Hippie
Einen frühen Vorläufer stellen die sog. Scapigliatura dar.
| Inhaltsverzeichnis |
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2 Kultur 3 Hippies in den Medien 4 Siehe auch 5 Weblinks |
Philosophie
Die von den USA ausgehende Hippiebewegung stellte die ihrer Meinung nach sinnentleerten Wohlstandsideale der weißen Mittelschicht in Frage und propagierte eine von Zwängen und bürgerlichen Tabus befreite Lebensvorstellung. Im Vergleich zur 68er-Bewegung dominierten dabei stärker individualistische (Selbstverwirklichung) als gesellschaftspolitische Konzepte, teilweise überschnitten sich die Ideale der Bewegungenen. Die Idee von einem humaneren und friedlicheren Leben wurde mit dem Schlagwort "Flowerpower" belegt und versuchsweise in neuartigen, oft ländlichen Kommunen umgesetzt.
Die an Henry David Thoreau geschulte Naturverbundenheit und die Konsumkritik der Hippies führte zur Herausbildung einer eigenen Gegenkultur, die an Ansätze der Lebensreform des ausgehenden 19. Jahrhunderts angelehnt war und entsprechende Ansätze der Beat Generation (seit den 1940er Jahren) weiterführte.
Gerade in der Spätphase sind die Grenzen zum New Age fließend. Insoweit handelt es sich bei Teilen der Hippiebewegung um ein Übergangsphänomen von den rationalistischen Fortschrittserzählungen der Moderne (z.B. 68er-Bewegung, Sozialismus) hin zur Neo-Mystik der Postmoderne (z.B. Zen, Buddhismus, New Age, Neuheidentum). Andererseits sind auch viele der frühen Hacker Hippies, wie z.B. Richard Stallman.
Die Hippiebewegung fand einen machtvollen politischen Höhepunkt in der Friedensbewegung gegen den Vietnamkrieg (Make love, not war).
Hippies wurden von konservativen Kreisen und dem Mainstream als Gammler, Chaoten und Langhaarige diffamiert. Sie wurden als Aussteiger betrachtet, die sich dem Leistungs-Prinzip und den bürgerlichen Konventionen und Moral-Vorstellungen nicht unterwarfen, sondern entzogen, z.B. in Kommunen auf Ibiza, in Indien (Goa) oder auf den griechischen Inseln. Ihnen wurden häufig pauschal politische Bestrebungen wie Sozialismus und Anarchismus unterstellt.
Oftmals stellten Hippies eine Boheme dar, wie im Viertel Greenwich Village in New York, wo Hippies als Subkultur Orte des Undergrounds schufen. Künstler wie Robert Crumb, Musiker wie John Lennon, Jim Morrison, Aktivisten wie Ken Kesey, Bands wie The Grateful Dead oder Schauspieler wie Peter Fonda zeigen die unterschiedliche Facetten der pluralen, heterogenen Hippie-Bewegung.
Kultur
In dieser Kultur etablierte sich ein eigener Musik- und Kleidungsstil. Manche Männer und Frauen trugen wallende Batikgewänder mit bunten Farben und zumeist die so genannten Jesuslatschen an den Füßen. Beliebt waren auch Blumen, Geruchskerzen etc. Männer wie Frauen trugen lange Haare. "Freie Liebe" und freier Drogengenuss setzten sich durch. Die Psychedelic-Musik, neben Folk der dominante Musikstil der Hochzeit der Hippies in den späten 1960ern, war durch den Drogengenuß der Musiker geprägt.
Ein berühmt gewordener musikalischer Höhepunkt, der zugleich auch den Beginn der Endphase der nicht kommerzialisierten Hippiebewegung einleitete, war das Festival von Woodstock. Geradezu stellvertretend für die Hippie-Ära steht das Musical Hair, das das Zeitalter des Wassermannss ankündigte (Esoterik).
Mit ihrer Kommerzialisierung kam es zum Niedergang der Hippiebewegung. Neue soziale Bewegungen bildeten daran anschließend ein gewisses Auffangbecken für Teile der ehemaligen Hippiebewegung seit den 1970er Jahren.
Die neu entstehende Jugendkultur des Punk grenzte sich seit ca. 1977 sehr stark gegen das Innerlichkeitsdenken, der Sanftheit und die Naturliebe der Hippies ab, die sie als verlogen empfand. Viele jugendliche Hippies "konvertierten" zu der neuen Jugendkultur. Heutzutage gibt es im Zuge der Retro-Kultur wieder Hippies, die ihren historischen Vorbildern nacheifern.
Die Philosophie der Hippies ist inzwischen im Mainstream angekommen.
Hippies in den Medien
Zu den Filmen, die sich mit dem Lebensstil der Hippies auseinandersetzen, gehören u.a. Easy Rider, Fear and Loathing in Las Vegas, Cheech und Chong, The Big Lebowski. In der Literaur stellten Bücher wie Die Pforten der Wahrnehmung oder die Werke Carlos Castanedas Inspirationsquellen der Hippiebewegung dar.
Siehe auch
- Alternativbewegung, Blumenkind, Friedensbewegung, Happening, Kommune
- Woodstock Festival, Glastonbury Festival, Haight Ashbury, Freistaat Christiania
Weblinks
- Schweizer Hippie-Portal
- Hermann Hesse und die Hippies, Magisterarbeit, 1995
- "Old Hippie": Begriffserläuterung
- Dokumentation BREAKING THE RULES (2005) über Hippies als Gegenkultur
- grosses deutschprachiges Forum, (bei hipforums.com)
- Hippy.com, Grosse US-Website
- Ausführlicher Artikel auf www.taz.de