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Historische Kfz-Kennzeichen (Österreich)

Inhaltsverzeichnis
1 Anfänge
2 Erstes System (1905 bis 1930)
3 Zweites System (1930 bis 1939)
4 Drittes System (1939 bis 1945 beziehungsweise 1947)
5 Viertes System (1945 beziehungsweise 1947 bis 1990 – auslaufend)
6 Fünftes System ab 1990

Anfänge

KFZ-Kennzeichen wurden in Österreich vergleichsweise spät, nämlich erst 1905 eingeführt. Dieses war an jedem Auto und Motorrad vorne und hinten in schwarzer Schrift auf weißem Grund anzubringen. Es durfte entweder aufgemalt oder in Form einer Tafel angebracht werden. Das erste Kennzeichen wurde am 7. Januar 1906 in Wien zugewiesen.

Erstes System (1905 bis 1930)

Systematik

Die bis 1918 zur Österreichischen Reichshälfte der Österreichisch – Ungarischen Monarchie gehörenden Kronländer hatten ein eigenes Kennzeichensystem. Das Kennzeichen bestand aus einer Länder- beziehungsweise Rayonkennung mit Buchstaben, gefolgt von einer Evidenznummer, die der Registernummer im so genannten „Evidenzverzeichnis“ (in etwa dem heutigen Zulassungsregister vergleichbar) entsprach.

Länder- und Rayonkennungen

Diese Kennungen blieben auch nach dem Zusammenbruch der Österreichisch-Ungarischen Monarchie bestehen, sofern sie sich auf Österreich bezogen.

Evidenznummern

Es durften höchsten dreistellige Zahlen verwendet werden. Sobald alle Zahlenreihen innerhalb der dreistelligen Zahlen erschöpft waren, wurden dem Erkennungsbuchstaben römische Ziffern von eins ab beigefügt und die Nummerierung wieder mit 1 begonnen. Dieselben Nummern wurden jeweils für Automobile und Motorräder ausgegeben. Die Polizeidirektionen Wien und Prag gaben die Nummern fortlaufend aus, die anderen Behörden erhielten von den Landesstellen bestimmte Nummernkreise zugewiesen, um auf den ersten Blick feststellen zu können, in welchem Bereich eines Kronlandes ein Fahrzeug zugelassen war. Durch den Mix aus römischen und arabischen Ziffern wurde die Lesbarkeit der Kennzeichen mit zunehmender Zahl an zugelassenen Fahrzeugen sehr unübersichtlich.

Beispiel: A 20, BIV 35, BXXII 903

Zweites System (1930 bis 1939)

1930 trat ein neues Kraftfahrgesetz in Kraft. Die Schilder waren nun schwarz mit weißen Buchstaben. Auch das Kennzeichensystem selbst wurde völlig neu geordnet und blieb bis 1990 – nur unterbrochen durch die Zeit des Anschlusses an Deutschland – im Wesentlichen unverändert.

Systematik

Beispiel: A 2.170

Länderkennungen

Weiters wurden noch folgende Kennungen eingeführt:

Nummernserien der einzelnen Behörden

Burgenland
Beispiele für den Bezirk Jennersdorf: M 7.199; M 17.199; M 117.199

Niederösterreich
Beispiele für den Bezirk Amstetten: B 1.312; B 31.312; B 61.312; B 101.312; B 131.312; B 161.312

Weitere Bundesländer
Die Nummernsysteme sind ähnlich aufgebaut wie oben erläutert. Für Details siehe folgenden Link: Liste mit allen alten österreichischen Kennzeichen allen Ziffercodes

Diese Zahlensystematik wird noch heute bei einigen Institutionen oder Verwaltungseinheiten als Bezirkskennziffer verwendet (beispielsweise Rotes Kreuz Niederösterreich, Feuerwehr oder N.Ö. Gebietskrankenkasse)

Drittes System (1939 bis 1945 beziehungsweise 1947)

1939, nach dem Verlust der Eigenstaatlichkeit (siehe Anschluss (Österreich)), wurden die deutschen Tafeln mit neuen Kennbuchstaben (beispielsweise W für Wien, Nd für Niederösterreich, damals Niederdonau genannt) eingeführt (s. historische deutsche Kfz-Kennzeichen).

Viertes System (1945 beziehungsweise 1947 bis 1990 – auslaufend)

Im August 1945 wurden nur in den von der Russischen Armee besetzten Gebieten (Niederösterreich, Burgenland, Teile Oberösterreichs und Wiens) neue Kennzeichentafeln ausgegeben: schwarzer Grund, weiße Zahlen, links das Bundeswappen, rechts das Landeswappen). Die restlichen Gebiete behielten die Kennzeichen und Kennzeichentafeln von 1939 bei.

1947 in ganz Österreich das derzeit noch gültige, aber auslaufende Kennzeichensystem eingeführt. Die Kennzeichentafeln mit Wappen wurden umgetauscht. Bestimmte Nummerngruppen wurden auch speziellen Fahrzeugen (Taxis, Autobussen, Fahrzeugen von Gebietskörperschaften) zugeteilt. Dafür entfielen die Kennungen „BP“ und „OB“. Die Kennzeichentafeln für Anhänger bekamen eine rote Umrandung.

Systematik

Beispiel: N 2.170

Länderkennungen ab 1947

Ab 1967 wurden auch staatlichen Institutionen eigene Kennungen zugewiesen: Ausländische Diplomaten erhielten das Kennzeichen WD.
Ebenso erhielten Konsulen nach der Bundesländerkennnung ein K: TK 8.
Für besondere Zwecke wurden Kennzeichentafeln mit speziellen Farben eingeführt:

Nummernserien der einzelnen Behörden

Es wurden dieselben Serien verwendet, wie sie 1930 eingeführt wurden (siehe oben)

Burgenland
Beispiele für den Bezirk Jennersdorf: B 7.199; B 17.199; B 117.199

Niederösterreich
Beispiele für den Bezirk Amstetten: N 1.312; N 31.312; N 61.312; N 101.312; N 131.312; N 161.312
Weitere Bundesländer
Für Details siehe folgende Webseite: Liste mit allen alten österreichischen Kennzeichen allen Ziffercodes

Bildliche Darstellung unter: (Austria auswählen)

Fünftes System ab 1990

(Siehe Kfz-Kennzeichen (Österreich))



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