Ignaz Petschek
Zusammen mit seinem älteren Bruder Dr. Julius Petschek erwarb er ein beträchtliches Vermögen im Braunkohlenbergbau des Nordböhmischen Reviers um Brüx und war auch Besitzer des Bankhauses Petschek & Co in Prag.
Nach dem Ersten Weltkrieg erweiterten die Brüder Petschek ihren Besitz in Mitteldeutschland und erwarben im großem Rahmen die Mehrheiten in den Bergbaugesellschaften um Meuselwitz, Rositz und Borna. Seit 1926 waren sie Hauptaktionäre der Phönix AG in Mumsdorf, 1931 der Vereinsglück AG in Meuselwitz, der Leonhard AG in Zipsendorf, der Herzog Ernst Bergwerks AG Oberlödla und der Grube Kraft in Thräna. Mit dem Erwerb der Anhaltischen Kohlenwerke AG im Jahre 1932 befand sich mehr als die Hälfte der Braunkohlenförderung Mitteldeutschlands im Besitz der Familie Petschek.
Auch im Niederlausitzer Revier wurde die Petschek-Gruppe bald zur beherrschenden Kraft. 1927 übernahm Petschek die Aktienmehrheit bei der Ilse Bergbau AG, Senftenberg, der seinerzeit bedeutendsten Bergbaugesellschaft der Niederlausitz. Gleichzeitig war er auch Hauptaktionär der Eintracht Braunkohlenwerke und Brikettfabriken AG in Welzow. 1932 gehörte zur Unternehmensgruppe Petschek auch die Niederlausitzer Kohlenwerke AG, Berlin.
Am 3. Dezember 1938 wurde die Petschek-Gruppe zerschlagen und im Zuge der "Arisierung" 1938 die Deutsche Kohlebergbau-Gesellschaft und Staatliche Holdinggesellschaft Vereinigte Industrieunternehmen AG (VIAG) gebildet, in die das Petschek-Vermögen außer der Ilse AG, die ihre Selbständigkeit behielt, einfloss.
1939 wurde die Familie Petschek enteignet und auch die Eintracht AG konfisziert und 1940 von der Anhaltischen Kohlenwerke AG, die nun der Flick-Gruppe gehörte, übernommen.
Bei den 1945 in der Sowjetischen Besatzungszone vorgenommen Enteignungen der Braunkohlenkonzerne erfolgte eine Überführung in Volkseigentum. Die Enteignungen aus der Zeit des Nationalsozialismus weder 1945 noch bei der Auflösung der DDR rückgängig gemacht. Von den Erben der Familie Petschek wurden deshalb gegenüber der Bundesanstalt für vereinigungsbedingte Sonderaufgaben (BvS) eine Ausgleichsforderung in Höhe von 400 Millionen Mark geltend gemacht. In der Stadt Aussig zeugen noch heute die Petschek Villen vom Reichtum der Familie, die bis zu ihrer Enteignung auch einer der größten Förderer der Kultur in der Stadt war.
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Zur Erklärung siehe Wikipedia:Personendaten.
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