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Hickelkasten

Hickelkasten oder Hüpfspiel, auch Paradiesspiel oder einfach Hickeln (landschaflich auch Hickelsches) manchmal gar Himmel und Hölle genannt, ist ein einfaches Kinderspiel, welches mit beliebig vielen Teilnehmern, aber auch alleine gespielt werden kann.

Inhaltsverzeichnis
1 Historie
2 Verbreitung
3 Regeln
4 Literatur

Historie

Die Herkunft des Spieles ist ungesichert. Auf dem Boden des antiken Forums in Rom fand man eines der ältesten Hickel-Diagramme, eingeritzt wohl mit einem Stein. Da die Römer ihre Straßen von Kleinasien bis nach Nordeuropa ausbauten und pflasterten, war dieser Untergrund ideal für das Hüpfspiel. Möglicherweise hat diese Tatsache mit zur weiten Verbreitung dieses Geschicklichkeitsspieles beigetragen. Allerdings können Archäologen nun einmal keine in Erde eingezeichnete Linien finden und deshalb mag zwar dieser Fakt die Verbreitung des Spieles in Europa erklären, doch nicht weltweit.

Verbreitung

Man findet dieses Spiel nahezu überall auf der Welt. Lediglich die Varianten sind teils unterschiedlich. Spieleforscher fanden heraus, dass Kinder in Burma auf einem ähnlichen Diagramm hüpften, wie Kinder in den USA. Und alleine in Deutschland und Holland fand man bei Untersuchungen an die 20 verschiedene Hickelkastenmuster. In manchen Ländern hüpfen die Kinder in gebückter Haltung (verbreitet in Südostasien), anderswo mit den Händen in den Hüften ( Afrika ).

Regeln

Die Regeln dieses Kinderspiels sind so vielfältig wie die Muster des meist in die Erde, in den Städten aber auch mit Kreide oder einem Malstein in den Asphalt oder den Beton geritzten Schema. Allen Varianten gemein ist der zuvor von jedem Teilnehmer oft sorgfältig ausgesuchte Wurfstein. Die Wahl fällt meist auf einen flachen, nach dem Wurf nicht mehr allzu sehr kullernden Stein.

Einfache Variante

In einer einfachen, weit verbreiteten Variante (Abb.1) muss der Stein jeweils von Feld 1 bis zu Feld 9 geworfen werden. Trifft man das entsprechende Feld, so beginnt man loszuhüpfen (zu hickeln), das heißt, auf einem Bein zu hüpfen. Feld 5 und 6 betritt man dabei mit beiden Beinen, um danach in Feld 7 wiederum auf nur einem Bein zu landen. Die Felder 8 und 9 sind wieder beidbeinig zu absolvieren. Hier (oft der Himmel genannt) darf man sich auch ausruhen. Anschließend vollführt man eine halbe Drehung, landet abermals beidbeinig auf 8 und 9 und gelangt nun hickelnd wieder zum Anfang zurück, allerdings zuvor noch den Wurfstein ein Feld vor dessen Lage aufsammelnd. Begeht man entweder beim Wurf (Stein landet außerhalb oder auf der Linie des ausgesuchten Feldes) oder bei der Bewältigung des Feldes (man tritt auf die Umrandung, vergisst einen Sprung, vergisst den Stein beim Rücklauf oder kommt aus dem Gleichgewicht und muss mit beiden Füßen den Boden an einer unerlaubten Stelle berühren), so ist sofort der nächste Mitspieler dran. Manchesmal wird das Spiel auch alleine gespielt.

Himmel und Hölle Variante

In dieser Variante muss man, falls der Stein in der Hölle landet, wieder von vorne beginnen. Die Erde ist grundsätzlich zu überspringen, das heißt, sie darf nicht betreten werden. Landet der Stein im Postfeld, so darf man ab nun nicht mehr sprechen und lachen, was die Mitspieler natürlich um so mehr reizt, den Teilnehmer dazu zu veranlassen.

Literatur

Spiele der Welt, Fischer Verlag 1986, (F.V.Grunfeld und Eugen Oker)



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