Hermann Gruson
Gruson wurde als Sohn des Premierleutnants Louis Abraham Gruson in der Magdeburger Zitadelle geboren. Er besuchte das Domgymnasium Magdeburg, wechselte dann jedoch zur Gewerbe- und Handelsschule, die er 1839 abschloss. Er leistete einen einjährigen Militärdienst in einer Pioniereinheit ab. Anschließend besuchte er die Universität in Berlin. Er widmete sich vor allem naturwissenschaftlichen und mathematischen Fächern und besuchte auch Vorlesungen seines Onkels Johann Philipp Gruson.
Er arbeitete dann für 5 Jahre in der Maschinenfabrik von Wilhelm Borsig, der mit seinem Vater befreundet war und lernte so den Maschinenbau kennen. Hier begann auch, durch Anregung von Borsig, seine Leidenschaft für die tropische und subtropische Botanik. Borsig vermittelte Gruson dann eine Stelle bei der Berlin-Hamburger Eisenbahn, die er 1843 antrat und bis 1851 inne hatte.
Im November 1847 rettete er einen Jungen vor dem Ertrinken wofür er eine Lebensrettungsmedaille erhielt.
Als Oberingenieur nahm er dann am 1. Februar 1851 für 3 Jahre eine Stelle in der Maschinenfabrik von Friedrich Wöhlert in Berlin an.
Er kehrte dann nach dem Tode seiner Mutter aus familiären Gründen nach Magdeburg zurück.
1854 wurde er zunächst technischer Direktor der Vereinigten Hamburg-Magdeburger Dampfschiffahrtsgesellschaft.
Er gründete dann am 1. Juni 1855 in Buckau bei Magdeburg die "Maschinen-Fabrik und Schiffsbauwerkstatt H.Gruson Buckau-Magdeburg". An der Mündung der Sülze in die Elbe entstand eine Werft. Wichtiges Standbein seiner Unternehmung war jedoch die angeschlossene Gießerei.
Er verbesserte die Festigkeit von Gusseisen, durch Gattieren (Mischen verschiedenere Roheisensorten), deutlich, so dass Hartgussprodukte aus den Grusonwerken zu einem Markenprodukt wurden. Diese gewannen u.a. große Bedeutung für die Entwicklung des Maschinenbaus und des Eisenbahnbaus in Deutschland. Viele Eisenbahn- und Wagenhersteller versahen ihre Produkte mit dem Hinweis "nur mit Gruson'schen Hartgussrädern".
1856 erklärte Gruson schriftlich der in Alexisbad tagenden Gründungsversammlung des VDI (Verband deutscher Ingenieure) seinen Beitritt.
1859 wurde sein Unternehmen bestreikt. Der an sich konservativ eingestellte Gruson sah sich veranlasst eine sozialere Lohnpolitik zu verfolgen. Unter seiner Leitung wurde das Unternehmen nie wieder bestreikt.
Zunächst erfolgte ein erfolgreicher Einsatz der Produkte des Unternehmens bei der Magdeburg-Halberstädter Eisenbahn. Nach 1860 erhielt er vermehrt auch Rüstungsaufträge seitens des preußischen Militärs. Es wurden Erweiterungen der Produktionskapazitäten erforderlich, worauf hin zwischen 1869 und 1871 moderne Anlagen in der Buckauer Marienstraße errichtet wurden.
Aus seiner Gießerei gingen auch die ersten Panzertürme für Befestigungsanlagen in Deutschland hervor. So wurden in der Wesermündung zur Küstenverteidigung nach der 2. Reichsgründung auf Eichenpfählen mehrere Forts errichtet, die drehbare Panzertürme nach dem System Gruson erhielten. Diese Türme waren nach speziellen Gussverfahren gefertigt worden (Lit.- Quelle: „eine Zeitung 1879“, Archiv Brouwers, gef. in "Am Wall", Verein für Festungskunde).
Weitere Großaufträge (Panzertürme und Geschützstände für den italienischen Kriegshafen La Spezia), die werkseigene Entwicklung der Lafettenkonstruktion durch Max Schumann und die Entwicklung und der Bau eigener Geschütze, erforderte weitere Anlagenerweiterungen. 1886 wurde das Grusonwerk in eine Aktiengesellschaft umgewandelt.
Bei Tangerhütte errichtete die Gruson AG, deren Leitung Gruson weiter inne hatte, einen 10 km langen Schießplatz. Die dort getesteten und vorgeführten Rüstungsgüter wurden in alle Welt exportiert. Die Gruson AG baute jedoch auch vielfältigste zivile Anlagen (Erzaufbereitungsanlagen, Hebezeuge, Transporteinrichtungen).
Am 1. Juli 1891 beendete Gruson seine Mitarbeit im Vorstand der Gruson AG. 2 Jahre später wurde das Unternehmen von Krupp übernommen.
Gruson widmete sich auch weiterhin naturwissenschaftlichen Studien. 1893 veröffentlichte er, weitgehend unbeachtet, eine wissenschaftliche Arbeit zum Zodiakallicht mit dem Titel "Im Reiche des Lichts".
Erfolgreich war jedoch sein Wirken als Botaniker. Er besaß die größte Kakteensammlung Europas. Nach seinem Tod wurden 1896 die von ihm errichteten Grusonschen Gewächshäuser - eine Sammlung vieler seltener, inzwischen vom Aussterben bedrohter exotischer Pflanzen - den Magdeburgern zugänglich gemacht.
Zwei Kakteen, der Echinocactus Grusonii und der Grusonia bradtiana, tragen seinen Namen.
Gruson war Ehrenbürger der Stadt Magdeburg. Die Stadt Magdeburg benannte ihm zu Ehren auch eine Straße (Grusonstraße). Sowie die Universität Magdeburg ein Gebäude der Fakultät für Maschinenbau.
Die Anzeige der folgenden Tabelle (und dieser Hinweistext) werden in einigen Tagen ausgeschaltet – bitte nicht löschen!
Zur Erklärung siehe Wikipedia:Personendaten.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | {} |
| ALTERNATIVNAMEN | {-} |
| KURZBESCHREIBUNG | {} |
| GEBURTSDATUM | {} |
| GEBURTSORT | {} |
| STERBEDATUM | {-} |
| STERBEORT | {-} |