Historizismus
Hinsichtlich der Menschheitsgeschichte besteht für den Historizismus ein großes Problem insbesondere darin, dass sich die Geschichte der Menschen des Industriezeitalters von der viel längeren Menschheitsgeschichte davor signifikant unterscheidet. Diese Signifikanz besteht in einer Steigerung der Wirkungsmöglichkeiten des einzelnen Menschen, für die es keine geschichtlichen Vergleichsmöglichkeiten gibt. Konkret: Der Energieumsatz, den ein einzelner Mensch steuern kann, hat sich seit Beginn des Industriezeitalters um Größenordnungen gesteigert. Der Mensch ist ein um Vieles effizienter gewordener Aktor in der für ihn relevanten Biosphäre. Die Kraft der Aktoren und die Anzahl der Aktoren in ihrem Ökosystem ist in unvergleichlicher Weise gewachsen. Alleine dieser Umstand beeinträchtigt die Möglichkeit, von Mustern aus einer vergleichbar wachstumsschwachen Vorgeschichte gegenwärtige und zukünftige Muster abzuleiten.
Für den Philosophen Karl Popper ist der Historizismus, dem der Historismus letzten Endes als Wissenschaftskonzeption zugrundeliegt, ein Elend. So lautet auch der Titel des entsprechenden Buches: Das Elend des Historizismus.
Literatur
- Karl Popper, Das Elend des Historizismus (1957) ISBN 3-16-148025-2