Interdisziplinarität
Eine interdisziplinäre Arbeitsweise oder Forschung umfasst mehrere voneinander unabhängige Fachgebiete, die einer meist wissenschaftlichen Fragestellung mit ihren jeweiligen Methoden nachgehen und so zu einem facettenreicheren Ergebnis führen können. Es spielt hierbei eine untergeordnete Rolle, ob diese Fachgebiete selbst interdisziplinäre Ansätze verfolgen oder ob sich diese Ansätze erst durch eine Kombination dieser Fachgebiete in hierfür meist speziell gebildeten Arbeitsgruppen ergeben. Wichtig in Abrenzung zur Multidisziplinarität (auch Pluridisziplinarität) ist jedoch, dass Methoden zwischen den Disziplinen vermittelt werden und sich damit Lösungsstrategien nicht allein durch einen Austausch der Ergebnisse einzelner Strategien ergeben. Interdisziplinärität bedingt also das Zusammenführen verschiedener Teilaspekte, ein reines Nebeneinander dieser Apekte reicht hierfür nicht aus.
Beispiele:
- Ein forschender Arzt für Innere Medizin kooperiert mit Kollegen aus benachbarten Sparten, beispielsweise mit einem Röntgen-Facharzt oder einer Arbeitsmedizinerin und mit Physikern oder Technikern), um neue Methoden oder Geräte zu entwickeln.
- Ein Geophysiker oder Geodät, der Details der Erdkruste erforscht, sucht sich Partner aus Geologie, Hydrologie oder anderen Geowissenschaften und erarbeitet mit diesen ein Kartierungs- und Bohrverfahren, um eine Lagerstätte zu erschließen.
- Eine Archäologin arbeitet mit Zoologen, Botanikern und Geowissenschaftlern zusammen, um mit deren Ergebnissen ein möglichst umfassendes Bild vergangener Lebensweisen zu entwerfen.
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