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Jiddisch

Jiddisch, auch Mame-Loschen ("Muttersprache") genannt, ist eine westgermanische Sprache mit semitischen und slawischen Elementen. Sie wird von etwa drei Millionen Menschen, größtenteils Juden, auf der ganzen Welt gesprochen.

Inhaltsverzeichnis
1 Geschichte
2 Schrift
3 Jiddische Schreibmaschine
4 Siehe auch
5 Weblinks
6 Literatur

Geschichte

In der mittelhochdeutschen Periode entwickelten sich in Deutschland spezifisch jüdische Ausprägungen des Deutschen. Sie weisen zum einen aufgrund der erzwungenen geographischen Mobilität der Juden kleinere Unterschiede zu den jeweiligen Ortsdialekten der Nichtjuden auf; zum anderen enthielten sie viele hebräische, aramäischee und vereinzelt auch romanische, französische, spanische und slawische Wörter, und teilweise war auch der Satzbau durch ziemlich wörtliche Übersetzungen aus dem Hebräischen und Aramäischen geprägt. Das eigentliche Jiddisch entstand, als Juden in großer Zahl vor den Verfolgungen in Deutschland nach Polen-Litauen flohen. Dort vermischten sich ihre Dialekte und entwickelten sich anders als in Deutschland weiter; dazu kamen viele Entlehnungen aus slawischen Sprachen. Auch die Grammatik enthält einige deutliche slawische Einflüsse, so etwa bei der Wortstellung, bei reflexiven Verben und bei der Negation. Mit der Massenauswanderung in die USA im 19. Jh. wurde das Jiddische in den englischen Sprachraum transportiert und dementsprechend beeinflusst. Heute gibt es in einigen traditionellen jüdischen Gemeinden (zum Beispiel in New York, London und Antwerpen), größere Sprechergruppen, die Jiddisch als hauptsächliche Alltagssprache verwenden und an die nächste Generation weitergeben.

Die Periode zwischen 1800 und 1900 wird oft als goldenes Zeitalter der jiddischen Literatur gewertet. Diese Periode trifft mit der Wiederbelebung des Hebräischen als gesprochene Sprache zusammen und der Wiedergeburt der hebräischen Literatur. Größtenteils durch jüdische Kulturschaffende haben jiddische Wörter Eingang in den Wortschatz des US-amerikanischen Englisch gefunden.

Lehnwörter

Auch im Deutschen gibt es etwa 1000 Jiddismen (aus dem Jiddischen stammende Lehnwörter), wie beispielsweise Schlamassel, Massel, meschugge, Mischpoke, Schickse, Schmonzes, Tacheles, Stuss, Tinnef, Schtetl, Kassiber, Schmiere, Schmock oder Fremdwörter wie Chuzpe; im aktiven Wortschatz lassen sich heute (2003) jedoch nur etwa 50 Wörter belegen. Viele dieser Wörter sind letztlich hebräischen Ursprungs.

Jiddische Autoren

Scholem Alejchem

Salomon Rabinovic (1859 - 1916), besser bekannt unter seinem Pseudonym Sholem Aleichem, ist einer der größten jiddischen Autoren, vergleichbar mit Mark Twain.

Isaac Bashevis Singer

1978 erhielt Isaac Bashevis Singer den Nobelpreis für Literatur.

Itzig Manger, der "Prinz der jiddischen Ballade", (geb. 1901 in Czernowitz, gest. 1969 in Israel) beschreibt in seinen Gedichten und Balladen die Welt des osteuropäischen, nicht assimilierten Judentums, welche mit der Vernichtung 1939-1945 untergegangen ist. Itzig Manger gelangte in den 30er Jahren zu Berühmtheit, emigrierte 1938 nach England, später USA. Zweite Popularität ab den 50er Jahren in Israel. Itzig Manger schrieb und trug vor in Jiddisch.

Schrift

Jiddisch benutzt ein Alphabet des Hebräischenen und auch viele Lehnwörter kommen aus dem Hebräischen.

Eine Seite zur Transkription der hebräischen Buchstaben in die deutsche Schreibweise findet sich unter jiddisch-transkription.de.md

Jiddische Schreibmaschine

Die Schreibmaschine (Yiddish Typewriter, די ייִדישע שרײַבמאַשינקע) ist ein Internet-Angebot, das verschiedene weitverbreitete Kodierungen des Jiddischen ineinander wandelt. Insbesondere ist die Überführung zwischen lateinischer Transkription und hebräischem Text in beide Richtungen möglich.

Links zur Schreibmaschine

Siehe auch

Jenische Sprache, Lottegorisch (Carlsberg), Manisch, Masematte (Münster), Mattenenglisch, Rotwelsch, Sintitikes, Töddensprache

Weblinks

Es gibt auch eine [[:{}:|Wikipedia auf {}.

Literatur



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