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Joan Baez

(2003)
Joan Chandos Báez (oft: Joan Baez; * 9. Januar 1941 in Staten Island, New York/USA), ist eine US-amerikanische Folk-Sängerin mit mexikanischen Wurzeln, die besonders für ihre starke, klare Sopran-Stimme und das Aussprechen ihrer politischen Ansichten ist. Sie wurde als "das Gewissen und die Stimme der 1960er" bezeichnet.

Inhaltsverzeichnis
1 Biographie
2 Diskographie
3 Literatur
4 Weblinks

Biographie

Sie ist die mittlere Tochter der Quäker Albert Vinicio and Joan Bridge Baez geboren. Ihr Vater war Physiker und weigerte sich, für die lukrative Waffenindustrie zu arbeiten. Dadurch lässt sich vielleicht ihr großes politischen Engagement gegen den Vietnamkrieg und für Bürgerrechte erklären. 1951 zog ihre Familie aus beruflichen Gründen des Vaters für ein Jahr nach Baghdad und anschließend nach Kalifornien.

1956 hörte sie zum ersten Mal eine Rede des jungen Martin Luther King und kaufte ihre erste Gitarre, wodurch sie den den Grundstein für die beiden wichtigsten Aktivitäten ihres Lebens legte.

Musik

Da ihr Vater eine Stelle am Massachusetts Institute of Technology erhalten hatte, zog die ganze Familie im Spätsommer 1958 erneut um, diesmal nach Belmont, Massachusetts. Joan schreib sich zwar in der Boston University ein, konzentrierte sich aber bald nur noch auf ihre Sängerkarriere. Diese begann 1959 mit einigen Auftritten im Club 47, einem Folk Club in Cambridge, bevor sie 1959 auf dem Newport Folk Festival zum ersten Mal ein größeres Publikum erreichte.

Die erste LP, an der Joan Baez mitwirkte, erschien ebenfalls 1959 unter dem Titel Folksingers Round Harvard Square, ihre erste Solo-LP erschien ein Jahr später unter dem Titel Joan Baez bei Vanguard Records. Das Nachfolgeralbum Joan Baez Vol. 2 von 1961 erhielt in den USA Goldstatus, genauso wie beide Teile von Joan Baez In Concert von 1962.

In der ersten Hälfte der 1960er stand sie mit an der Spitze des US-amerikanischen Folk Revivals und stellte ihrem Publikum den damals recht unbekannten Bob Dylan vor, mit dem sie auch bald eine Liebesbeziehung begann. Zu dieser Zeit beeinflusste ihr Stil bereits Künstlerinnen wie Joni Mitchell und Bonnie Raitt.

Genau wie Dylan wurde sie stark von der British Invasion beeinflusst und begann ihre akustische Gitarre zu erhöhen, was auf Farewell, Angelina von 1965 zu hören ist. Kurz zuvor hatte Dylan begonne, mit Folk Rock zu experimentieren. Gegen Ende des Jahrzehnts experimentierte sie mit Lyrik, was auf Baptism; A Journey Through Our Time von 1968 zu erkennen ist.

Im selben Jahr heiratete sie David Harris, einen bekannten Gegner des Vietnamkriegs. Er war ein Fan der Countrymusik und beeinflusste ihre Musik in Richtung Country Rock, was ab David's Album vom folgenden Jahr zu erkennen ist. Dieses Album enthält unter anderem Poor Wayfaring Stranger, wo sie von ihrer Schwester Mimi Farina begleitet wird und Will The Circle Be Unbroken mit Elvis Presleys ehemaligen Backgroundsängern The Jordanaires.

1969 trat sie auf dem Woodstock-Festival auf. Die hochschwangere Sängerin nutze dieses große Podium, um die Missstände in der Welt wie z.B. die Inhaftierung ihres Ehemanns anzuprangern, der in diesem Jahr eine dreijährige Freiheitsstrafe antreten musste. Anschließend nahm sie ihre Gitarre herunter und sang Swing Low, Sweet Chariot. Als sie ihren Auftritt mit We Shall Overcome beendete, begann ein Wärmegewitter. Bald danach wurde ihr Sohn Gabriel Earl geboren.

1971 coverte sie The Night They Drove Old Dixie Down (Melodie von Am Tag als Conny Kramer starb von Juliane Werding) von The Band und schaffte damit einen Top 10 Hit in den USA.

Mit dem 1972er Album Come from the Shadows, wechselte sie zu A&M Records;, wo sich ihre Musik ein wenig in Richtung Mainstream Pop veränderte und sie begann, ihre eigenen Songs für das 1975 er Diamonds & Rust zu schreiben.

1973 ließ sie sich von Harris scheiden und traf sich später mit Steve Jobs. 1975/76 folgte mit der Rolling Thunder Revue' die zweite Tournee mit Bob Dylan.

Sie wechselte kurz zu CBS Records, war aber für ihr 1984er Live -Europe '83 ohne US-amerikanisches Label. Dafür eröffnete Joan Baez 1985 Live Aid, nachdem sie im vorherigen Jahr erneut auf Europatournee mit Bob Dylan war. 1987 folgte das nächste Album in den USA, was mit The Contemporary Ballad Book bei Gold Castle Records erschien.

1988 trat sie unter dem Namen "3 Voices" auf Konzerten gemeinsam mit Konstantin Wecker und Mercedes Sosa auf. Ihr 30jähriges Bühnenjubiläum feierte sie 1989 mit dem Album Speaking of Dreams (deutsch: Von Träumen reden). Für das 1992er-Album Play Me Backwards wechselte sie erneut die Plattenfirma, diesmal zu Virgin Records.

Ihre Schwester Margarita Mimi Farina (30. April 1945) starb am 18. Juli 2001 an Lungenkrebs. 2003 erschien ihr bisher letztes Album Dark Chords on a Big Guitar, gefolgt von einer US-Tournee 2004 und einer weiteren 2005. Sie lebt derzeit in Woodside, Kalifornien. Ihr Cousin ist der Mathematiker John Baez.

Zu ihren Interpretationen gehören klassische US-Traditionals und -Folksongs wie House Of The Rising Sun, Donna Donna, Barbara Allen, Lieder von Pete Seeger, Woody Guthrie und Bob Dylan, aber auch zahlreiche Lieder auf Spanisch und vereinzelt in anderen Sprachen wie Italienisch, Französisch, Russisch und Deutsch ("Kinder" von Bettina Wegner).

Sie sang die Lieder des Soundtracks im Science-Fiction Film Silent Running. Ebenfalls interpretierte sie den Folksong über den schwedischen Arbeiterführer Joe Hill mit dem Lied I dreamed I saw Joe Hill last night.

Politik

Neben ihrer Musik engagierte sich Joan Baez auch stets politisch: In den 1960er Jahren zahlte sie einen Teil ihrer Steuerschuld auf ein Sperrkonto, um den Vietnam-Krieg nicht mitzufinanzieren, unterstützte das Free Speech Movement (eine für Meinungsfreiheit und gegen den Krieg in Vietnam eintretende Studentenorganisation und nahm an Ostermärschen in Deutschland teil. 1979 gründete sie die Menschenrechtsorganisation "Humanitas International Human Rights Committee", die sich um die Boat People kümmerte. In den 1980er Jahren unterstützte sie die Friedensbewegung.

Diskographie

  • Folksingers 'Round Harvard Square (1959)
  • Joan Baez (1960)
  • Joan Baez, Vol. 2 (1961)
  • Joan Baez in Concert, Pt. 1 [Vangaurd 1963] (1963)
  • Joan Baez in Concert, Pt. 2 [live] (1963)
  • Five (1964)
  • Farewell, Angelina (1965)
  • Noël (1966)
  • Joan (1967)
  • Any Day Now (1968)
  • Baptism: A Journey Through Our Time (1968)
  • David's Album (1969)
  • Joan Baez in San Francisco [live] (1969)
  • In Concert 2 [live] (1970)
  • One Day at a Time (1970)
  • Sacco and Vanzetti [Original Soundtrack] (1971)
  • Blessed Are (1971)
  • Carry It On (1971)
  • Come from the Shadows (1972)
  • Joan Baez Ballad Book (1972)
  • Where Are You Now, My Son? (1973)
  • Gracias a La Vida [Here's to Life] (1974)
  • Live in Japan (1975)
  • Diamonds & Rust (1975)
  • The Lovesong Album (1975)
  • Gulf Winds (1976)
  • From Every Stage [live] (1976)
  • Joan Baez in Concert [live] (1976)
  • Blowin' Away (1977)
  • House of the Rising Sun (1978)
  • The Joan Baez Country Music Album (1979)
  • The Night They Drove Old Dixie Down (1979)
  • Honest Lullaby (1979)
  • Live in Concert: European Tour (1980)
  • Live in Europe '83: Children of the Eighties (1983)
  • The Contemporary Ballad Book (1987)
  • Recently (1988)
  • Speaking of Dreams (1989)
  • Diamonds & Rust in the Bullring [live] (1989)
  • Ballad Book, Vol. 2 (1990)
  • Brothers in Arms (1991)
  • Play Me Backwards (1992)
  • Ring Them Bells [live] (1995)
  • Live at Newport (1996)
  • Gone from Danger (1997)
  • Live in Europe '83: Children of the Eighties... (1999)
  • Joan Baez [Expanded] (2001)
  • Joan Baez, Vol. 2 [Expanded] (2001)
  • Dark Chords on a Big Guitar (2003)

Literatur

Weblinks



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