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Husaren

Husaren sind eine Truppengattung der leichten Kavallerie, deren Ursprünge in Serbien und Ungarn zu suchen sind. Nicht eindeutig geklärt ist der Wortetymologie, doch geht der Begriff "Husar" sehr wahrscheinlich auf das italienische "Corsaro" (Korsar, Seeräuber, Streifzügler) zurück. Tatsächlich wurden in Ungarn im 16. Jahrhundert berittene Straßenräuber als Husaren bezeichnet. Später wurde die gesamte ungarische Reiterei (huszár) bezeichnet. Das ungarische Zahlwort "húsz" (20) weist auf die Rekrutierungsmodalitäten hin: je 20 Häuser hatten einen bewaffneten Reiter zu stellen.

Inhaltsverzeichnis
1 Ursprünge
2 Die Husaren der Neuzeit
3 Moderne Husaren
4 Literatur

Ursprünge

Ungarisch-serbische Streifscharen

Nach der Niederlage auf dem Amselfeld 1389 traten vermutlich Teile der von den Osmanen besiegten serbischen Streitkräfte in ungarische Dienste. Ausgerüstet mit Lanze, Schild und Säbel kämpften sie als leichte Kavallerie. Erstmals schriftlich erwähnt sind die "hussarones" 1481 in einem auf Latein abgefassten Brief des Ungarnkönigs Matthias Corvinus. Unter seiner Regierung waren die Husaren bereits zu schwer gepanzerten Reitern mutiert. Sie trugen Helme im türkischen Stil (Zischäggen), Brust- und Armpanzer, Schilde (bezeichnet als "Tartschen"), Säbel, Streitkolben und Lanzen. Am Sattel mitgeführt wurde außerdem ein Panzerstecher. Für den wahrscheinlichen Fall, dass die Lanze beim ersten Ansturm brach, wurde dieser bis zu zwei Meter lange Pallasch auf den Oberschenkel gesetzt und als Stoßwaffe benutzt.

Polnische Flügelhusaren

Unter ungarischem Einfluss fanden die Husaren zunächst als leichte Kavallerie Eingang in das polnische Heer. Der Wandel zur schweren Reiterei, die das mittelalterliche Ritteraufgebot ersetzte, fand Ende des 16. Jahrhunderts unter König Stefan Batory seinen vorläufigen Abschluss. Die gepanzerten polnischen Flügelhusaren trugen Brustpanzer, Armschienen und kniehohe Lederstiefel. Der Name geht auf die zwei am Rückenpanzer befestigten grossen Flügelstangen zurück, die bis zu einen Meter über dem Kopf aufragten. Sie sollten die galoppierenden Husaren durch ihr Rauschen und Aussehen besonders furchteinflößend erscheinen lassen. Ausserdem schützten sie den Rücken vor Säbelhieben und wehrten die von feindlichen Tataren verwendeten Fanglassos ab. Mit der Lanze als Hauptwaffe ausgerüstet, trugen die Flügelhusaren ihre Attacken in geschlossener Formation vor. Neben dieser schweren Schlachtenkavallerie hielten sich, in Ungarn wie in Polen, leicht bewaffnete Husaren als Aufklärungstruppe. Deren Taktik und Ausrüstung wurden seit Beginn des 17. Jahrhunderts europaweit kopiert.

Die Husaren der Neuzeit

Die ersten westeuropäischen Husareneinheiten wurden in Österreich und Frankreich aufgestellt. Den anfangs unter serbisch-ungarischen Söldnern rekrutierten Husaren blieb die Anerkennnung als vollwertige Soldaten lange verwehrt. Schlechter besoldet und von der Generalität mißtrauisch beäugt, vollzog sich die Emanzipation dieser exotischen Truppe nur zögerlich. Erst zur Mitte des 18. Jahrhunderts hin mussten in Gefangenschaft geratene Husaren nicht mehr fürchten, als irreguläre Kämpfer vom Kriegsgegner getötet zu werden. Aus den Husaren entwickelte sich eine Form der leichten Kavallerie, die bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts in fast allen europäischen Ländern etabliert war. Typisch wurde die aus der ungarischen Nationaltracht entwickelte Uniform: Flügel- bzw. Pelzmütze (Kalpak), eng anliegende Hosen (Stradivari) und verschnürte Jacken (Dolman). Die Bewaffnung bestand aus einem Säbel, ein bis zwei Pistolen und einem kurzläufigen Karabiner. In dieser Form kämpften Husareneinheiten bis zum Ersten Weltkrieg. Hauptaufgabe dieser mit wendigen kleinen Pferden ausgerüsteten Reiter waren der Aufklärungs- und Vorpostendienst, sowie die Störung der feindlichen Versorgungslinien im Rahmen des "Kleinen Krieges. Dagegen wurden Husaren als Schlachtenkavallerie kaum eingesetzt.

Husaren in Preußen

Nach den Schlesischen Kriegen, in denen sich vor allem die österreichische leichte Reiterei mehrfach ausgezeichnet hatten, wurden die Husaren internationl "hoffähig". Ab der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurden Husarenformationen in nahezu allen europäischen Armeen aufgestellt. In Preußen wurde zuerst 1721 ein schwaches Husarenregiment errichtet, zunächst mit polnischen Reitern. Später war man bestrebt, geborene Ungarn mit ihren landestypisch wendigen Pferden für den Kriegsdienst im preußischen Heer zu gewinnen.

Zur Zeit des Regierungsantritts von Friedrich dem Großen gab es zwei kleine Regimenter Husaren, die aber nicht sehr geachtet waren. In einem Tagesbefehl des Königs nach der Schlacht bei Mollwitz heißt es:

"Weiber, Husaren und Packknechte, die beim Plündern ertappt werden, sollen sofort gehenkt werden.“

In der Folgezeit versuchte Preußen, die Husaren als eine mustergültige leichte Kavallerie auszubauen und brachte tatsächlich eine Reihe hervorragender Kommandeure hervor, wie Zieten, Seydlitz, Belling, Puttkammer, Natzmer, Szekuly und Kleist. Am Ende der Regierungszeit Friedrichs waren es 10 Husarenregimeter zu 10 Eskadrons; jedes Regiment war in 2 Bataillone aufgeteilt.

Im Anschluß an die verheerende Niederlage gegen Napoleon wurde das preußische Heer grundlegend umgestaltet. Die Husaren hörten auf, eine Spezialwaffe zu sein, da man von jeder Kavallerieeinheit die gleichen Leistungen verlangte. Auch in der Organisation unterschieden sich die Husaren nicht mehr von der anderen Kavallerie.

Deutsches Reich

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts zählte das deutsche Heer 20 Husarenregimenter. Wie die übrige Kavallerie waren sie ausgerüstet mit Lanze, leichtem Krummsäbel (eingeführt 1889) und dem Karabiner 88.

Moderne Husaren

In verschiedenen Streitkräften der Welt (Großbritannien, Frankreich, Niederlande) existieren bis heute Husarenregimenter - ebenso wie z.B. Kürassiere und Ulanen. Meist handelt es sich dabei um gepanzerte (Fahr-)Einheiten, die als Traditionsträger der alten Kavallerieregimenter fungieren.

Literatur



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