Hauptseite | Deutsche Enzyklopädie

Hitler-Tagebücher

Die Hitler-Tagebücher sind eine berühmte Fälschung. Ihre Veröffentlichung im Stern gilt als eine der größten Blamagen in der Geschichte der deutschen Presse.

Im April 1983 erklärte der Stern, Adolf Hitlers geheime Tagebücher befänden sich in seinem Besitz. Entdeckt wurden die angeblichen Tagebücher von dem Reporter Gerd Heidemann, der sie Konrad Kujau für etwa zehn Millionen D-Mark abgekauft hatte. Nach Kujau seien die Tagebücher – 62 Bände – in einem kurz vor Kriegsende bei Börnersdorf in Sachsen abgestürzten Flugzeug gefunden worden.

Tatsächlich handelte es sich bei den Tagebüchern um Fälschungen. Die Wahrheit kam am 5. Mai 1983 heraus, als das Bundeskriminalamt und die Bundesanstalt für Materialprüfung feststellten, dass u. a. die Materialien der Einbände erst nach dem Zweiten Weltkrieg hergestellt wurden.

Kujau und Heidemann wurden beide vor Gericht gestellt und verurteilt. Kujau legte ein Geständnis ab, die 62 Bände selber geschrieben zu haben, und kam mit einer relativ milden Strafe davon; er wurde nach seiner Haftentlassung berühmt und wohlhabend. Heidemann dagegen wurde relativ hart gestraft, weil das Gericht zu der Überzeugung gelangte, dass er einige der vom Stern gezahlten Millionen nicht an Kujau weitergeleitet, sondern unterschlagen hatte, und sein hartnäckiges Leugnen strafverschärfend wirkte; er lebt heute von Sozialhilfe. Die Erben Kujaus haben inzwischen eingeräumt, dass Heidemann kein Geld unterschlagen hat, wie auch einige Tonbänder mit Telefonaten beweisen, die Heidemann im Prozess nicht vorspielen durfte. Ein Wiederaufnahmeverfahren ist in Vorbereitung.

Die Geschichte der Fälschung wurde später auch erfolgreich unter dem Titel Schtonk verfilmt.

Inzwischen hat vor allem die britische Journalistin Gitta Sereny angezweifelt, ob Kujaus Geständnis der Wahrheit entsprach. Sie meint, dass ein Tagebuch echt war, während eine, vermutlich osteuropäische, Fälscherbande den Rest auf Kujaus Bestellung und mit dessen Hilfe anfertigte, um den Stern zu "schröpfen". Der Presseexperte M. Zell vertritt sogar die Auffassung, dass mindestens zwei der Tagebücher echt seien.

Der letzte Band der Tagebücher wurde am 23. April 2004 in Berlin versteigert. Ein anonymer Käufer erwarb den Band für 6500 Euro.

Weblinks



Limit search to: Body and Title Deutsche Seiten Path



No Results Found


Help build the largest human-edited directory on the web.
Submit a Site - Open Directory Project - Become an Editor
Free thumbnail preview by Thumbshots.org

Search for products at amazon.com:
Search:
Keywords:
amazon.com books on 'Hitler-Tagebücher':
Search at Google.com:
Google
WebCalSky.com Enzyklopädie

Suchresultate aus unserem günstigen CalSky-Shop