Jean Froissart
1356 kam er im Gefolge der Philippa von Hennegau, der Königsgemahlin Edward III. von England, an den englischen Königshof. Nach einer Wanderung durch ganz Frankreich kehrte er 1361 nach England zurück, wo ihn die Königin ihn in seinen dichterischen Arbeiten förderte. Er bereiste auch Schottland und begeleitete 1367 Edward den Schwarzen Prinzen nach Bordeaux. 1368 begleitete er Lionel von Antwerpen zu dessen Hochzeit nach Italien und kehrte von dort nach Hennegau zurück, wo er 1369 die Pfründe von Lestine-au-mont erhielt. Dort begann er um 1370 mit der Arbeit an einer Chronik des Hundertjährigen Krieges (Chroniques de France, d'Angleterre, d'Ecosse, de Bretagne, de Gascogne, de Flandre et lieux circonvoisinsan), an der er bis an sein Lebensende arbeiten sollte.
Später wurde er Sekretär Wenzels von Luxemburg, Herzog von Brabant. Aus dessen und seiner eigenen Dichtung schmiedete er den höfischen Roman Mellador. Nach Wenzels Tod 1383 trat er in die Dienste des Grafen Gui de Blois und lernte auf einer Reise zu Gaston III. von Foix den Ritter Messire Espaing de Lion kennen, der an allen bedeutenden Kriegszügen seiner Zeit teilgenommen hatte und Froissart mit Material zu seiner Chronik versorgen konnte. Nachdem er sich mit Gui de Blois überworfen hatte, fand er in Philipp dem Kühnen, Herzog von Burgund, einen neuen Mentor. Nach weiteren Reisen ging er 1395 wieder nach England, kehrte aber bald an den französischen Hof zurück und starb als Kanonikus und Schatzmeister in Chimay.
Die Chronicles sind weniger als Literatur denn als Zeitdokument interessant; sie vermitteln ein lebhaftes Bild der Zeitläufte des 14. Jahrhunderts. Sein Material schöpfte Froissart zum geringsten Teil aus Büchern, zum größten aus eigener Beobachtung, persönlicher Nachforschung und mündlichen Berichten. Die Chronicles umfassen vier Bücher, deren erstes zunächst noch die Seite der Engländer favorisierte; in späteren Rezensionen kehrte Froissart seine Sympathien um. Die übrigen drei Bücher sind von einer zunehmenden Antipathie gegenüber den Engländern geprägt. Die Chronicles sind in mehr als 100 Handschriften erhalten, von denen viele reich illustriert sind.
Weiterhin verfaßte Froissart zahlreiche Liebesgeschichten und Aventiuren. Durch Einführung der provenzalisch-romantischen Schäferpoesie in die französische Literatur suchte er darin den nordfranzösischen Stil mit dem provenzalischen zu verschmelzen. Das Gedicht "l'Epinette Amoureuse" zeichnet seinen eigenen Werdegang nach.
Zitate
- "Nichts auf der Welt ist so gewiss wie der Tod"
Weblinks
- Froissart im BAUTZ (fachwissenschaftliche Biographie mit Literaturangaben)
- eine umfangreiche Bibliographie zu Froissarts Werk
- eine englische Übersetzung der Chronicles
- Illustrationen zu einem Manuskript der französischen Nationalbibliothek:1234
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Zur Erklärung siehe Wikipedia:Personendaten.
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