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Idealtypus

Der Idealtypus (auch: Idealtyp) ist ein von Max Weber erdachtes Begriffswerkzeug zur Untersuchung sozialer Tatbestände. Da allerdings mit Begriffen die vielfältigen Ausprägungen von sozialen Phänomenen kaum zu beschreiben sind, hat Weber als besonderen Typ den Idealtypus in seinen soziologischen Arbeiten verwendet. Kontrastierend erscheint bei ihm (weniger ausgearbeitet) der Realtypus (Realtyp).

Inhaltsverzeichnis
1 Darstellung und Abgrenzung des Begriffs Idealtypus
2 Zur Konstruktion des Idealtypus
3 Zur kritischen Analyse des Weberschen Idealtypus und seiner Kriterien
4 Zur Kritik des Idealtypus

Darstellung und Abgrenzung des Begriffs Idealtypus

Ein Idealtypus ist eine exakte Beschreibung eines sozialen Tatbestands, wie zum Beispiel der Herrschaft oder Bürokratie. Er beinhaltet akzentuierte wesentliche Charakteristika dieses Tatbestands und erleichtert dadurch das Verstehen und Erklären eines Realtypus. Er ist demnach keine Definition. Einem anderen Ansatz folgt der Normaltyp von Ferdinand Tönnies.

Hat man erst einmal einen Idealtypus definiert, kann man damit eine systematische Analyse eines Gegenstandsbereichs durchführen. Dabei beschreibt man jeweils die Abweichungen vom Idealtypus. Der Vorteil des Idealtypus liegt darin, dass er eine exakte Beschreibung ermöglicht und sich nicht auf häufig zweideutige Begriffe stützen muss.

Der Begriff des Idealtypus selbst ist allerdings missverständlich, da er umgangssprachlich einen idealen Typus nahe legt, d. h. normativ genommen werden könnte.

Zur Konstruktion des Idealtypus

Die Kategorien und Gesetze, die die Gesellschaftswissenschaften bieten, sind nach Weber reine Gedankenbilder, die in ihrer begrifflichen Reinheit in der Wirklichkeit nirgends empirisch auffindbar sind. Sie vereinigen "bestimmte Beziehungen und Vorgänge des historischen Lebens zu einem widerspruchslosen Kosmos gedachter Zusammenhänge". Diese gedanklichen Konstruktionen entstehen nicht durch einfache Zusammenfassung des Gemeinsamen in vielen Erscheinungen oder durch Durchschnittsbildung, sondern durch

Die so entstehenden Gedankenbilder sind nach Weber keine Darstellung und keine Widerspiegelung der Wirklichkeit, sondern Fiktionen. Die Heraushebung einzelner Elemente erfolgt nicht gemäß einer historischen Wirklichkeit, sondern gemäß den Erkenntnisinteressen des Subjekts. Andererseits aber darf nach Weber das Gedankenbild keine Gedankenspielerei sein und die Wirklichkeit nicht ignorieren.

Zur kritischen Analyse des Weberschen Idealtypus und seiner Kriterien

Hierzu ist festzustellen, dass es sich beim Idealtypus um einen buntschillernden Begriff handelt, der korrekte und inkorrekte, zum Teil widersprüchliche Ansichten zu verschiedenen methodologischen, erkenntnistheoretischen und ideologischen Aspekten der gesellschaftswissenschaftlichen Begriffsbildung vermengt:

Zur Kritik des Idealtypus

Wissenschaftstheoretisch abweichend hat Ferdinand Tönnies den Normaltyp eingeführt, der gelegentlich auch ideeller Typ genannt wird.



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