als Verfasser und im Neuen Testament wird dies bestätigt, wenn Petrus in der Apostelgeschichte wörtlich aus Joel zitiert . Auch der Walvoord-Kommentar, Archer und Eißfeldt gehen davon aus, daß Joel der alleinige Verfasser dieses Buches ist . Fohrer widerspricht einer Einheitlichkeit und stellt die kritischen Meinungen anderer Autoren und Wissenschaftler dar, die die Einheitlichkeit des Buches anzweifeln und mindestens zwei verschiedene, unbekannte Verfasser vermuten , einen für die Kapitel 1+2, und einen für die Kapitel 3+4. So gehen viele der liberalen Theologen davon aus, daß die Kapitel 1+2 älter sind, als die Kapitel 3+4. Duhn nimmt z.B. für Kapitel 1+2 einen Dichter und für Kapitel 3+4 einen synagogalen Priester als Verfasser an, der auch die Hinweise auf den Tag des Herrn in die Kapitel 1+2 eingefügt haben soll . Viele dieser kritischen Meinungen beruhen auf dem Problem der Datierung und dem Verhältnis zu Prophetien, denn es wird im Buch Joel selbst nur der Name des Verfassers genannt, jedoch keine Abfassungszeit. Natürlich läßt sich auch bei Joel nicht eindeutig beweisen, daß Joel dieses Buch selbst geschrieben hat, oder ob jemand anderes seine Worte aufgeschrieben hat. Allerdings bezweifelt nur ein sehr geringer Teil der Theologen, daß es sich hier nicht um Joels Worte handelt. Die hebräischen Worte in Joel 1,1 kennzeichnen Joel deutlich als Prophet, denn die Formulierung “das Wort Gottes geschah (zu/an mir)” findet sich in ähnlicher Form auch bei anderen alttestamentlichen Propheten . Der Name Joel findet sich zwar noch öfters im Alten Testament, doch handelt es sich dort um andere Personen.

1.2 Abfassungszeit Über die Abfassungszeit gibt es ein weitgefächertes Spektrum an Meinungen, die vom 9. Jahrhundert v. Chr. bis zum 2. Jahrhundert v. Chr. reichen . Eine eindeutige Datierung ist bei diesem Buch unmöglich, da man nur anhand von Äußerungen des Textes im bezug auf die Umwelt Vermutungen anstellen kann. Viele dieser Vermutungen lassen sich weder eindeutig beweisen noch eindeutig widerlegen, da sie sich eher auf Indizien als auf handfeste Beweise stützen. Ich möchte die verschiedenen Meinungen zur Datierung von Joel an dieser Stelle in vier Hauptgruppen unterteilen:

1.2.1 frühe vorexilische Zeit (ca. 800 v. Chr.) Ein Argument für eine frühe vorexilische Abfassung ist die Nennung von „Tyrus, Sidon, den Philistern, Ägypten und Edom als Feinde des Volkes“ (Walvoord 489) . Die späteren Feinde, die Assyrer, Chaldäer oder Perser werden nicht genannt. Ein weiteres Argument für Vertreter dieser Theorie ist die in Joel beschriebene Regierungsform, in der kein König genannt wird und die Ältesten und die Priester die Verantwortung zu haben scheinen. Dies lässt den Schluss zu, daß es zu der Zeit abgefasst wurde, als Joas (bzw. Joasch) König wurde, aber mit seinen sieben Lebensjahren noch unmündig und somit unfähig zu regieren war . Auch große Ähnlichkeiten zwischen Amos und Joel werden als Beweis für diese Frühdatierung angeführt, da es inhaltlich eher den Anschein hat, daß Amos Joel zitiert als umgekehrt, und sprechen für eine Datierung vor der Abfassung von Amos (d.h. vor 755 v. Chr.). Auch die Diktion und die grammatischen Konstruktionen weisen laut Archer auf ein vorexilisches Abfassungsdatum hin. Das beste Argument für eine derart frühe Datierung des Joelbuches ist aber die Stellung von Joel im Zwölfprophetenbuch (Dodekapropheton) des jüdischen Kanons, die auch in die Vulgata bis hin in unsere heutigen Bibeln (allen voran Luther) übernommen worden ist (vgl. hierzu auch S). Wir können davon ausgehen, daß die Sortierung der Propheten aufgrund chronologischer Aspekte erfolgte . Somit muß Joel vor Amos (d.h. vor 755 v. Chr.) geschrieben worden sein. Für diese frühe vorexilische Datierung haben sich z.B. Archer, Kirkpatrick, Das grosse Bibellexikon und Die Zeittafel der Bibelgeschichte entschieden.

Dagegen lassen sich allerdings einige Einwände anbringen. Walvoord schreibt z.B. „die Stellung im Kanon ist nicht entscheidend, vor allem wenn man beachtet, daß die LXX das Buch Joel anders einordnet“ (Walvoord 489) . Diese Umstellung scheint allerdings aufgrund der Sortierung nach Umfang, nicht nach Chronologie erfolgt zu sein . Auch die Nennung der „Feinde des Volkes“ (vgl. Joel 4,4) stellt für Walvoord keinen stichhaltigen Beweis dar, da sie auch bei den Propheten Jeremia und Hesekiel zur Zeit des babylonischen Exils genannt werden. Außerdem wird argumentiert, daß Joel erst nach dem Exil hätte geschrieben werden können, da man seine Äußerungen nicht als Prophetie anerkennen könne, sondern nur als Wiedergabe der Ereignisse, nachdem sie bereits passiert sind . Eißfeldt hält diese Datierung für irrelevant, da er sie als nicht sicher beweisbar ansieht , und Fohrer lehnt diese Datierung ab, ohne Argumente dafür zu nennen.

1.2.2 späte vorexilische Zeit (ca. 590 v. Chr.) Für eine Datierung zwischen 597 und 587 v. Chr. sprechen einige sehr gute Gründe. So könnte man Joel 4,2 leicht mit der Deportierung von zehntausend Männern Judas durch die Babylonier in Verbindung bringen. Auch die Erwähnung des Tempels, der erst 586 v. Chr. zerstört wurde, ist zwar kein Beweis (vgl. 1.2.3), aber zumindest eine Möglichkeit der Interpretation zugunsten dieser Datierung. Walvoord schreibt außerdem: „Zugleich würde dies bedeuten, daß in Joel 1,15 und 2,1-11 die endgültige Zerstörung Jerusalems angedeutet wird (die 586 v. Chr. geschah; vgl. 2. Kön 25,1-21).“ (Walvoord 490) Die Erwähnung des Sklavenhandels zwischen Griechen und Phöniziern in Joel 4,6 kann ebenfalls als Indiz für diese Datierung gewertet werden, da z.B. Kapelrud gezeigt hat, daß der griechische (bzw. ionische) Handel bereits im siebten und sechsten Jahrhundert v. Chr. florierte . Vertreter dieser Datierung sind z.B. Kapelrud, Rudolph und Mohn .

Gegen diese Datierung sprechen allerdings die sich daraus ergebenden inhaltlichen Probleme im Bezug auf Joel 2,18-19, denn „dieser Abschnitt scheint von der Gnade Gottes zu der Generation Joels zu sprechen und anzudeuten, daß sie wirklich umgekehrt ist“ (Walvoord 490). Dies widerspricht den Berichten über die letzten Tage Judas und ist auch nicht mit 2. Könige 23,26f in Einklang zu bringen.

1.2.3 frühe nachexilische Zeit (ca. 500 v. Chr.) Für eine Abfassung kurz nach der Exilszeit spricht zum Beispiel die Interpretation, daß Joel 4,1-2 und Joel 4,17 sich auf die Exilszeit und die Zerstörung Jerusalems beziehen. Die Erwähnung des Tempels in Joel 1,9 und Joel 1,13 wird damit begründet, daß es sich um den zweiten Tempel handelt, der 515 v. Chr. von den zurückgekehrten Juden gebaut wurde. Auch die Nichterwähnung eines Königs und die scheinbare Herrschaft der Ältesten (Joel 1,2 und Joel 2,16) würden für diese Datierung sprechen. Joel scheint außerdem mehrfach Hesekiel zu zitieren. Auch der in Joel 4,6 erwähnte Sklavenhandel mit den Griechen scheint ein Indiz für die nachexilische Zeit zu sein . Des weiteren werden keine heidnischen Kulte erwähnt; dies ist zwar auch kein Beweis, würde aber am besten zur nachexilischen Zeit passen . Vertreter dieser Datierung sind z.B. Arnold/ Beyer, Augé und Myers

Auch diese Datierung ist alles andere als stichhaltig, da man auch gegen die Argumente für diese Datierung Einwände erheben kann. So kann man z.B. nur vermuten, ob es sich hier um den ersten oder den zweiten Tempel handelt, da der Text keine eindeutige Bestimmung zulässt . Auch aus der Nichterwähnung eines Königs kann man noch nicht sicher sagen, daß es zu dieser Zeit keinen gab, und die Ältesten hatten schon immer eine besondere Stellung im Volk und waren hochangesehen. Genauso wenig ist die Nichterwähnung von Kulten ein klarer Beweis dafür, daß es keine gab. Und das Argument des Sklavenhandels ist auch kein Beweis, da Kapelrud diesen bereits auf das 7. und 6. Jahrhundert v. Chr. datiert.

1.2.4 späte nachexilische Zeit (ca. 300 v. Chr.) Viele der liberalen Theologen vertreten die Ansicht, daß Joel erst um ca. 330 v.Chr. geschrieben wurde, da die Griechen im Text namentlich genannt werden, und dies ihrer Meinung nach nur durch die Eroberungen von Alexander dem Großen gerechtfertigt ist. Auch die Nichtnennung des Nordreiches, eines Königs oder der Opferhöhen scheinen Anhaltspunkte für diese Datierung zu bieten. Das jedoch stärkste Argument für eine Datierung in die späte nachexilische Zeit ist das Zweifeln an der Einheit des Buches Joel . So gehen viele der liberalen Theologen davon aus, daß die Kapitel 1+2 älter sind, als die Kapitel 3+4. Dies wird durch die Prophezeiungen (die in ihren Augen keine seinen können) begründet, und durch den teilweise apokalyptischen Stil, den man als typisch für die Zeit um 200 v. Chr. ansieht . Duhn, Oesterley und Robinson gehen z.B. von einer Abfassung der Kapitel 1+2 in der nachexilischen Zeit, und Kapitel 3+4 um 200 v. Chr. aus . Andere Theologen, z.B. Sellin und Rost datieren zwar etwas anders , behalten aber das Prinzip einer zweiteiligen oder gar dreiteiligen Abfassung bei. Als letztes Argument wird auch der sprachliche Stil mit „verhältnismäßig vielen Aramaismen“ (Eißfeldt 481) genannt. Vertreter dieser Datierung sind sowohl der RGG , als auch Oesterley, Robinson, Treves, Jensen und Eißfeldt .

Auch für diese Datierung gibt es keine klaren Beweise, da die Ergebnisse auf Annahmen beruhen, die nur durch die darauf folgerbaren Ergebnisse logisch sind (Zirkelschluss ). So ist die Einheitlichkeit des Buches aufgrund von äußeren Beweisen nicht zu widerlegen, und auch die Nichtnennung eines Königs oder des Nordreiches sind keine Beweise dafür, daß sie zu der Zeit nicht existierten. Das Argument des apokalyptischen Stils ist ebenfalls kein Beweis dafür, daß Joel (oder Teile davon) erst um 200 v. Chr. abgefasst wurden, nur weil viele apokalyptische Dokumente aus dieser Zeit stammen. Die Uneinheitlichkeit wird hauptsächlich aus angeblich stilistisch nicht passenden Passagen vertreten, was einerseits sehr subjektiv ist, und andererseits von anderen vehement abgestritten wird. So bezieht sich z.B. Meißner auf die Beweisführung von Prinsloo, und betont die Einheitlichkeit aufgrund Prinsloos Teilung des Buches in acht Abschnitte , „die durch ständige Rückbezüge und Stichwortverbindungen stufenförmig aufeinander aufbauen und durch schrittweise Steigerung im letzten Abschnitt ihren Höhepunkt erreichen“ (Meißner 46). Kapelrud belegt außerdem den Sklavenhandel zwischen Griechen und Phöniziern bereits in einer sehr frühen Zeit um das 7. und 6. Jahrhundert v. Chr. , weshalb man nicht davon ausgehen muß die Erwähnung der Griechen hätte erst aufgrund der Taten Alexanders des Großen um 330 v. Chr. geschehen können.

1.2.5 eigene Meinung Ich persönlich schließe mich Archer an, und bin der Meinung, daß eine frühe vorexilische Datierung um 800 v. Chr. am wahrscheinlichsten ist, da eine chronologische Ordnung im Dodekapropheton logisch ist und seither auch der jüdischen Tradition entspricht . Auch die Parallelen zu Amos scheinen dies zu unterstützen . Die Erwähnung des Tempels lässt nicht den Schluss zu, hier müsse der zweite Tempel nach dem Exil gemeint sein, und wie Kapelrud bewiesen hat ist die Erwähnung der Griechen auch kein legitimes Argument für eine Abfassung um 330 v. Chr.. Viele der Argumente für spätere Datierungen mögen gute Argumente sein, widersprechen jedoch kaum einer Abfassung um 800 v. Chr. bzw. führen nicht unbedingt zwingend zu einer späteren Datierung, zumal ich die Gründe für die Anzweiflung einer Einheitlichkeit des Buches bestenfalls für dürftig und sehr subjektiv halte . Eine Teilung des Buches in mehrere Verfasser lässt sich nur durch eine Datierung und die späte, nachexilische Zeit begründen, und das Argument für eine derart späte Abfassung ist die Uneinheitlichkeit. Dies ist ein Zirkelschluss, der meines Erachtens keine Beweiskraft hat. Denn es gibt durchaus gute Gründe für die Einheitlichkeit des Buches Joel. So gibt es keine äußeren Beweise für eine Uneinheitlichkeit, aber innere Beweise für eine Einheitlichkeit . Ansonsten scheint nur noch das Verhältnis zur Prophetie eine spätere Datierung zu rechtfertigen, denn wenn man mit der Voraussetzung an den Text herantritt, daß es keine Prophetie geben kann, sondern nur nachträgliche Reflexion, dann kann man aufgrund der Erwähnung vieler Ereignisse in Joel nur zu dem Schluss einer nachexilischen Abfassung gelangen, d.h. den Schluß ziehen, daß Joel nicht die Teilung des Reiches ankündigt, sondern sie aus der nachexilischen Zeit reflektiert und in Form einer Prophetie beschreibt. Somit würde man Joel im Endeffekt als Betrüger ansehen müssen, auch wenn man das prophetische Schreiben über bereits Vergangenes als stilistisches Mittel bezeichnen würde. Da ich mich jedoch auf das biblische Selbstzeugnis beziehe, an Prophetie glaube und die meisten Argumente gegen eine derart frühe Abfassung nicht für stichhaltige Beweise halte, gehe ich von einer vorexilischen Abfassung um 800 v. Chr. aus. Präziser gesagt: zwischen 841 v. Chr. und 835 v. Chr.

1.3 Abfassungsort Über den Abfassungsort von Joel wird in der Literatur fast nichts berichtet. Wenn man sich jedoch ansieht, wer der Adressat des Buches ist, kann man vermuten, daß es in Juda abgefasst wurde. Letztendlich beweisen läßt sich dies jedoch nicht.

1.4 Adressat Der Adressat des Joelbuches scheint das Volk Juda zu sein. Dafür würde auch die Tatsache sprechen, daß kein König im Text erwähnt wird, denn wenn man sich der Meinung einer frühen vorexilischen Abfassung anschließt, ist es wahrscheinlich, daß Joel in einer Zeit zum Volk Juda spricht, als Atalja unrechtmäßig auf dem Thron von Juda saß. Auch Young spricht sich dafür aus, daß Joel sich hier hauptsächlich an Juda richtet , auch wenn Joel an drei Stellen den Namen „Israel“ verwendet . Doch an diesen Stellen bleibt ungeklärt, ob er mit diesem Begriff nur das Südreich, nur das Nordreich oder alle zwölf Stämme meint .

1.5 Kulturelle Situation Zu der Zeit der angenommenen Abfassung (zwischen 841-835 v. Chr.) war das israelitische Volk bereits fast einhundert Jahre lang in zwei Staaten geteilt; den Staat Israel im Norden und den Staat Juda im Süden. Beide wurden unabhängig voneinander von verschiedenen Königen regiert. Außenpolitisch hatte Juda außerdem einige Feinde (Tyrus, Sidon, die Philister, Edom und Ägypten) .Das Jahr 841 v. Chr. war ein sehr bedeutendes Jahr für Juda, da in diesem Jahr die Herrschaft in Juda und Israel wechselte. In Israel kam Jehu an die Macht, „der die beständigste Dynastie gründete, die das Nordreich haben sollte (841-753)“ (Merrill 532). Jehu tötete Ahasja, und Ahasjas Mutter Atalja riss die Macht an sich, indem sie alle möglichen Thronfolger Ahasjas bzw. der davidischen Linie umbringen ließ. Nur Joasch, der noch kein Jahr alt war , blieb verschont, da dessen Tante ihn im Tempel beim Hohepriester Jojada versteckte. Jojada zog Joasch auf und unterrichtete ihn, damit er eines Tages seinen rechtmäßigen Anspruch auf den Thron wahrnehmen könne . Dies gelang Joasch dann auch im Jahre 835 v. Chr., als man Atalja stürzte und öffentlich hinrichtete. Joasch war zu dieser Zeit jedoch noch sehr jung , weshalb der Priester Jojada einen sehr großen Einfluss auf die Regierung ausüben konnte . Aus der Zeit Ataljas ist nicht allzu viel bekannt, allerdings kann man Rückschlüsse ziehen, wenn man betrachtet, was nach Ataljas Tod in Juda passierte. So wie es scheint, wurden in Juda Götzen angebetet, vor allem Baal, denn Joasch schwor Gott einen Treueeid und ließ die Götzen und Altäre zerstören und den Baal-Priester umbringen. Zugleich sorgte er auch dafür, daß der Tempeldienst gemäß des mosaischen Gesetzes wieder hergestellt wurde. Dies ging jedoch recht zögerlich voran, wenn man bedenkt, dass mit der Ausbesserung des Tempels erst ca. 813 v. Chr. begonnen wurde . Hält man sich dieses Szenario vor Augen, ist die Annahme des Wirkens Joels vor 835 v. Chr. mehr als wahrscheinlich, da dies genau auf die in Joel geschilderte Situation des Volkes Juda passt. 1.6 Intension des Autors Joels Hauptanliegen ist die Menschen von Juda zu ernsthafter Buße und Umkehr zu Gott anzuregen. Besonders deutlich wird dies in Joel 2,12+13 und Joel 2,17, wenn Joel nicht von Äußerlichkeiten der Buße redet, sondern von einer Buße, die aus dem Herzen kommt. Das Volk betete auch andere Götter wie z.B. Baal an und Joel weiß um Gottes Gericht und möchte das Volk warnen, denn er weiß auch, daß Gott Gehorsam und Umkehr belohnen wird . Und er spricht nicht nur von einem baldigen Richten Gottes , sondern warnt auch vor dem endgültigen Gericht, dem „Tag des Herrn“, an dem alle Völker der Erde gerichtet werden.

1.7 Thema des Buches Das Thema des Buches Joel lässt sich verhältnismäßig einfach in einem einzigen Satz zusammenfassen: Joel prophezeit Gottes Gericht, daß wie eine Heuschreckenplage hereinbricht, und Gottes Gnade; sowohl zu seiner Lebzeit, als auch in der Zukunft, am Tag des Herrn, dem endgültigen Gericht Gottes.

1.8 Stil des Buches Das Buch Joel ist eindeutig ein prosaisches Werk, dessen Stil klar ermahnend ist. Beginnend mit einer sehr bildhaften Schilderung einer Heuschreckenplage ruft Joel immer wieder zwischendrin zu Buße und Umkehr auf . Er ermahnt das Volk, indem er ihnen von Gottes kommenden Gericht erzählt und ihnen die Folgen dessen für ihr aller Leben deutlich vor Augen hält. Joel benutzt dazu nicht nur rhetorische Fragen, sondern auch auffallend viele Imperative, mit denen er das Volk auf die Dringlichkeit der Buße hinweist und sie zum Handeln bewegen will . Doch auch viele andere literarische Formen lassen sich im Buch Joel finden, wie es generell typisch für die alttestamentlichen Propheten ist . So lassen sich neben vielen Ermahnungen und Umkehrrufen auch einige Klageworte , Gerichtsankündigungen und Heilsankündigungen finden.

Bibliographie

Archer, Gleason L. Einleitung in das Alte Testament. Bd.2. in 2 Bde. Bad Liebenzell: Verlag der Liebenzeller Mission, 1987

Arnold, Bill T. und Bryan E. Beyer (Hrsg.). Studienbuch Altes Testament. Wuppertal: R.Brockhaus, 2001

Bauer, Walter. Griechisch-deutsches Wörterbuch. 6., völlig neu bearbeitete Aufl. Göttingen: Walter de Gruyter & Co., 1988

BibleWorks. Software for Biblical Exegesis and Research. Version 6.0.011z. BibleWorks, LLC, 2003

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Der Brockhaus in einem Band. 8., vollständig überarbeitete und aktualisierte Auflage. Leipzig: F.A. Brockhaus, 1998

Die Zeittafel der Bibelgeschichte: 4000 Jahre in Tabellen, Karten und Chroniken. Köln: Karl Müller GmbH, 2003.

Digitale Bibliothek: Religion in Geschichte und Gegenwart. Hrsg. Kurt Galling. in 12 Bde. 2. elektronische Ausgabe der dritten Auflage. Berlin: Directmedia, 2000.

Dreytza, Manfred, Walter Hilbrands und Hartmut Schmid. Das Studium des Alten Testaments. Eine Einführung in die Methoden der Exegese. Wuppertal: R. Brockhaus, 2002

Eißfeld, Otto. Einleitung in das Alte Testament. 2. neubearb. Aufl. Tübingen: J.C.B.Mohr, 1956

Ellisen, Stanley A. Von Adam bis Maleachi. Das Alte Testament verstehen. 3. Aufl. Dillenburg: Christliche Verlagsgesellschaft, 1996.

Fohrer, Georg. Einleitung in das Alte Testament. 12. überarb. und erw. Aufl. Heidelberg: Quelle & Meyer, 1979

Gesenius, Wilhelm. Hebräisches und aramäisches Handwörterbuch. 17. unveränderte Aufl. Berlin, Göttingen, Heidelberg: Springer, 1962

Gesenius, Wilhelm. Hebräische Grammatik. völlig umgearbeitet von E. Kautzsch. Hildesheim/ Zürich/ New York: Georg Olms, 1983

Meißner, Winfried. Bücher Joel & Obadja. Edition C Bibelkommentar Altes Testament Bd. 36. Hrsg. Helmuth Pehlke. Holzgerlingen: Hänssler, 2000

Merrill, Eugene H. Die Geschichte Israels. Holzgerlingen: Hänssler, 2001

Walvoord, John F. und Roy F. Zuck (Hrsg.). Das Alte Testament erklärt und ausgelegt. Bd.3: Jesaja – Maleachi. Neuhausen – Stuttgart: Hänssler ,1991

Wolff, Hans W. Biblischer Kommentar Altes Testament. Dodekapropheton 2: Joel, Amos. 2. durchgesehene Aufl. Neukirchen-Vluyn: Neukircheren Verlag des Erziehungsvereins GmbH, 1975



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