Jean Gerson
Er war ab 1377 Schüler von Pierre d'Ailly am Navarra-Kolleg in Paris und ab 1395 als dessen Nachfolger Kanzler der Pariser Universität. Im Abendländischen Schisma vertrat er konziliaristische Ideen und wurde führender Theologe des Konstanzer Konzils (1414-1418). Hier zeigte er sich als Gegner von Wyclif und Jan Hus und sprach sich gegen den Tyrannenmord aus. Aus Furcht vor dem Herzog von Burgund Johann Ohnefurcht zog er sich 1418 nach Rattenberg (Inn), später nach Melk zurück. Ab 1419 lebte und schrieb er in Lyon. Nach seinem Tode wurde er hier als Seliger verehrt.
Gerson war vom Nominalismus beeinflusst und betonte den Vorrang der mystischen vor der scholastischen Theologie. Der Mystik schreibt er die vollkommenste Erkenntnis Gottes zu.
Zusammenfassend kann man ihn als bedeutenden Prediger, mystischen Theologen und wirkungsvollen Schriftsteller bezeichnen.
siehe auch: Renaissance-Humanismus#Europäischer Humanismus
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2 Literatur 3 Weblinks |
Werke (Auswahl)
- De modo se habendi tempore schismatis ca. 1401
- De mystica theologia 1408
- De universitate ecclesiae 1409
- De auferibilitate papae ab ecclesia 1409
- De consolatione theologiae 1418
Literatur
- Ulrich Köpf (Hg.): Theologen des Mittelalters: eine Einführung. [Anselm von Canterbury, Abaelard, Bernhard von Clairvaux, Hugo von St. Viktor, Bonaventura, Thomas von Aquin, Meister Eckhart, Duns Scotus, Ockham, Gerson, Wyclif, Hus]. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft 2002. ISBN 3-534-14815-0
- Cornelius Roth: Discretio spirituum: Kriterien geistlicher Unterscheidung bei Johannes Gerson. Würzburg: Echter 2001. (Studien zur systematischen und spirituellen Theologie; Bd. 33) ISBN 3-429-02287-8
- Sven Grosse: Heilsungewissheit und Scrupulositas im späten Mittelalter: Studien zu Johannes Gerson und Gattungen der Frömmigkeitstheologie seiner Zeit. Tübingen: Mohr 1994. (Beiträge zur historischen Theologie; 85) ISBN 3-16-146213-0
Weblinks
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Zur Erklärung siehe Wikipedia:Personendaten.
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