Homer
Homer (griech Όμηρος Homeros „Geisel“) ist der älteste, namentlich bekannte griechische Dichter.
Er lebte vermutlich im 8. Jahrhundert v. Chr (oder auch später) in Kleinasien und soll der Legende nach blind gewesen sein. Schon in der Antike wurde über Homers Person diskutiert: Smyrna, Athen, Ithaka, Pylos, Kolophon, Argos und Chios stritten darum, sein Geburtsort zu sein. Eine der Legenden sagt, er sei am Fluss Meles als uneheliches Kind geboren worden und sein ursprünglicher Name habe Melesigenes gelautet. Gestorben ist er vermutlich auf der Insel Íos. Anders als über seinen Vater sind sich mehrere Quellen einig, dass seine Mutter Kreitheïs hieß. In der Antike wurde er oft als blinder Greis dargestellt.
| Inhaltsverzeichnis |
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2 Fortwirkung 3 Literatur 4 Weblinks |
Werke
Berühmt geworden ist er als Dichter zweier der frühesten Epen der Weltliteratur, der Ilias und der Odyssee. )
Diese literaturwissenschaftliche Frage nach der Urheberschaft Homers wird die Homerische Frage genannt.
Gesichert scheint aber die Herkunft der Epen aus dem griechischen Kleinasien, diese wurde durch sprachliche Analyse der Werke, die beide im ionischen Dialekt des Griechischen geschrieben sind, bestätigt.
Fortwirkung
Homers Fortwirkung kann gar nicht überschätzt werden.Bereits im antiken Griechenland dienten seine Epen den politisch stark zersplitterten griechischen Stämmen und Poleis zur Gewinnung eines gemeingriechischen Selbstverständnisses (vgl. Nationaldichter).
Auch für den "Volks"- und "Natur""-Begriff der deutschen literarischen Klassik und Romantik spielt Homers Dichtung die größte Rolle, weil man in ihm einen Beweis dafür sah, dass "das Volk" eine eigene authentische Stimme habe (vgl. Volkslied), ja, dass aus ihm "die Natur" selber spreche. Dieser Überzeugung in der antifürstlichen und antiklerikalen Intelligenz seit dem "Sturm und Drang" ist es zu verdanken, dass durch Wilhelm von Humboldt (neben dem Lateinischen) die griechische Sprache ein Kernstoff der Bildung des Humanistischen Gymnasiums wurde.
Homerische Stoffe und Themen sind dementsprechend sowohl in der klassischen griechischen, als auch in den europäischen Literaturen und Bildenden Künsten allgegenwärtig. In der gehobenen Umgangssprache finden sich dadurch heute noch (2005) aus seinem Werk viele Redewendungen und "geflügelte Worte" (auch dieser Begriff selbst stammt von ihm).
Literatur
- Robert Fowler (Hrsg.): The Cambridge Companion to Homer, Cambridge 2004.
Weblinks